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Raketen-Notstand am Montagmorgen

29.12.2025 • Redaktion • 4 Min.Kommentare: 5

Am ersten Verkaufstag für Feuerwerk wurden die Geschäfte in Wunstorf schon am frühen Morgen belagert. Innerhalb kürzester Zeit waren die begehrtesten der Silvesterfeuerwerksartikel vergriffen. In manchen Läden gab es allerdings später Nachschub.

29.12.2025
Redaktion
4 Min.
Verkaufsbeginn Montagmorgen bei Thomas Philipps | Fotos: Schneider

Wunstorf (red). Ob es die wieder aufgeflammte generelle Böllerverbotsdebatte war oder andere Gründe hatte: es schien am heutigen Montagmorgen wieder, als wäre es das allerletzte Mal, dass in Deutschland Feuerwerk verkauft würde.

Seit heute durfte Feuerwerk der Kategorie 2 in den Geschäften verkauft werden, und pünktlich zur Öffnung in den Morgenstunden war an vielen Stellen ein Großteil der begehrten Ware schon wieder vergriffen. Kaufwillige standen bereits vor den noch geschlossenen Türen an, und Kundenparkplätze waren teilweise restlos belegt. Palettenweise waren die Feuerwerksartikel vorhanden – und palettenweise wurden sie wieder aus den Läden herausgetragen.

Anstehen für Feuerwerk

Manche der Käufer schienen dabei einen halben Monatslohn in Pyrotechnik zu investieren: Raketen, Böller und Feuerwerksbatterien wurden massenhaft eingepackt. Großes Interesse richtete sich vor allem auf die größeren Feuerwerksbatterien, die teilweise schnell ausverkauft waren. Auch größere Raketensets blieben nicht lange liegen.

Nach 15 Minuten Verkauf sieht es so aus auf einer Verkaufsfläche im Thomas-Philipps-Markt

Beim Thomas-Philipps-Discounter hatte man sich besonders vorbereitet: Die Feuerwerksbatterien waren im freigeräumten Mittelgang auf Paletten deponiert, Raketen und Co. waren unmittelbar hinter dem Eingangsbereich zu finden. Damit beim ersten Ansturm nicht völliges Chaos ausbrach, waren einige Zwischengänge provisorisch verstellt, damit sich die Kunden in geordneten Bahnen zum Kassenbereich schoben. Alle drei Kassen waren geöffnet, und trotzdem bildeten sich direkt lange Schlangen Richtung Ladenausgang.

15 Minuten

Bereits um 8.15 Uhr, eine Viertelstunde nach Ladenöffnung, waren die Batteriepaletten fast völlig abgeräumt. Ein Kunde freute sich, zu diesem Zeitpunkt noch das letzte Verbundfeuerwerks-Paket „Danger Zone 110 Schuss“ ergattert zu haben. Mit 66 Euro war es das teuerste der Batteriefeuerwerkprodukte im dortigen Sortiment.

Etwas entspannter die Situation bei Feuerwerksraketen: Hier war noch mehr Vorrat vorhanden. Bis zum Dienstag werde man wohl noch Feuerwerk verkaufen können, so die Prognose von Matti Draheim im Gespräch mit der Auepost: „Bis morgen wird wohl noch Feuerwerk da sein“ sagt der Marktleiter mit Blick auf die Feuerwerksauslage.

Raketen- und Feuerwerkssortiment
Marktleiter Draheim erklärt das Nettogewicht

Insgesamt habe man Feuerwerksartikel für rund 800 Kilo Schwarzpulver-Nettogewicht im Laden gehabt, so Draheim. Dass man nicht noch mehr bestellen könne, liege am Großhandel: Dieser lasse nur eine geringe prozentuale Mehrbestellmenge zu. Hintergrund ist, dass unverkaufte Ware beim Einzelhandel auch wieder zurückgenommen und abgeholt werden muss – nicht verkaufte Feuerwerkskörper dürfen nicht weiter in den Läden gelagert werden.

In den öffentlichen Verkauf gelangen zu Silvester zwei Kategorien von Feuerwerk. Zur Kategorie F1, Kleinstfeuerwerke, gehören etwa Wunderkerzen oder Knallerbsen. Feuerwerkskörper, die unter freiem Himmel gezündet werden, wie beispielsweise Böller und Raketen, gehören zur Kategorie F2 und dürfen nur an volljährige Personen verkauft werden. Außerdem muss eine deutschsprachige Gebrauchsanweisung beiliegen. Feuerwerkskörper der Kategorien F3 und F4 sind professionellen Anwendern vorbehalten und stellen in den Händen von Laien eine erhebliche Gefahr dar. Sie werden auch an Silvester nicht öffentlich verkauft und dürfen von Personen, die nicht im Besitz einer behördlichen Erlaubnis sind, nicht erworben und nicht verwendet werden.

