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Drei gegen einen: Grüne und FDP unterstützen Pavel gegen Piellusch

14.03.2026 • Achim Süß • 6 Min.Kommentare: 12

Keine Koalition, keine Gruppe, keine „Ehe“, aber: CDU, Grüne und FDP agieren nun gemeinsam. Martin Pavel soll Bürgermeister, Carsten Piellusch abgelöst werden. Dem SPD-Mann und seiner Partei werfen sie Arroganz und undemokratisches Verhalten vor. Von Jamaika möchten sie nicht sprechen, aber von vielen gemeinsamen Zielen, komprimiert in der „Steinhuder Vereinbarung“.

14.03.2026
Achim Süß
6 Min.
Gruppenbild mit Symbolkraft: Martin Pavel (2.v.l.) soll das Steuer übernehmen. Daniel Farnung, Anne Dalig, Reinhard Hüttermann (v. l.) | Foto: Süß

Wunstorf (as). Getrennt marschieren, vereint schlagen. Das ist das Motto von CDU, Grünen und FDP sechs Monate vor der Kommunalwahl. Ihre Sprecher nehmen den Ausspruch von Helmuth von Moltke zwar nicht in den Mund, ihre Strategie entspricht aber dem Vorgehen des preußischen Generals im Deutsch-Deutschen Krieg. Eigenständig und ohne „sklavisches Bündnis“ wollen die drei Lager den Politik- und Stilwechsel im Wunstorfer Rathaus erreichen. Ob daraus später ein Bündnis oder eine Koalition wird, lassen sie offen.

Eindeutig und klar definiert sind dagegen die Nahziele. Erste Priorität: Carsten Piellusch soll nicht als Chef des Rathauses am Ende seiner ersten Amtszeit in eine zweite gehen. Der dann 60-jährige Sozialdemokrat würde das Amt wegen der Gesetzesänderung von 2025 acht Jahre lang ausüben. Bürgermeister und damit Chef der Stadtverwaltung soll nach den Vorstellungen der drei Parteien Martin Pavel werden. Der Vorsitzende der Wunstorfer CDU und Ratsherr wäre beim Amtsantritt im November 41 Jahre alt.

Grüne Handschrift

Mehr als eineinhalb Stunden lang haben führende Repräsentanten der drei Parteien am Mittwoch in Schweer’s Aalräucherei die Entstehung ihres Zweckbündnisses geschildert und die „Steinhuder Vereinbarung“ präsentiert. Das 12-seitige Papier stammt in den Grundzügen von Reinhard Hüttermann von den Grünen. Es nennt kurz- und langfristige Ziele, für die CDU, Grüne und FDP gemeinsam im Rat und im Wahlkampf eintreten wollen.

Wichtige Projekte des Zweckbündnisses sind: Ein „Mobilitätshub“ am Nordwall, also ein Knotenpunkt für nachhaltige und vernetzte Mobilität, der den Umstieg zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln erleichtert und zusätzlichen Service wie Ladepunkte bietet – Steinhude soll vor der „Autoflut“ geschützt, das Meer gründlich entschlammt werden – Parkplätze sollen reduziert und entsiegelt werden – Sozialwohnungen entstehen – das Vion-Gelände mit Nachdruck entwickelt werden – der Grüngürtel an der Aue gesichert und gestaltet werden – die Fußgängerzone behutsam und materialschonend repariert werden unter Mitwirkung der Bürger – die Stadtverwaltung modernisiert und digitalisiert werden. Mit der AfD soll es keine Zusammenarbeit geben.

Parkplätze prüfen – Wohnungen bauen

Die Vereinbarung listet folgende Themen und Projekte auf, jeweils mit ausführlichen Prologen versehen:

Mobilität: Das Radwegekonzept des Rates soll kurzfristig verwirklicht, „Carsharing“ von der Stadt gefördert, der „Autoflut“ in Steinhude Einhalt geboten und ein zentraler „Mobilitätshub“ am Nordwall geprüft werden. Sollte eine Initiative die Steinhuder Meer-Bahn reaktivieren wollen, soll die Stadt aktiv unterstützen.

Flächenentsiegelung: Der gesetzlichen Verpflichtung zum Klimaschutz entsprechend, soll geprüft werden, wo Parkplätze zurückgebaut oder entsiegelt werden können.

