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Wenn es auf einmal nur noch bellt im Freibad Bokeloh – erstes Hundeschwimmen in Wunstorf

20.09.2025 • Daniel Schneider • 5 Min.Kommentare: 13

In Wunstorf gab es zum ersten Mal Hundeschwimmen: Das Freibad Bokeloh stand nach Saisonende einen Tag für die Vierbeiner zur Verfügung. Nun hoffen alle, dass es zum regelmäßigen Event wird.

20.09.2025
Daniel Schneider
5 Min.
Tom Willenborg mit Familienhund nach dem Baden | Fotos: Schneider

Das gab es so noch nicht in der Stadt. Am Freitag, den 19. September 2025, öffnete das eigentlich bereits geschlossene Freibad Bokeloh noch einmal die Türen – aber diesmal für Vierbeiner: Hundeschwimmen war angesagt.

Aus der Community sei der Wunsch an die Bäderbetriebe herangetragen worden, ob man so etwas nicht auch in Wunstorf ermöglichen könne, erzählt Christin Gottschalk von den Bäderbetrieben der Auepost. Kurzfristig habe man es zum aktuellen Freibad-Saisonende dann noch möglich gemacht. Das Freibad war bereits in der Woche zuvor für die Öffentlichkeit geschlossen worden, stattdessen ist das Hallenbad wieder regulär in Betrieb.

Doch fürs Hundeschwimmen wird noch einmal geöffnet, und dass die Sommersaison bereits beendet sein soll, ist jedenfalls an diesem Tag nicht zu bemerken. Zwischen 15 und 18 Uhr steht das Bad bei traumhaftem Sommerwetter offen für alle Herrchen und Frauchen mit ihren Tieren. Es ist gewissermaßen ein erster Testlauf. Angekündigt worden war das Hundeschwimmen in Bokeloh nur über die Social-Media-Präsenz der Bäderbetriebe zwei Tage zuvor, hatte über Mundpropaganda aber schnell die Runde gemacht. An die 30 Hunde tummeln sich über den Nachmittag verteilt nun schließlich im Freibad – dreimal mehr, als manche insgeheim erwartet hatten.

Mischling Sam auf dem Ein-Meter-Brett

Die meisten kommen bereits zum Start um 15 Uhr. Eintritt muss nicht bezahlt werden, das Angebot ist kostenlos. Dabei dürfen nicht nur die Hunde ins Wasser – auch die menschlichen Begleiter können mit in die Becken, wenn gewünscht. Vor allem Kinder machen das, brauchen dazu aber ein bisschen Mut: So warm wie normalerweise ist das Wasser in den Becken nicht mehr, auch das Nichtschwimmerbecken ist eher knackig frisch. In der prallen Sonne jedoch kein Problem.

Klare Ansage vom Schwimmmeister

Am Eingang nimmt Schwimmmeister Mewes, der sowas in 47 Dienstjahren noch nicht erlebt hat, die Ankommenden in Empfang und weist direkt darauf hin, dass er selbst keine Badehose dabeihat: „Wenn der Hund nicht wieder rauskommt, müssen Sie selbst reinspringen“, informiert er die Badegästebesitzer mit salopper Ernsthaftigkeit.

Denn über die scharfe Beckenkante zu kommen, das kann auch für einen schwimmerprobten Hund tatsächlich eine nicht ganz leichte Hürde sein. Das wissen die Besucher aber und hatten es ohnehin nicht anders erwartet – der Besuch läuft auf eigene Verantwortung.

Finja im Schwimmerbecken

Meist geht die Begrüßung aber schon im Lärm der aufgeregt bellenden Hunde unter. Vor allem wenn Herrchen oder Frauchen bereits im Wasser sind und der Hund noch zögert, hinterherzukommen, wird es oft lauter. Doch letztendlich landen alle im Wasser.

