
Der Barneplatz war im Grunde schon lange fertiggestellt, auch wenn direkt nebenan die Baustelle am entstehenden Barnekreisel, der aktuell ein ehemaliges Verkehrsinseldreieck ersetzt, inzwischen Baustellenrekorde geknackt hat.
In der Vision der Planer sollte der Platz ein ganz neues Erscheinungsbild erhalten: Aus dem zugebaut wirkenden Areal, das streng nach Kraftfahrzeugverkehr und Fußgängern in getrennte Bereiche untergliedert war, sollte ein einheitliches Erlebnis werden. Der alte Platz wirkte nach heutigen Maßstäben verschlossen und eindeutig nicht mehr zeitgemäß.
In den 1960er Jahren, als der Barneplatz entstand, war die Separierung von Fußgängern vom rollenden Verkehr dagegen noch ganz modern gewesen. Nicht nur der Barneplatz, sondern das ganze Wunstorfer Barneviertel war in diesem Sinne geschaffen worden und gilt bis heute deshalb als ein typisches Beispiel dieser Bauepoche.
Vor zehn Jahren war jedoch ein neuer Versuch unternommen worden, den Barneplatz als zentralen Punkt des Viertels endlich zu modernisieren. Der Straßencharakter sollte verschwinden, auch ein Zebrastreifen, der früher mit einen Teil des Schulwegs gebildet hatte, fehlte nun in den neuen Plänen. 2019 wurden die Pläne konkret, und vier Jahre später konnte der neu entstandene Platz gefeiert werden.
Damit grenzte der Haupt-Fußgängerbereich nun erstmals direkt an die Fahrbahn des Platzes. Aber in der Praxis zeigte sich, dass es bauliche Probleme gab, die zu Nutzungsschwierigkeiten führten: Der Fußgängerbereich vor dem asiatischen Restaurant war mit einer Kante ausgestattet, die von Fußgängern und Radfahrern leicht übersehen werden konnte. Fußgänger stolperten, Radfahrer stürzten, weil sie die Kante im Pflaster des Platzes – Grau in Grau – nicht wahrgenommen hatten.

Deutlicher war die Kante aus Richtung Fahrbahnseite zu sehen – und das führte wiederum dazu, dass Autofahrer davon ausgingen, dass es sich bei dem Freiraum dazwischen um eine extra angelegte Parkbucht handelte – die Kante wirkte wie ein Bordstein. Das Resultat: Dieser Teil des Fußgängerwegs wird seitdem hartnäckig als Parkplatz genutzt.
In Wirklichkeit hatte die Kante nur die Funktion, das Platzgefälle auszugleichen, es war sozusagen nur eine Stufe im Gehbereich. Das schuf ganz neue rechtliche Probleme, denn die aufgestellten Halteverbotsschilder galten de jure nur für die Fahrbahn – zu der der Fußgängerbereich eben nicht gehört. Schmale Fahrzeuge, die nicht in die Gosse hineinragten, parkten nach der Straßenverkehrsordnung dort deshalb offenbar völlig legal – der Anschein eines Parkplatzes war real.

Nun aber ist scheinbar eine Lösung gefunden, nachdem zunächst nur an zusätzliche Fußgänger-Piktogramme auf dem Boden gedacht worden war: Nicht nur die Fahrbahn des neuen Barneplatzes ist jetzt komplett mit Fahrbahnrandmarkierungen versehen, auch die gefährliche Kante wurde ebenfalls gleich mit einem weißen Streifen deutlicher sichtbar gemacht.
Die neue Einheitlichkeit des Platzes, die Optik von einem einzigen großen Platzbereich, ist damit allerdings zerstört. Der Barneplatz wirkt nun wieder wie streng aufgeteilt in einen Fußgängerbereich und einen Fahrbahnbereich.

Und es gibt schon wieder neue Nebenwirkungen. Die „falsche Parkbucht“ sieht wirklich nicht mehr wie eine gewollte Parkbucht aus, der weiß eingezeichnete Fahrbahnrand verkleinert die Fläche in der Wahrnehmung zusätzlich.