Bezahlbares Wohnen: Sozialer Wohnungsbau sei in Wunstorf rückläufig oder „findet gar nicht statt“. Deshalb sollen „mit hoher Priorität“ zum Beispiel das Vion- und das Kettler-Gelände für Miet- und Sozialwohnbau erschlossen und Baulücken geschlossen werden. Wenn auf der „grünen Wiese“ gebaut werde, dann nur, um Miet- und Wohnbau zu realisieren. Vorbehalt: Grüne Wiesen sollen erst dann bebaut werden, wenn die Möglichkeiten des Vion-Geländes erschöpft seien.

Biodiversität: Eine Strategie für Grün in der Stadt, Grünflächenpflege und Baubetriebshof soll dem Verlust der Artenvielfalt entgegenwirken. Die Qualifikation der städtischen Klimaschutzmanagerin soll unter dem Aspekt der Diversität geprüft, eventuell ein Experte oder eine Expertin eingestellt werden. An der Nordumgehung oder an Bushaltestellen sollen ebenso wie auf Schulhöfen naturnahe Gestaltungen verwirklicht werden. Fassaden- und Dachbegrünungen sollen gefördert werden.

Grünes Herzstück schützen

Grünflächen und Naherholung: Der Grüngürtel entlang der Alten Südaue mit dem Jahn-Platz soll als „grünes Herzstück“ der Kernstadt in den Blick genommen werden. Der Bereich von früherem Freibad und Sportplatz soll zu einem Naherholungsraum aufgewertet werden. Der Ratsbeschluss, wonach das Freibadgelände moderat bebaut werden darf, der Jahnplatz nicht und die Aue renaturiert wird, soll aufrechterhalten werden.

Steinhuder Meer: „Die Stadt muss Druck ausüben“ auf die Region Hannover und den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), heißt es im Papier. Es gehe um die Entschlammung, Die Stellungnahme der Stadt sei eine „hervorragende Grundlage“.

Energiewende und Bürgerbeteiligung: Die Stadt soll ein eigenes Energiemanagement für ihre Einrichtungen gründen und ihre Gebäude mit Solarzellen ausrüsten. Städtische Dachflächen sollen zur Nutzung von Photovoltaik bereitgestellt werden. Wer privat in diese Technik investieren will, soll unterstützt werden.

Sanierung mit Augenmaß

Innenstadt und Sanierung: „Wir betrachten den Erhalt der Fußgängerzone als wesentlicher Bestandteil der Innenstadt für notwendig“, ist zu lesen. „Erhaltungsmaßnahmen sollen mit Augenmaß und mit Bürgerbeteiligung erfolgen.“ Erhaltungsarbeiten beschränkt werden und folgendes berücksichtigen: „Im Sinne eines nachhaltigen Umgangs mit Baustoffen (graue Energie) ist zu prüfen, ob der vorhandene Belag nicht aufgenommen und neu (barrierefrei) verlegt werden kann.“ Leitungen sollen saniert werden, wo es nötig ist. Es sollte „mehr Grün untergebracht werden“, um der Klimakatastrophe zu begegnen. Bäume sollen nicht gefällt werden, Wochenmarkt und Veranstaltungsbereich erhalten bleiben. Die Gewerbetreibenden seien in die Planungen einzubeziehen. „Auf gar keinen Fall darf es durch langjährige Bautätigkeit zu Geschäftsverlusten kommen.“ Ein Hilfsfonds für Gewerbetreibende sollte eingerichtet werden.
Wirtschaft: In diesem Bereich heißt es unter anderem: Die Wirtschaftsförderung der Stadt soll so ausgerichtet werden, dass Unternehmen ermutigt werden, in erneuerbare Energien und andere klimafreundliche Technologien zu investieren. Das Repair-Café im Haus der Vielfalt soll finanziell unterstützt werden, um Öffnungszeiten und Personalbestand zu erhöhen.

Schwarze Null kein Muss

Finanzen: Wichtige Zukunftsaufgaben wie ein Konzept für Biodiversität soll trotz der angespannten Haushaltslage und der Verschuldung nicht der Streichung zum Opfer fallen. Also: „Keine zwanghafte schwarze Null – Investitionen wo notwendig, aber mit Augenmaß.

Bildung: Die Umsetzung der Ganztagsschule müsse beschleunigt, der Ausbau der Paul-Moor-Schule unterstützt werden. Die Stadt müsse „entschlossener bei der Region, die für diese Schule die Verantwortung trage, auf schnelle Umsetzung dringen. Der Bürgermeister müsse regelmäßig zu Gesprächen in die Schulen gehen.

