Nach Amazon-Plänen für Wunstorf

CDU-Ortsverbände fordern neues Verkehrskonzept

Auch die Kolenfelder und Luther CDU sehen die zu erwartenden Folgen einer Amazon-Niederlassung in Wunstorf. Statt E-Auto-Pflicht und runden Tischen wird jedoch eine Überplanung des Gewerbegebiets mit einem neuen Verkehrskonzept vorgeschlagen.

Lagerhaus an der Adolf-Oesterheld-Straße
Noch wirkt die Adolf-Oes­ter­held-Stra­ße wie aus­ge­stor­ben. Das wür­de sich schlag­ar­tig ändern, wenn Ama­zon sein Paket­zen­trum im ehe­ma­li­gen Lidl-Lager (rechts) in Betrieb nimmt | Foto: Dani­el Schnei­der

Luthe/Kolenfeld (red). Die CDU-Orts­ver­bän­de in Luthe und Kolen­feld stel­len das Recht von Ama­zon, sich in Wunstorf anzu­sie­deln, nicht in Fra­ge. Die bekannt­ge­wor­de­nen Plä­ne des Online­rie­sen, in Luthe dem­nächst ein Paket­zen­trum zu betrei­ben, sol­len jedoch der Anlass sein, das Gewer­be­ge­biet noch ein­mal neu zu den­ken.

Kolenfelder kämen nicht mehr in die Kernstadt

Auch bei der CDU geht man von 110 Klein­trans­por­tern mit knapp 900 Fahr­be­we­gun­gen pro Tag plus Anlie­fer­ver­kehr mit vie­len Last­wa­gen plus Pri­vat­fahr­zeug­ver­kehr der Beleg­schaft aus. Der Ver­kehr wür­de dem­nach sowohl über die B 441 über den Anschluss Luthe als auch über die L 392 über Kolen­feld zur Auto­bahn füh­ren. Zum Ama­zon-Ver­kehr käme in nächs­ter Zeit aber auch noch der Lie­fer­ver­kehr der Fir­ma Havi, einem Sys­tem­gas­tro­no­mie­ver­sor­ger, hin­zu. Die Auto­bahn­auf­fahrt in Luthe sei zu Stoß­zei­ten schon heu­te über­las­tet, Glei­ches wäre dann für Kolen­feld zu erwar­ten.

Für Luthe wür­de das eine uner­träg­li­che Belas­tung mit zeit­wei­li­gem Still­stand im Orts­kern bedeu­ten, für Kolen­feld rech­net man mit nicht mehr akzep­ta­blen Stand­zei­ten an der Ein­mün­dung von der Adolf-Oes­ter­held-Stra­ße zur L 392. Die Kolen­fel­der wür­den fast kei­ne Mög­lich­keit mehr haben, aus Kolen­feld her­aus Rich­tung Wunstorf abzu­bie­gen.

Neues Verkehrskonzept nötig

Das bis­he­ri­ge Ver­kehrs­kon­zept, erst die Betrie­be anzu­sie­deln und danach die nöti­ge Infra­struk­tur zu bau­en, sei auf­grund der künf­ti­gen Ver­kehrs­la­ge nicht mehr umsetz­bar. Sobald Stra­ßen­bau­ar­bei­ten anstün­den, wür­de es zu einem Ver­kehrs­cha­os kom­men. Ein Krei­sel­bau wie jetzt an der Adolf-Oes­ter­held-Stra­ße wür­de zu mona­te­lan­gen Pro­ble­men füh­ren.

Kreiselbaustelle Adolf-Oesterheld-Szraße
Ad-hoc-Bau­stel­len wie der­zeit an der Ecke Albert-Ein­stein-Stra­ße wären dann nicht mehr mög­lich, sagen die Orts­ver­bän­de | Foto: Dani­el Schnei­der

Forderungen

Auch die CDU-Orts­ver­bän­de Kolen­feld und Luthe for­mu­lie­ren daher kon­kre­te For­de­run­gen in Anbe­tracht der auf Wunstorf zukom­men­den neu­en Her­aus­for­de­run­gen rund um das Gewer­be­ge­biet:

• Aus­bau der Adolf-Oesterheld.Straße bis zur L 392 und drin­gen­den Bau der Krei­sel auf bei­den Sei­ten des Kanals.
• Erneu­te Über­pla­nung des Gewer­be­ge­bie­tes, weg vom Schwer­punkt Logis­tik
• Fahr­rad­we­ge in/durch/um das Gewer­be­ge­biet, da sie kein Luxus, son­dern für Anwohner/Beschäftigte not­wen­dig sind.
• Eine Ableh­nung von Ama­zon wäre nur in wirk­lich gut begrün­de­ten Fäl­len mög­lich, es herrscht Ver­trags­frei­heit und der Wil­le von Ama­zon, sich irgend­wo anzu­sie­deln, ist nicht zu bean­stan­den.
• Auch die Dis­kus­si­on z. B. bei Syn­creon bedeu­tet, dass es dort einen viel­leicht uner­war­te­ten und ver­meint­lich unbe­que­men Nach­mie­ter geben könn­te. In jedem Fall muss erst die Infra­struk­tur geschaf­fen wer­den, bevor man wei­te­re Betrie­be ansie­delt.

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8 Kommentare
  1. Uwe Kampe sagt

    Nicht for­dern, son­dern tun. so schnell wie mög­lich.

  2. Marco Oststadtkompanie Waschk sagt

    Hier wird immer gepennt, über­all sind Gewer­be­flä­chen zu ver­kau­fen und wenn dann gebaut wird schrei­en alle. Natür­lich müs­sen die Stra­ßen vor­her aus­ge­baut wer­den wenn Flä­chen für Gewer­be vor­ge­se­hen wird. Hier wird nicht rich­tig geplant und das Cha­os ist klar.

  3. Marc Domke sagt

    Bei Lidl gab es also noch kei­ne Ver­kehr 😉

  4. Frank Dahnke sagt

    Seid froh das sie kom­men, so schnell kann es auch wie­der vor­bei sein, sie­he sin­creon

  5. Marc Schaper sagt

    Ins­ge­samt 4 Krei­sel (!), vom Orts­aus­gang Wunstorf bis zur Abzwei­gung Kolen­feld, sol­len es am Ende sein – das ist ja wohl ein Scherz!

  6. Basti g. sagt

    Ich fin­de die Stadt soll­te dies­mal ganz schnell reagie­ren und stras­sen­bau­auf­trä­ge ver­ge­ben bevor die gan­zen Fir­men aus­ge­bucht sind und dann kann es los­ge­hen mit Amazon,havi, usw. Die­se Fir­men wer­den ja auch hier Gewer­be­steu­er zah­len und Arbeits­plät­ze ( hof­fe ohne Sub­ven­tio­nen) schaf­fen

  7. Georg Braunroth ,C D U Butteramt sagt

    Georg „grantelt“dagegen
    Die Fa. AMA­ZON mag zwar welt­weit die „Größte“sein.zahlt aber auch welt­weit nir­gends Steu­ern oder Abga­ben.
    Wenn in Wunstorf ein Aus­lie­fe­rungs­le­ger ‚das sich wegen -leer­stan­des- anbie­tet ‚über­nom­men wird, wer­den das Aus­lie­fer­fir­men sein„die nir­gends zuge­ord­net wer­den kön­nen, und die wie­der­um Ein­zel­be­trie­be aus dem euro­päi­schem Ost­block beauf­tra­gen ‚die als 1-Mann Fir­ma sel­ber fah­ren ‚oder Fah­rer zu Min­derst – Min­dest­löh­nen beschäf­ti­gen. Mit Steu­er­ein­nah­men kann die Stadt Wunstorf kaum rech­nen, wird sich aber um die Ver­kehrs­lo­gis­tik küm­mern müs­sen ‚und die­se Aus­ga­ben wahr­schein­lich auch sel­ber tra­gen müs­sen.
    Mit gut­be­zahl­ten Arbeits­plät­zen ist nicht zu rech­nen, aber mit immensen Kos­ten für eine bes­se­re Ver­kehrs­füh­rung. Da die Fa. AMA­ZON in Garb­sen ein rie­si­ges Lager für Fern­ge­schäf­te baut, ist damit zu rech­nen
    ‚das von Wunstorf aus ‚stern­för­mig nur AUS­LIE­FE­RUN­GEN IN kLEIN­LIE­FER­WA­GEN erfol­gen, die kaum über Auto­bah­nen aus­ge­führt wer­den ‚son­dern die den Bal­lungs­raum Han­no­ver plus 100 km ver­sor­gen

  8. Georg Braunroth ,C D U Butteramt sagt

    zu mei­nem Kom­men­tar : Und wenn ‚dann nur mit Nord­um­ge­hung

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