Die Vierbeiner zeigen dabei ganz unterschiedliche Vorlieben, fast wie die Zweibeiner in Schwimmbädern: Einige nehmen lieber langsam die Treppe, andere wagen den Sprung vom Beckenrand. Der ist an diesem Tag ausnahmsweise ausdrücklich erlaubt. Und auch Rennen im Schwimmbad lässt sich nicht wirklich unterbinden. So schnell wie an diesem Tag sind „Badegäste“ in Bokeloh selten um die Becken herum unterwegs. Und manche Tiere schwimmen lieber im Tiefen, manche lieber im Nichtschwimmerbecken.

Auch Hundespielzeug kommt natürlich mit ins Wasser. Finja, ein Nova Scotia Duck Tolling Retriever aus Klein Heidorn, muss jedenfalls im Freibad keine Enten erwischen. Das wäre auch das erste Mal. „Sie hat ihre Gummiente, das muss reichen“, erzählt ihre Besitzerin lachend.

Am Selfiepoint

Die Freibadwiese wird zur Hundewiese – hier tollen die Tiere gemeinsam meist noch quirliger herum als im Wasser. Die Startblöcke am Schwimmerbecken werden zum Selfiepoint – es gibt kaum jemanden, der den Tag nicht noch mit einem passenden Handyfoto verewigt.

Startblock Nr. 1 wird zum beliebtesten Fotopunkt
Foto mit Finja (re.)
Sam mit Besitzerin Carmen Schreiber ist aus Neustadt dabei
Perfektes Licht

Nicht nur aus Wunstorf kommen die Hunde, auch aus dem Umkreis. Mischling Sam ist aus Evensen angereist, Labrador Lucy aus Düdinghausen. Für einige ist es das erste Mal, dass sie in einem Schwimmbad unterwegs sind – vor allem aus Wunstorf sind einige Besucher dabei, die die Chance nutzen, Freibad-Hundeschwimmen einfach einmal vor Ort auszuprobieren.

Andere nehmen solche Angebote woanders regelmäßig wahr und klappern in diesen Tagen zum Freibad-Saisonende, wenn auch anderswo die Bäder in die Winterpause gehen und zuvor noch einmal Hundeschwimmen anbieten, die jeweiligen Orte ab. Positiv erwähnt werden etwa Nienburg, Wulfelade oder Bennigsen.

Keena, ein Deutsch-Kurzhaar, sticht dabei heraus aus der Hundeschar: Nachdem eine Frisbeescheibe weit hinein ins Hauptbecken geflogen ist, bleibt der Hund still neben seinem Herrchen sitzen, bis das Kommando kommt – dann erst springt Keena in meist hohem Bogen ins Wasser zum Apportieren. „Ein Jagdhund“, erklärt der Besitzer. Auch vom Startblock hüpft der Hund.

Keena (li.) spielt am liebsten Frisbee
Sam apportiert im Schwimmerbecken

Mischling Sam erkundet währenddessen ganz von sich aus die Sprunganlage und stolziert auf dem Ein-Meter-Brett entlang, an dessen Ende er es sich bequem macht.

Ausbau erwünscht

Dass in Wunstorf kein Eintritt bezahlt werden muss, verwundert einige. Woanders sei das normal, zumindest gegen Spende würde dort Hundeschwimmen angeboten. Dafür sei dann aber auch für ein kulinarisches Angebot gesorgt – und es gebe Mülleimer. Beides vermissten die Besucher noch an diesem Tag in Bokeloh. Der Kiosk hatte nicht geöffnet, und die Mülleimer waren bereits abgebaut worden, so dass man mehrmals leicht hilflos wirkende Menschen suchend mit Beuteln in der Hand herumlaufen sieht. Schließlich wird dann aber noch ein improvisierter Mülleimer bereitgestellt.

Mit Lucy (re.) in Bokeloh
Einige gehen mit ihren Hunden baden – oder sind sogar vor ihnen im Wasser
Gilt an diesem Tag nicht für Vierbeiner

„Das könnte man zum richtigen Event weiterentwickeln“ lautet der Vorschlag einer Besucherin, die das Hundeschwimmen gerne auch über das gesamte Wochenende nutzen würde. Freitagnachmittag sei nicht ideal, vor allem, wenn manche noch arbeiten müssten. So kommen wirklich auch spät am Nachmittag immer noch vereinzelt neue Besucher mit ihren Hunden ins Bad. Der große Andrang ist zu diesem Zeitpunkt jedoch schon vorbei. Die später eintreffenden Hunde haben das Freibad dann fast ganz für sich allein.