Bürgerbeteiligung stärken

Bürgerbeteiligung: „Das Thema Bürgerbeteiligung hat in letzter Zeit zu sehr viel Unmut in der Stadtgesellschaft geführt“, heißt es im Papier. Die Bürger hätten den Eindruck, dass sie nicht ausreichend an den Entscheidungsfindungsprozessen beteiligt werden. „Dem stimmen wir zu“, erklären FDP, Grüne und CDU. Es finde zwar eine Bürgerbeteiligung statt, aber es sei nicht nachvollziehbar, ob und wie Vorschläge aus solchen Beteiligungen Eingang in finale Entscheidungen finden. Wirksame Mitwirkungsangebote seien nötig: Die Installation eines Bürgerrates sei zu prüfen, ebenso die Bereitstellung eines projektbezogenen Bürgerbudgets. Dem Jugendparlament müsse ein Budget zugebilligt werden. Rats- und Ausschusssitzungen sollen auch hybrid durchgeführt werden: Um die Beteiligung der Bürger an der „Verwaltungs- und Politikarbeit“ zu verbessern, sollen Rats- und Ausschusssitzungen im Internet zugänglich sein.

Verwaltung: Das Papier fordert, dass sich Bürger informieren können, welche Initiativen von wem eingebracht wurden und in welchem Status sie sich befinden. Das erhöhe die Transparenz und „damit wahrscheinlich die Akzeptanz beim Bürger“. „Veraltete Strukturen“ sollen aufgebrochen, Investitionen in IT-Infrastruktur, Personal und Digitalisierung müssten geprüft werden.

Soziales: Bezahlbares Wohnen, vor allem Sozialwohnungen, langfristige Unterstützung der Jugendeinrichtungen wie Kurze Wege, Bauhof-Verein, Stadtjugendring und Musikschule werden als wesentliche Aspekte kommunaler Sozialarbeit genannt. Für „alle in Steinhude und in der Kernstadt“ werden öffentliche Toiletten gefordert. In der Stadtplanung sei die „Abkehr vom Adultismus“ nötig.

Adultismus bezeichnet Vorurteile gegenüber einer Person oder einer Personengruppe aus Gründen des geringeren Alters.

Ziel sei die kinderfreundliche Kommune.

Tempo 30 in Nebenstraßen

Öffentliche Sicherheit: Die Stressresilienz in der Verwaltung soll überprüft, ein Konzept zur Klimafolgeanpassung erstellt werden. Der Ausbau des Zivilschutzes müsse ernst genommen werden: „Benötigen wir Schutzräume gegen Kriegseinflüsse und Hitzeeinwirkung? Die Vorsorgeinfrastruktur müsse ebenfalls ausgebaut werden: mehr Warnsysteme, redundante Stromversorgung und Kommunikationssysteme.

Grundsätzliches: Nebenstraßen im kommunalen Besitz sollen zu Tempo-30-Zonen werden, wenn von Anliegern gewünscht und der Polizei befürwortet, Baumfällungen im öffentlichen Bereich sollen vermieden werden.

Knapp, aber eindeutig der letzte Punkt des Papiers: „Keine Zusammenarbeit/Absprachen mit der AfD“.

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Kommentare


  • centrodelmargine sagt:

    Dank für die ausführliche Darstellung der „Steinhuder Vereinbarung“, die ich bisher nirgends sonst gefunden habe.

    Anmerkung: Mit dem erwähnten Krieg des genialen Strategen Moltke ist wahrscheinlich der Deutsche Krieg (genauer: Preußisch-Deutscher Krieg von 1866) gemeint.

  • centrodelmargine sagt:

    Nachtrag: Die Bezeichnung Deutsch-deutscher Krieg existiert ebenfalls.

  • Radost sagt:

    Wenn man die aktuellen Vorschläge zusammenliest, entsteht vor allem ein Eindruck: viel Symbolpolitik, wenig nachvollziehbare Wirkung.

