
Im vielstimmigen Chor von Befürwortern, Skeptikern und Kritikern, die die Pläne kommentieren, drohen die Leisen, die Einzelkämpfer, mit ihren Meinungen unterzugehen. FDP-Mann Maurer hat seine Gedanken in einem Gastbeitrag zusammengefasst:
Äußerst sensibel müssen wir mit unseren Innenstädten umgehen. Der Online-Handel sorgt dafür, dass der Umsatz des Einzelhandels sich oft nicht mehr rechnet. Die Angestellten müssen angemessen entlohnt werden.
Gerade nach Sanierungen und Einschränkungen während der Bauphasen können große Leerstände wie in Lemgo beobachtet werden. Unsere heutige wirtschaftliche Lage macht es nicht besser.
Wir haben jetzt noch Glück: Wir sehen unsere Innenstadt mit den vielen gewachsenen Strukturen, die wir so mögen, wir sehen die schöne Beleuchtung, das eine oder andere Mäuerchen, die dicke Kuh, wir möchten nichts davon missen, wir fühlen uns wohl in dieser Innenstadt mit seinen Läden und seinen Markt-Tagen. Wir möchten, dass das bleibt.
Wir möchten, dass die Läden nicht aufgeben, und die Hausbesitzer ihre Mieter nicht verlieren. Wir sehen auch die große Unfallgefahr des Pflasters, die Stolperfallen und die offen liegenden Kabel bei Veranstaltungen. Wir wissen genau, dass bei zu erwartenden Extremwettersituationen Starkregen so nicht abfließen können wird.
Die Nöte des maroden Kanalsystems wurden von Fachbereichsleiterin Alexandra Perschel (aus der Stadtverwaltung; Anmerk. d. Red.) eindrucksvoll beschrieben. Nun sind die vorher auseinanderdriftenden Meinungsschläuche einander nähergekommen: Das Rathaus machte deutlich, dass jede Planungsänderung möglich ist. Es ist realistisch zu erwarten, dass all unsere vielen gewachsenen Strukturen, die schöne Beleuchtung, unsere Mäuerchen oder die dicke Kuh erhalten bleiben.
Die Vernunft scheint gesiegt zu haben, so dass die Auftragserteilung durchgewunken werden konnte. Gut möglich, dass manch ein Mandatsträger zu Recht angesichts der allzu spontanen Terminfestlegung auf die Auftragsvergabe mit einem deutlichen „Nein“ reagiert hat.
Die Antworten von Alexander Stockum (aus der Stadtverwaltung; Anmerk. d. Red.) auf die Fragen der Fraktionen weisen jedoch darauf hin, dass das Rathaus in den nächsten Monaten auf Vorschläge und Verfahren bei der Umsetzung der Planung nach intensiver Beratung im Arbeitskreis, in der nun eine offene Beteiligung vorgesehen wird, eingehen wird. Die Entscheidung liegt immer beim Rat der Stadt.
Dennoch wird ein weiterer Antrag auf ein Bürgerbegehren und einen Bürgerentscheid nicht noch einmal an juristischer Genauigkeit scheitern. Eine Beratung des Rathauses der Antragssteller wird dann nicht mehr nötig sein, die BI weiß jetzt Bescheid.
Die Leistungsphase „0“ wird lange genug dauern, so dass sich die Bürger unserer Stadt über die 6000 Unterschriften hinaus beteiligen können. Die Bürgerinitiative hat viel erreicht.
Korrektur: In einem der zurückliegenden Berichte hat die Auepost gemeldet, Ratsherr Klaus Maurer (FDP) habe im vertraulichen Teil der jüngsten Ratssitzung mit der CDU-Fraktion, der Vertreterin der Freien Wähler und der AfD gegen die Auftragsvergabe an ein Planungsbüro gestimmt. Diese Information ist nicht richtig.
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