Nach kurzer Zeit sind alle im Wasser
Das eigentlich schon geschlossene Freibad beginnt sich langsam zu füllen
Keena (Mitte) bringt mal wieder die Frisbee zurück
Manche Hunde haben Griff und Schwimmweste. Traut er sich – oder nicht?
Viele trauen sich
Und abgetaucht
Hundetreffen im Freibad
Im Nichtschwimmerbecken
Holt jemand den Ball aus dem Tiefen?
Na klar …
Und einmal trocknen bitte

Gehofft wird nun, dass das Hundeschwimmen in Wunstorf keine einmalige Aktion bleibt. Alle Befragten sind sich einig: Der Tag in Bokeloh ist bereits so gut angekommen, aus der Nummer kommen die Bäderbetriebe jetzt nicht wieder raus.

Nur die Hunde schaffen das. Schwimmmeister Mewes muss den Badehosennotfallschrank nicht öffnen. Alle kommen am Ende wieder aus den Becken.

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Kommentare


  • Anonym sagt:

    Genau aus diesem Grund werde ich das Schwimmbad Bokeloh nie wieder besuchen.
    Genauso wenig, wie Hunde etwas in einem Bett im Schlafzimmer zu suchen haben,
    so haben sie auch rein gar nichts in einem Schwimmbecken zu suchen:

    – Leptospirose
    – Campylobacter / Salmonellen
    – Staphylococcus aureus
    – Dermatophytosen
    – Giardien
    – Cryptosporidien.

    Ich wünsche ganz viel Spaß mit Hunden im Schwimmbecken…

    • Stadelhoff sagt:

      Hunde dürfen normalerweise nicht ins Freibad, aber da Saisonende war, hat man das für die Hunde ermöglicht und die fanden es toll. Das Wasser wird ja anschließend entfernt und die Becken gereinigt.
      Aber manche können halt nicht gönnen. Unser Hund hatte ganz viel Spaß und das ist die Hauptsache

  • Karin sagt:

    Ist ja erstaunlich, alles umsonst und das in Wunstorf. Das schlägt man anderswo wieder drauf,da kann man sich sicher sein.

    • Andreas sagt:

      Defizite der Bäderbetriebe werden seitens der Stadt getragen, also von der Allgemeinheit.

      Es zahlt also jeder ein bischen, damit hoffentlich eine weitere Wartung der Filteranlage, um des Köter’s Haare zu entfernen, durchgeführt wird.

      Was für ein Aufschrei am Jahresanfang, als die Hundesteuer um 2 €/Monat angehoben wurde. Was gab es da alles für komische Wortmeldungen:
      „Hundehaltung ist nicht mehr leistbar!“
      „Es gibt keine Gegenleistung der Stadt.“

      Im Laufe des Jahres wurde eine Auslauffläche geschaffen und die Viecher konnten umsonst baden.

      • Karin Klinge sagt:

        Ich hätte mir so viele Fotos und Spaß von Eltern mit Ihren Kindern im Sommer gewünscht aber Hunde kann man eben nicht vor am Handy deponieren. Aber bei soviel intelligenten Hunden und dem Fortschritt wird das bestimmt auch bald möglich sein. Ich wohne seit 12 Jahren in Bokeloh und die Anzahl der Hunde die an meiner Wohnung vorbeigehen hat sich glaube ich ver10 facht oder mehr.Ich frage mich, ist das ein neuer Trend? Und die Hunde in den Kinderwagen und Fahrradanhänger. Nicht nur die,Kinder werden immer bequemer,sondern auch die Hunde. Ein Hund ist ein Tier und sollte auch so behandelt werden.