    Am Nordwall werden Parkplätze inzwischen ganz real zurückgebaut und entsiegelt. Das ist keine Theorie mehr, sondern bereits sichtbar. Gleichzeitig tauchen an anderer Stelle Ideen wie große Parkdecks auf, während die politische Debatte mit Begriffen wie Aufenthaltsqualität oder Hitzevorsorge aufgeladen wird. Da fragt man sich schon, ob es hier noch um sinnvolle Stadtplanung geht oder nur noch darum, wer am schnellsten die meisten Parkplätze beseitigt.

    Hinzu kommt eine weitere Frage: Von welcher „Aufenthaltsqualität“ ist hier eigentlich die Rede?

    Eine Innenstadt lebt nicht von Schlagworten, sondern davon, dass Menschen sie im Alltag tatsächlich nutzen können – zum Einkaufen, für Erledigungen, für Gastronomie, für Begegnung. Wenn man gleichzeitig Erreichbarkeit erschwert, Parkplätze abbaut und damit die praktische Nutzbarkeit schwächt, dann bleibt von der behaupteten Aufenthaltsqualität am Ende womöglich nur noch eine hübsch formulierte Leerformel übrig.

    Für viele Bürger wirkt das nicht wie ein schlüssiges Konzept, sondern wie Aktionismus. Da werden Flächen aufgerissen, Strukturen verändert und neue Ideen präsentiert, ohne dass klar wird, welchen praktischen Nutzen das am Ende haben soll. Dass man nun sogar mit Hitzeschutzräumen und ähnlichen Konstruktionen arbeitet, macht den Eindruck eher noch absurder als überzeugender.

    Die eigentliche Frage wäre doch: Wie soll die Innenstadt künftig funktionieren – erreichbar, nutzbar und sinnvoll gestaltet? Stattdessen hat man zunehmend den Eindruck, dass hier unter großen Schlagworten Maßnahmen betrieben werden, deren realer Nutzen für die Bürger kaum erkennbar ist.

  • Torben sagt:

    Wem außer mir fällt auch auf, dass die CDU / FDP identische Ziele wie Rot/Grün verfolgt, mit dem einzigen Unterschied, diese Ziele nun umso verstärkter umzusetzen und diesen Umstand als Vorteil zu verpacken?

    • Leonard sagt:

      Korrekt! Die Unterstützung der Grünen hat Herrn Pavel wohl einiges gekostet. Eher Wahlkampf. Umgesetzt wird nichts. Herr Pavel wird die Politik von Eberhardt fortsetzen.

      • Reinhard Hüttermann sagt:

        Herr Pavel unterstützt nicht die Grünen. Die Grünen sprechen eine Wahlempfehlung zu gunsten des Bürgermeisterkandidaten Martin Pavel aus. Das u. a. deshalb, weil er zugesagt hat, die in der Kooperationsvereinbarung formulierten Projekte mit Engagement zu unterstützen. Und was davon umgesetzt wird hängt auch von ihrer Stimmabgabe ab: Mit jeder Stimme für die Grünen wächst die Wahrscheinlichkeit, dass es auch umgesetzt wird. Aber das wollen sie wahrscheinlich gar nicht. Hier geht es eher um Stimmungsmache, wobei unklar ist wofür/wogegen.

  • Gerd Senpff sagt:

    Liebe Auepost,
    sind wir in Wunstorf bereits an dem Punkt angekommen, an dem man Vergleiche mit Kriegen heranziehen muss? Diese Rhetorik finde ich für einen Kommunalwahlkampf wirklich unangemessen.

    Die Themen finde ich insgesamt gut, möchte aber insbesondere zu der Parkplatzthematik anmerken, dass in der Speckenstraße hinter den Geschäften, bei Woolworth beispielsweise, immer Parkplätze zu kriegen sind, weil diese durch die Parkplatzmafia bewirtschaftet werden. 2 Minuten zu spät und man bekommt einen Brief mit 50€ Vertragsstrafe. Wenn die Werbegemeinschaft sich wirklich für kundenfreundliches Parken einsetzen möchte, dann sollte da Frei Parken sein. Ohne Parkplatzmafia. Das ist ein Thema, an dem die Werbegemeinschaft liefern muss, um ernsthaft die Forderung nach Parkraum stellen zu können.
    Das sich unser Kandidat Herr Pavel diesen Punkten annimmt, erwarte ich als CDU-Mitglied ernsthaft.