Dafür ähnelt sie nun einem Fahrradweg. Wenn jetzt Radfahrer auf die Idee kommen, dass sie nur dort fahren sollen, und fälschlicherweise die Fahrbahn verlassen, fahren sie möglicherweise in der Barnekreiselkurve genau auf entgegenkommende Fußgänger zu.

Die durchgezogene weiße Linie als Fahrbahnbegrenzung funktioniert hingegen. Autos parken nun nicht mehr nur in der Parkbucht. Sie parken jetzt zusätzlich auch noch direkt auf der Fahrbahn im absoluten Halteverbot.
Na sicher ist die Markierung gut. Aber warum pinselt man die Stufe in der gleichen Farbe an wie die Fahrbahnmarkierung? Und wieso baut man die Fahrbahn nicht gleich in anderer Farbe, wenn hinterher doch wieder Linien drauf gemalt werden müssen? Bei Hubschrauberlandeplätze kann man ja mal ein Auge zudrücken. Aber die Barnestraße wirkt langsam, als würde Wunstorf da zum aller ersten Mal eine Straße bauen.
Der Zustand wird sowieso nicht von allzu langer Dauer sein. Wenn da erstmal täglich viele Schulbusse- (Elekro-Schulbusse sollen ja bis zu 20 Tonnen wiegen), Müllfahrzeuge, u.ä. über die Pflasterung fahren, wird schnell saniert werden müssen. Die Stadt Wunstorf hätte da auch von den Erfahrungen in der Oststadt (z.B. Saarstraße) lernen können: Nachdem man da in wenigen Jahrzehnten x-mal die roten Pflastersteine erneuert hat, wurde dort letztlich dann doch asphaltiert. Das einheitliche optische Erscheinungsbild, das man mit der gleichartigen Pflasterung von Fahrbahn und Barneplatz erreichen wollte, wurde durch die weißen Linien jetzt sowieso stark eingeschränkt.
Ach, herrlich! Der Stadtverwaltung fällt zum Glück immer wieder etwas Neues ein, womit sie sich blamieren kann. Es wird nie langweilig! Danke!
Zur Erinnerung: die Gesamtmaßnahme „Umbau Barneplatz“ besteht aus vier Bauabschnitten.
I. Optimierung Parkplatz An der Johanneskirche (notwendig zur Kompensation der wegfallenden Parkplätze im Bauabschnitt III)
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II. Erweiterungen des Parkplatzes für Kfz und Fahrräder im Osten des Barneplatzes (ebenfalls notwendig zur Kompensation wegfallender Parkplätze im Bauabschnitt III)
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III. Umbau Barneplatz und Barnestraße
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IV. Umbau der Abzweigung in einen Kreisel
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Dem interessierten Beobachter wird aufgefallen sein, mit dem Bauabschnitt I wurde noch gar nicht begonnen und die Verwaltung hat angekündigt dies bis auf Weiteres nicht zu tun, um den Anliegern eine „Verschnaufpause“ zu gönnen. Das ist besonders schlau. In Wunstorf reißt man erst die Parkplätze weg und baut erst später neue (oder nie?), statt erst wie ursprünglich geplant für Ersatz zu sorgen. Das hilft allen Anliegern und örtlichen Geschäften am meisten und nennt sich dann „Verkehrswende“. Und der Spaß soll im weiteren Verlauf der Barnestraße ja noch weitergehen und möglichst viele Parkplätze sollen weg. Ich bin beeindruckt!
In jeder normalen anderen wären die Verantwortlichen im Rathaus bereits entlassen worden, aber auch das klappt in Wunstorf nicht.
Der Barneplatz ist einfach nur noch eine hässliche Betonwüste. In Zeiten von Insektensterben und Klimawandel völlig unverständlich.
Das liest sich wie ein Aprilscherz
Ich würde noch mehr weiße Streifen aufmalen dann kann sich jeder selbst entscheiden ob er parken will oder Fahrrad fahren möchte und für Fußgänger ist bestimmt auch was dabei. Nicht ärgern, ist typisch für Wunstorf.
Viele Grüße
Was hat diese ganze Posse denn bereits gekostet ?