  • Nicole sagt:

    Danke für den tollen Artikel, der zusammen mit den schönen Fotos die wunderbare Atmosphäre beim Hundeschwimmen gestern eingefangen hat.

  • Familie Stadelhoff sagt:

    Vielen Dank für diese tolle Möglichkeit, unserer Hündin Keena einen so schönen Badetag zu ermöglichen. Sie fand es super. Es war zwar Schade, dass der Kiosk nicht geöffnet hatte, aber hier ging es schließlich um die Hunde. Hoffentlich gibt es die Möglichkeit im nächsten Jahr wieder. Vielleicht auch mal Abends kurz vorm Schließen?

  • A.Lietsch sagt:

    Tolle Sache! Wir haben zwar auch einen Hund, aber er ist nicht grad begeistert vom Schwimmen. Trotzdem finden wir dieses Angebot super! Der Bericht war auch gut gemacht,hab beim Lesen lächeln müssen und mich über die Freude der Hunde und deren Besitzer gefreut! War bestimmt ein schöner Nachmittag. Finde es prima, daß die Verantwortlichen das möglich gemacht haben.

  • Marie sagt:

    Am Saisonende, wenn keine menschlichen Badegäste mehr ins Wasser gehen, scheint der Hundeschwimmtag ok zu sein. Werden die Becken vor der nächsten Saison gereinigt? Zum regelmäßigen ‚Event‘ darf es während der Saison nicht werden! Ich habe eine starke Hundehaarallergie und könnte das Bad nicht mehr nutzen! Denkt bitte mal darüber nach!

  • B. sagt:

    Also kommt generell das Negative zu einer guten Sache folgend.

    Es ist sicher bezeichnend für die Verantwortlichen, dass im Anschluss an die alte Saison das Schwimmbad gereinigt wird, oder? Bei Unkenntnis hilft Nachfrage! Und keine Angst. ein Steinhudermeer hat schon Tiere getötet, durch Vergiftung und Infektion, das Freibad nicht, also, was ist besser (für Tier UND Mensch?)?

    Ich finde es grandios, dass Vierbeiner die Gelegenheit haben, sich im sauberen Wasser zu tummeln. Ins Steinhudermeer lassen viele ihre Hunde nicht mehr hinein aufgrund Krankheits- oder gar Vergiftungsgefahr.

    Bei der Anzahl von Müllbestückung beispielsweise rund um die Badeinsel, wo menschliche Hinterlassenschaften inkl. gewisser Artikel, Essensreste, Papierka..-Tücher und andere ekelhafte Dinge des Mülls das Wasser schier trüben, ist das nicht verwunderlich.

    Deshalb bitte Akzeptanz Derjenigen, die gewisse Vorbehalte haben.

    Nehmt doch eine Wasserprobe vom Freibad und vom Meer hier. Und jetzt bitte nicht die Anmerkungen wie „Da ist ja auch Chlor drin“, deshalb ist es so sauber im Schwimmbad. Dann widerspricht ihr euch selbst.

  • B. sagt:

    Und ohne die ständigen Bemühungen der Tourismus“Börse“ schmälern zu wollen, es geht bei diesen Ausführungen hinsichtlich des Hundebadens im Steinhudermeer nicht um Blaualgenteppiche und Oelverseuchung und gewissenlose Menschen, die ihre Vierbeiner da hineinspringen lassen.Es geht darum, dass dieses Meer nicht als menschliche Toilette zu benutzen sei oder als Abfallbehälter.

    Guten Schwimm auch weiterhin!

  • Carmen Schreiber sagt:

    Es war einfach wunderbar, mein Hund hatte eine Menge Freude daran und das zählt. Für nächstes Jahr könnt ihr ruhig Eintritt verlangen, ich bin bereit dafür zu zahlen und es kommt dem Schwimmbad zugute. Ein Kiosk wäre an diesem Tag auch sehr profitabel und wenn die Ankündigung fürs nächste Jahr früher erfolgt, werden sicher viel mehr Besucher kommen. Schöne Grüße aus Neustadt von Carmen mit Mischling SAM :)

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