  • Badke, Heinz-Dieter sagt:

    Wunstorf wird politischen Eitelkeiten und weiterhin dem zeitgeistigen Unsinn geopfert. Die komprimierte Steinhuder Vereinbarung weist dieses sogar eindeutig aus. Man kann auch deshalb erahnen, was auf Wunstorf noch schlimmeres zukommt bei entsprechender Ausdeutung einer nicht komprimierten Fassung der Vereinbarung.
    Wunstorf wird immer weniger funktionieren. Egal, wer Bürgermeister bleibt oder neu wird.
    Das Großteil der braven Wähler wird es bei der Wahl schwer haben. Der Name der beiden Bürgermeisteraspiranten beginnt jeweils mit dem Buchstaben P.

  • Wunni sagt:

    Na, wenn sich der CDU-Mann Pavel vor diesen grünen Wagen spannen lässt, dann scheint es ihm, ebenso wie dem jetzigen Amtsinhaber, scheinbar nur um ‚die Macht‘ zu gehen. Dass die Grünen ihm im Zweifelsfall die Unterstützung versagen, hat man ja kürzlich erst in der Ratsabstimmung zur Beauftragung des Planungsbüros für die Innenstadtsanierung gesehen. Auch Pavel soll nun die Verdrängung des Automobils aus Wunstorf vorantreiben, wie im Artikel beschrieben „Parkplätze sollen reduziert und entsiegelt werden“ und möglichst überall Tempo-30 gelten. Das ist schon grotesk, da es für viele Leute, insbesondere in den Ortsteilen, keine sinnvolle Alternative zum PKW gibt. Die Busverbindungen in einige Ortsteile sind so ausgedünnt, dass noch nicht mal die Schüler zu allen Schulen planmäßig befördert werden. Wie sollen dann, insbesondere Alte, Schwache/Behinderte, usw. nach Wunstorf kommen um ihre Erledigungen (Einkäufe, Arztbesuche, etc.) zu machen? Bei jedem Wetter, Tages- und Jahreszeit mit dem Fahrrad dorthin fahren um dann ihre Getränkekisten, etc da aufzuladen? Letztlich werden sich die Leute dann eher zu den Nachbargemeinden orientieren, da man da hinreichen Parkraum hat, teils auch in der Innenstade kostenlos parken kann (Brötchentaste am Parkautomat,..), usw. Ich habe das Gefühl, dass so Wunstorf sich immer mehr selber abschaffen soll. Mal sehen wie sich der Wähler (gn*) bei der Kommunalwahl demnächst dazu verhält.

    • Gerhard sagt:

      Brötchentaste, um Getränkekisten zu schleppen?
      Die Getränkekiste kauf ich doch eher im Supermarkt oder Getränkemarkt.
      Die Region Hannover insgesamt hat eins der besten ÖPN-Netze deutschlandweit.
      Zeigen Sie mir mal ein Kaff im Landkreis Schaumburg, Nienburg, Celle oder Hildesheim, das so gut angebunden ist mit Linienverkehr und einem On-Demand-System.

      • Wunni sagt:

        Wer es falsch verstehen will, dem kann man nicht helfen. Die „Brötchentaste“ am Parkscheinautomat gibt es beispielsweise in NRÜ, womit man dann eine halbe Stunde in der Innenstadt kostenlos parken kann, um kurze Erledigungen zu machen – während man in Wunstorf entweder sofort voll zur Kasse gebeten wird – oder erstmal fast einen Kilometer laufen muss. Das Getränkekisten- oder ‚Großeinkauf‘-Transportproblem in die Ortsteile ohne Auto ergibt sich ohnehin. Dafür ist man auch in Wunstorf weitestgehend auf ein PKW angewiesen. Da jetzt überall möglichst die Autos zu auszusperren oder zu vergrämen – reduziert die Lebensqualität hier erheblich. Und das „On-Demand-System“ (aka „Sprinti“) funktioniert meist auch nicht richtig. Oft heißt es, der Bus wäre schon von wem anders gebucht worden, oder man muss sehr lange warten, oder der Transportwunsch ist außerhalb der Betriebszeit. Wenn man weiß, dass der ÖPNV hier – wie auch in anderen Gemeinden der Region und insbesondere in die kleineren Ortsteile – größtenteils unzumutbar schlecht ist, dann verhindert man auch nicht den PKW-Verkehr. Das kann man versuchen, aber so wird man sicherlich keine Mehrheiten bei einer Kommunalwahl kriegen – möglicherweise noch nicht mal mit einem angestrebten Mitte-Links Jamaika-Bündnis.

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