
Wunstorf (red). In der zurückliegenden Woche waren in der Wunstorfer Fußgängerzone, in der Nordstraße, mehrere Bäume in Reihe gefällt worden. Damit ist der nördlichste Bereich der Fußgängerzone nun vollständig ohne Grün. Während des Fußgängerzonen-Infoabends war dies publik geworden und hatte entsprechenden Unmut erregt.
Die Bäume waren von der Stadt selbst gefällt worden, um Bauarbeiten an der nun entstehenden dortigen Baustelle zu ermöglichen. In der kommenden Zeit wird an der Ecke zur Speckenstraße ein Häuserensemble im historisierenden Stil neu errichtet.
Die Wunstorfer Grünen kritisieren nun die Stadtverwaltung für ihr Vorgehen. Die Bauverwaltung habe eigenmächtig gehandelt: „Überraschend mussten wir zum wiederholten Male feststellen, dass im Zuge der Umbaumaßnahmen in der Nordstraße schon mal 3 Bäume vorsorglich gefällt wurden.“ Die Begründung ist die bereits bekannte: Die Bäume stünden dem geplanten Bauprojekt im Wege und müssten daher weichen.
„Diese Vorgehensweise der Verwaltung ist signifikant: Immer wird zuallererst einmal alles Grüne entsorgt“, sagt Grünen-Vorstandsmitglied Anne Dalig. „Macht es sich die Verwaltung mit der Genehmigung nicht zu einfach? Warum findet in Wunstorf keine Planung mit Bäumen statt, sondern es wird grundsätzlich der einfache Weg gewählt? Abholzen und fertig.“
Die Auskunft, dass nach Abschluss der Baumaßnahme die Bäume neu gepflanzt werden, sei fadenscheinig und „einfach falsch“. Es zeige, dass die Verantwortlichen immer noch nicht verstanden hätten, was durch das Abholzen eines Baumes verloren ginge und dass durch Neupflanzen eines Baumes erst nach 10 oder 20 Jahren wieder erreicht werden könne: Ein Schattenspender, Staubfilter und CO2-Senker werde entfernt. Sollten die gefällten Bäume als Brennholz weiterverwendet werden, würden sie sogar noch zur CO2-Quelle werden.
In den immer heißer werdenden Zeiten müsse gerade in Innenstädten viel für eine Abkühlung getan werden, so die Grünen. Bäume abzuholzen sei der falsche Weg. „Da können Sonnensegel und Wasserbecken nur eine zusätzliche Maßnahme sein, nie ein Ersatz“, lautet die Anspielung auf eine Überbrückungsmaßnahme am Barneplatz. Klimaschutz sei mehr als ein medienwirksames Wort, man müsse ihn wollen und dann danach handeln.
Einen Dank an die Grünen, diesem Baumfrevel auch entgegenzuwirken. Die Verantwortlichen sollen zur Rechenschaft gezogen werden, denn dieses Treiben muss gestoppt werden.
Wie vielerlei Baumfällungen gesunder Bäume in und um Wunstorf zeigen, entbehren diesen Handlungen Grundlagen.
Hier wird nachweislich in Eigenregie gehandelt, schier unbegreiflich und nicht umweltkonform.
Über diese Maßnahme hätte die UNB vorab informiert werden müssen und diese genehmigen müssen. Diese Genehmigung liegt offenbar nicht vor. Außerdem wurde der Naturschutzbeauftragte vorab nicht informiert und dazu befragt. Wann und wo ist dazu eine Ersatzmaßme geplant, aber bitte innerhalb der Stadt.
Wieder ein Negativbeispiel für den Umweltschutz.Ich stelle mir an dieser Stelle die Frage ,wann sich die Einstellung gegenüber der Natur wohl ändern wird.Es wird viel geredet,demonstriert und ändern tut sich nichts.Wie oft haben wir schon bei der Stadt nachgefragt,wann in der Frankestraße die inzwischen 10 gefällten uralten Linden ersetzt werden.Nichts passiert.Es macht mich inzwischen einfach nur noch sprachlos und traurig.
Wo waren die Grünen als vor einigen Jahren ein großer Baum gefällt wurde um dann einen kaum genutzten Fahrradturm zu bauen?
Hier bejammern die Grünen die Fällung von 3 Bäumen, während in anderen Gegenden Deutschlands Hunderte bis Tausende Bäume abgeholzt werden (Stichwort umweltschädliche Windgeneratoren), ohne dass sich ein Unwille der Grünen auch nur im Ansatz zeigt. Die Präferenzen der Grünen sind heutzutage bei gewissen Ideologien abseits der Umwelt angesiedelt.
Eigentlich fühlen sich hier in Wunstorf die Grünen (die Politik) vorher nicht gefragt. Es geht also nicht um die Fällung der Bäume, sondern um den Weg dahin.
Gleichwohl: Es gilt in Stadtgebieten um jeden Baum zu ringen. Die Initiative der Grünen bleibt daher letztlich ungeachtet der Motivation zu begrüßen.