Restraketen

Ähnlich sah es in den Wunstorfer Lidl-Filialen aus: Dort war schon eine Stunde früher um 7 Uhr geöffnet worden – mit vergleichbaren Szenen. Um 8 Uhr fragte ein noch hoffnungsvoller Kunde in der Filiale im Industriegebiet schon am Eingang mit einem unguten Gefühl: „Lohnt es sich noch?“

Ein Einkaufswagen voller Böller von Lidl

Ein paar Raketensets waren zu diesem Zeitpunkt noch erhältlich, ansonsten herrschte aber auch hier bereits fast gähnende Leere in den Regalfächern im Nonfoodbereich. Eine Verkäuferin an der Kasse hatte jedoch einen kleinen Trost parat: Gegen Nachmittag würde es noch einmal eine Nachlieferung geben. Wann das genau wäre, konnte sie jedoch nicht sagen.

Warnung vor unzulässigem Feuerwerk

Aus dem niedersächsischen Gesundheitsministerium kommt zu Silvester 2025 unterdessen erneut die jährliche Warnung vor nicht in regulären Geschäften gekauftem Feuerwerk: Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi appelliert an die Feiernden: „Damit auch alle gut und vor allem sicher ins neue Jahr kommen, appelliere ich eindringlich, nur Feuerwerk zu nutzen, das über eine Registriernummer sowie das CE-Zeichen in Verbindung mit der Kennnummer der Prüfstelle verfügt. Mit nicht zugelassenen Feuerwerkskörpern kann man nicht nur sich selbst, sondern auch andere gefährden. Außerdem drohen bei Kontrollen erhebliche Strafen. Grundsätzlich gilt: Das Abbrennen von Feuerwerkskörpern in der Nähe von Krankenhäusern, Kinder- und Seniorenheimen sowie Kirchen in der Silvesternacht ist verboten.“

Richtiger Umgang mit Feuerwerk: Nur mit ausgestrecktem Arm anzünden und danach schnell entfernen. Nach dem Zünden ausreichend Sicherheitsabstand einhalten. Raketen mit dem Führungsstab in Flaschen stellen, gegen Umfallen sichern und so ausrichten, dass sie nicht auf Gebäude fallen können. Feuerwerkskörper nicht von Balkonen und aus Wohnhausfenstern zünden oder hinunterwerfen. Mit Feuerwerk niemals auf Menschen oder Tiere zielen. „Blindgänger“ nicht erneut zünden, sondern zunächst abwarten und dann mit Wasser übergießen und entsorgen.
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Kommentare


  • N. N. sagt:

    Die Inkonsequenz des Staates hinsichtlich Schäden an Natur und Umwelt zeigt sich einmal mehr typisch deutsch, ein Politiker, der aufgrund seiner Tiere nicht böllert, es aber zulässt, dass andere darunter leiden, Tiere und Menschen, die sich dagegen nicht wehren können, Menschen und Tiere, die auf Inseln der Nordsee flüchten, um dem Krach zu entgehen – aber keiner, der konsequent dagegen vorgeht, hoffentlich schneit und stürmt es kräftig.

  • fred sagt:

    Irgendwann muss doch die Vernunft eingekehren auch bei den letzten Knalltüten …. Kauft lieber Schnaps dann schadet ihr nur euch..

  • N. N. sagt:

    Millionen in die Luft geballert, der Umwelt massiv geschadet, ohne Grenzensetzung einmal mehr das gerne „favorisierte“ Böllerverbot belächelnd, für was das Ganze? Tradition? Weil es „alle“ machen? Einmal der Knaller sein oder was? Ohne Rücksicht. Egoistisch.

    Fred beipflichtend, wo ist die Vernunft?
    Oder das Nachdenken, warum anscheinend nur mit Knallerei in das Neue Jahr gegangen werden kann?

    Nicht alle haben Zeit und Geld zum fliehen vor diesem ungebremsten Handeln.

    Und jeder weiß, dass woanders, gar nicht so weit weg, viele Menschen gerne auf Lärm und Gefahr wirklicher Schläge der harten Art gerne verzichten würden … .

  • centrodelmargine sagt:

    Raketen-Notstand? Gehirn-Notstand!!

  • Daglef sagt:

    Rücksichtslos!!! Gestern Abend wurde noch geböllert(Südstadt).Die armen Tiere.

    Böllern muss verboten werden.

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