Vielleicht kann mal bei der Wunstorfer Stadtverwaltung angefragt werden, wie viel Steuergeld im Barne-Projekt schon verbuddelt wurde.
Danke schon mal.
Was mich demnächst beschäftigen wird, ist die Frage, wie es künftig um die Sicherheit von Kindern UND Autofahrern bestellt sein wird, wenn der Abschnitt vom/zum Kreisel wieder befahrbar sein wird? Die Kinder rennen unkontrolliert auf die Straße,es gibt keinen Schutz zwischen Spielgeräten und Straße. Als Autofahrer muß man dann höllisch aufpassen. Wie wird diese Situation bedacht und der Schutz aller „Beteiligten“ gewährleistet sein?
Im normalen Straßenverkehr könnten auch Kinder auf die STraße laufen. Vorsichtig muss man immer sein, das ist nichts neues.
Die älteren von uns kennen noch den Begriff Schildbürgerstreich. Typisch Wunstorf
hier scheint die Berichtserstattung ein wenig schwammig, Einige der augenscheinlich „Falschparkenden“ besitzen für den Bereich eine Berechtigung zum Parken, während der Bauzeit. Der grüne Zettel in der Windschutzscheibe ist im ersten Foto gut wahrnehmbar.
Grundsätzlich signalisieren durchgezogene Linien aber generell ein Parkverbot, für Führerschein beizende Personen sollte das nichts Neues sein.
Es ist und es bleibt ein überteuerter, sinnloser, nutzloser Mist und so typisch für das heutige Wunstorf, weil das irgendwelche Hanseln so wollten. Bescheidene Zukunft
..und der Ortsbürgermeister bringt den Menschen Verkehrsregeln bei?
Also ich kann bei der Neugestaltung gegenüber dem vorigen Gestaltungskonzept der 1960er Jahre keinerlei Vorteile erkennen. Okay, der Waschbeton ist etwas aus der Mode gekommen – man hätte also nur die Pflasterung und Umrandung der Blumenbeete erneuern müssen – und das zu einem kleinen Bruchteil der Kosten. Nein, man wählte den teuersten, Beton-brutalistischsten, klimafeindlichsten und für Verkehrstelnehmer verwirrendsten Weg.
Ich find’s mega gut – die Straßenführung und die weißen Linien erinnern mich an den Sportunterricht/Turnhalle in der Schule.
Dort gab es nämlich auch viele Linien in mehreren Farben für die verschiedenen Sportarten.
Vielleicht kann man ja hier noch etwas nacharbeiten und auf dem gesamten Platz verschiedene Linien aufmalen lassen?!?
„Der alte Platz wirkte (…) eindeutig nicht mehr zeitgemäß
.“ Ach was… und der neue Platz inklusive Kreisel in trostlosem Betongrau, ohne räumliche Zuordnung unterschiedlicher Bedürfnisse (Spielplatz direkt neben der Fahrbahn?) und entledigt von allen schattenspendenen Bäume und dringend benötigten Parkplätzen ist dann – zeitgemäß? WTF Wunstorf!
Man hat die Betonwüste aus den 70igern nur erneuert und wieder einmal mehr die Menschen vergessen die ihn sinnvoll nutzen könnten. Chance vertan. Aber wie man nun aktuell in der Leine-Zeitung lesen konnte, sind die entscheidenden Planer und Kommunalpolitiker nicht willens am Status Quo etwas zu verändern.Die Quittung erfolgt dann möglicherweise in 2026.Kommunalwahlen!
Treten Sie wieder an und kandidieren Sie 2026 für den Stadtrat?
Für alle, denen es nicht gefällt: Neustadt soll auch sehr schön sein.
Für alle Giselas: Hat man keine Argumente, dann kommt das „Argument“: Dann geh doch nach drüben.
Erbärmlich.
Wieso soll eine durchgezogene Linie als Verkehrszeichen (Zeichen 295) für Chaos sorgen? Das ist erst einmal unverständlich. Eine reißerische Überschrift. Dass es darüber im Zusammenhang mit der ebenfalls weiß markierten Schwelle (offensichtlich kein Verkehrszeichen!) Diskussionen gibt, ist zu berichten.
