Gemäl­de von Rudolf All­wardt

Der Hei­mat­ver­ein zeigt noch bis Ende Juni die Son­der­aus­stel­lung „Bil­der des Malers Rudolf All­wardt aus sei­ner Bokel­o­her Zeit”. All­wardt, ein „gesamt­deut­scher“ Land­schafts- und Por­trät­ma­ler, ver­ewig­te Schö­nes vom hohen Nor­den bis in den tie­fen Süden unter ande­rem in Öl – und mit­ten­drin auch die Ansich­ten rund ums Stein­hu­der Meer.

All­wardt-Radie­rung des alten Wunstorfs von 1948 | Foto: Hei­mat­ver­ein Wunstorf

Für Rudolf All­wardt (1902–1983) war die Stein­hu­der-Meer-Regi­on eine von fünf bedeu­ten­den Sta­tio­nen sei­ner Künst­ler­kar­rie­re. Neben Mal­chin, Mün­chen, Ober­bay­ern und dem Oden­wald leb­te der Land­schafts- und Por­trät­ma­ler auch 5 Jah­re in Bokel­oh und Wunstorf – und ver­ewig­te die hie­si­ge Regi­on in zahl­rei­chen Wer­ken. Zwi­schen 1945 und 1950 war das Calen­ber­ger Land für All­wardt Inspi­ra­ti­on und Motiv zugleich.

Info: Rudolf All­wardt
All­wardt wird 1902 in Mal­chin, einer Klein­stadt im heu­ti­gen Meck­len­burg-Vor­pom­mern, gebo­ren. Bereits als 16-Jäh­ri­ger stellt er in sei­ner Hei­mat­stadt ers­te Feder­zeich­nun­gen aus. Nach der 11. Klas­se geht er in die Leh­re als Buch­bin­der, wird spä­ter Gesel­le des Kunst­buch­bin­ders G. Kei­lig in Mün­chen. Mit 20 Jah­ren tritt er doch noch in die Fuß­stap­fen des Vaters, des Gym­na­si­al­pro­fes­sors Wil­helm All­wardt, indem er das Leh­rer­se­mi­nar in Lübt­he­en besucht. Doch schon 1923 zieht es ihn wie­der zur Kunst, er wird Mit­ar­bei­ter einer kunst­ge­werb­li­chen Mün­che­ner Werk­statt. All­wardt beginnt nun, mit Öl zu malen, arbei­tet neben­bei als Farb­ko­cher in einer Mün­che­ner Fabrik. 1926 macht er die Lei­den­schaft end­gül­tig zur Beru­fung und besucht kurz­zei­tig die Starn­ber­ger Schu­le unter Lei­tung von Egon Korn­mann. Sein Ate­lier rich­tet er im Jahr dar­auf in sei­ner Geburts­stadt ein und kann sich dank finan­zi­el­ler Unter­stüt­zung des Vaters in den fol­gen­den Jah­ren auto­di­dak­tisch ent­wi­ckeln. Bevor All­wardt ab den 50er Jah­ren in Ober­bay­ern und ab 1971 in Unter­fran­ken wirkt, macht er nach dem Zwei­ten Welt­krieg, in wel­chem er als Sol­dat dien­te, in Bokel­oh Sta­ti­on, dem Hei­mat­ort sei­ner Ehe­frau. Hier ent­ste­hen sei­ne schöns­ten Seen-Gemäl­de, aber auch die Ansich­ten von Wunstorf und Umge­bung.

Einen klei­nen Teil sei­nes Schaf­fens mit dem Schwer­punkt Wunstorf und Stein­hu­der Meer stellt der Hei­mat­ver­ein der­zeit aus. Der Groß­teil der Kunst­wer­ke aus die­ser Schaf­fens­pe­ri­ode befin­den sich im Besitz von All­wardts Toch­ter Regi­ne, die die Wer­ke zur Ver­fü­gung gestellt hat und per­sön­lich zur Eröff­nung aus Amberg ange­reist war, um das Erbe ihres Vaters leben­dig zu hal­ten.

Wer­ke wie­der­ver­eint

Eini­ge von All­wardts Wer­ken befin­den sich jedoch auch in Wunstor­fer Pri­vat­be­sitz – und wur­den teil­wei­se eben­falls für die Aus­stel­lung zur Ver­fü­gung gestellt. Somit sind vie­le von All­wardts Wunstorf-Bil­dern der­zeit wie­der an einem Ort ver­eint – und gestat­ten einen umfas­sen­den Ein­blick in die­se Zeit sei­nes Wir­kens. Eini­ge der gezeig­ten Bil­der ste­hen zum Ver­kauf.

Wunstorf mit Westaue in Öl, ca. 1950 | Foto: Hei­mat­ver­ein Wunstorf

Zum Träu­men schön

Der Stil All­wardts ist vom Impres­sio­nis­mus und der Roman­tik geprägt, oft durch­zo­gen von einer ganz eige­nen, sanf­ten Melan­cho­lie. Die schöns­ten Sei­ten von Wunstorf, rund um Auen­land­schaft und Stein­hu­der Meer, wer­den in den Bil­dern von Rudolf All­wardt dadurch auf eine ganz beson­de­re Wei­se leben­dig. Meist mal­te er auf klei­nen Lein­wän­den – über­wie­gend in Öl, aber auch Radie­run­gen und Holz­schnit­te schuf All­wardt.

Das Fas­zi­nie­ren­de für den Betrach­ter aus Wunstorf ist heu­te auch der Wie­der­erken­nungs­ef­fekt auf den his­to­ri­schen Ansich­ten, der Gegen­satz von Heu­te und Damals: Die Gemäl­de, Radie­run­gen und Schnit­te All­wardts zei­gen ein länd­li­ches, roman­ti­sches, gera­de­zu idea­li­sier­tes Wunstorf längst ver­gan­ge­ner Zei­ten in einer über­aus idyl­li­schen Form, und bil­den mit ihren her­aus­ste­chen­den Land­mar­ken doch über­aus Ver­trau­tes ab.

Noch bis zum 22. Juni kön­nen die Wer­ke von Rudolf All­wardt in der Aus­stel­lung des Hei­mat­ver­eins im Stadt­in­fo betrach­tet wer­den. Anläss­lich der Son­der­aus­stel­lung wur­den die Öff­nungs­zei­ten des Stadt­in­fos erwei­tert: Geöff­net ist nun auch mitt­wochs von 10.00 bis 12.00 Uhr und von 15.00 bis 17.00 Uhr.

Ter­mi­n­in­fo
Bis zum 22. Juni 2017
Mi 10–12/15–17, Do 14.30–17.00, Fr 10–12.30, Sa 10–14 Uhr
Ein­tritt frei
Stadt­in­fo im Rat­haus Wunstorf
heimatverein-wunstorf.de

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Andreas Balleier Fotografie

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