Im übrigen: Die optisch und fahrdynamisch wirksamen Aufpflasterungen sollten auch einmal gewürdigt werden. Viel Erfahrung konnte man damit bisher noch nicht sammeln, weil die Straße am Barneplatz nach kurzer Zeit wieder geschlossen wurde wegen der weiteren Baumaßnahme. Ich hatte damals das Gefühl, dass die Aufpflasterung „fahrdynamisch“ auch von hochmotorisierten PKW richtig ernst genommen wurde.
Auf mich wirken die ganzen baulichen Veränderungen, wie auch der ursprüngliche Umbau selbst, wie ein schlechter Scherz nach dem anderen. Ich bringe jeden morgen unsere Kinder zur Kita und überquere dabei mit ihnen die Barnestraße an dieser Stelle. Aktuell ist das noch relativ sicher, da der Durchgangsverkehr aufgrund der Baustelle noch über die Kleine Südheide drum herum geleitet wird. Ich bin aber mal gespannt wie sich die Situation entwickelt wenn der Kreisel erstmal fertiggestellt und die Straße wieder freigegeben ist. Kein Zebrastreifen, keine klare Fahrbahnbegrenzung (weiße Linien werden häufiger mal bewusst „übersehen“).. Von dem Sonnensegel fange ich erst gar nicht an.. Zudem wäre mal interessant ob die Stadt auch schon Ideen hat wie man den Barbeplatz generell etwas mehr beleben könnte. Viel mehr als die Besucher von 2-3 Restaurants oder Bars verweilen meiner Beobachtung nach nicht auf dem Platz. Vor dem Umbau gab es zumindest noch einen regelmäßigen Markt – gut, der ist möglicherweise nicht mehr so gefragt wie früher. Aber bislang habe ich nicht den Eindruck als hätte der Umbau irgendwas maßgebliches an der urbanen Verwüstung des Platzes geändert. Man korrigiere mich, sollte ich da irren. Wie einer meiner Vorredner schon sagte: Betonwüste.. Man hätte mehr Grün schaffen können. Bäume, Grünflächen, .. Mir erscheint es so als wäre hier nur unnötig Kohle verbrannt worden, mit einer vermeintlich gut gemeinten Verbesserung der Verkehrssituation – ob das am Ende wirklich so ist wird sich erst zeigen wenn der Kreisel fertig ist. Man darf gespannt sein..
Recherchiert man die Ergebnisse der einstigen Planung derer, die Fehlentscheidungen prägend dem Gesamtbild „Barne“ abgaben, ist das Ergebnis schier frevelhaft, ein Schlag gegen die Lebensqualität der Anwohner und eine Anzahl immenser Ausgaben, die sicherlich im sozialen Bereich und dienlich naturschutzrechtlicher Belange bessere Verwendung gefunden hätten
Es scheint aber leider keinen Stopp zu geben, was die Ausführenden aufgrund fehlender öffentlicher Proteste an Unmutsbekundungen leider zum Weitermachen auffordert.
Die Frage ist auch, warum höher gestellte Gremien nicht endlich eingreifen. Zumal derartige Fehlentscheidungen einer Rücknahmemöglichkeit entbehren.
In der Zeit, die in Wunstorf benötigt wird, einen völlig überflüssigen Kreisel zu bauen und den Platz in eine Betonwüste zu verwandeln, wird in China eine Autobahn rund um Shanghai gebaut.
Mein Gott ein absoluter Alptraum! Nun darf man garnicht drüber nachdenken , das die Fußgängerzone neu gemacht werden soll. Na dann !!!
Ich finde die Markierung gut. Ich war beim Fußwegecheck in der Barne dabei, und es war einer der Punkte, die wir uns gewünscht haben. Schön, dass dies rechtzeitig vor Ende der Baustelle gemacht wurde. So ist die Stufe für ältere Menschen wie mich besser sichtbar und sicherer.
Man kann sich über alles WTF-Gedanken machen, oder das einfach mal so stehen lassen: Genausogut könnte man meinen, auf der Insel im Kreisel werden demnächst Hubschrauber landen, weil dies aus der Luft wie ein Landeplatz wirkt.