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Linke schickt Mona M’Barkiou gegen Piellusch und Pavel ins Rennen und irritiert die Wähler

17.05.2026 • Achim Süß • 2 Min.Kommentare: 9

Überraschung vier Monate vor der Kommunalwahl: Mit der Unternehmensberaterin Mona M’Barkiou aus Hannover schickt die Partei Die Linke eine Kandidatin ins Rennen um das Bürgermeisteramt. Am 13. September haben die Wunstorfer also nach jetzigem Stand die Wahl zwischen zwei Männern und einer Frau.

17.05.2026
Achim Süß
2 Min.
Mona M’Barkiou | Foto: Die Linke

Wunstorf (as). Volker Napp, der Sprecher der sogenannten Basisorganisation der Linken in Wunstorf, überraschte mit einer abendlichen Nachricht: Seine Partei habe sich „nach intensiven Beratungen und auf Grundlage eines klaren Anforderungsprofils“ entschieden, die 35-jährige Mona M’Barkiou als Gegenkandidatin zu Carsten Piellusch (SPD) und Martin Pavel (CDU) zu präsentieren.

Napp nennt in seiner Verlautbarung die Motive für die Kandidatur: Der Linken gehe es vor allem darum, eine „frische Perspektive“ in die Kommunalpolitik zu bringen. Viele Bürgerinnen und Bürger hätten das Gefühl, „dass die etablierten Parteien in den vergangenen Jahren zu wenig zugehört haben“. Das wolle die Linke mit der Kandidatin und mit Offenheit, Transparenz und neuer Energie ändern.

Die Kandidatin ist optimistisch

Die Partei teilt mit, M’Barkiou sei in Hannover geboren, lebe als Single ohne Kinder in Langenhagen. Nach einem Studium der Wirtschaftswissenschaften in Halle an der Saale und mehreren beruflichen Stationen, auch international, arbeite sie jetzt selbstständig in der IT-Beratung.

„Mona erfüllt unsere Anforderungen fachlich wie menschlich in überzeugender Weise“, erklärt Napp weiter. Auch M’Barkiou blickt nach Napps Darstellung „optimistisch auf ihre Kandidatur“: Sie sei in den vergangenen Wochen „häufiger in Wunstorf“ gewesen. „Und es war Liebe auf den ersten Blick“, heißt es in der Pressemitteilung. Steinhuder Meer, Innenstadt und viele kleine Besonderheiten hätten sie begeistert.

„Politik nah an den Menschen“

Napp nannte die politischen Schwerpunkte der Kandidatin: Bezahlbarer Wohnraum, die Entwicklung rund um das Steinhuder Meer, eine moderne, digitale Verwaltung sowie soziale Themen sollen im Vordergrund stehen. Wörtlich heißt es: „Politik und Verwaltung müssen transparent und nah an den Menschen gestaltet werden.“

Dabei soll die Einführung eines öffentlichen, verständlichen und effizienten Projektmanagements „vorne stehen.“ Außerdem sei es ihr wichtig, „die unterschiedlichen Bedürfnisse der Wunstorfer zu verstehen“.

Mehrfachbewerbungen „üblich“

Nach Informationen der Auepost bewirbt sich M’Barkiou außerdem noch um zwei weitere Mandate: Sie kandidiert auch für den Rat der Landeshauptstadt Hannover und für die Regionsversammlung der Region Hannover. Auf die entsprechende Recherche der Redaktion angesprochen, erklärte Linke-Sprecher Napp im Gespräch mit der Auepost, derartige Widersprüche gebe es viele.

„Das scheint so üblich zu sein“, sagte Napp und kündigte an, im Kontakt mit M’Barkiou deren Prioritäten zu klären. Inzwischen steht fest, dass die Wahlleitung ihre Bewerbung um ein Mandat in Hannover nicht zugelassen hat: Als Langenhagenerin darf sie laut Kommunalverfassung nicht in der Nachbarstadt für einen Sitz im Rat kandidieren. Ihre Bewerbung für die Regionsversammlung will M’Barkiou nach Napps Angaben aufrechterhalten. Wichtiger sei ihr aber die Kandidatur in Wunstorf. Napp: „Und das freut mich!“

Mehrfachbewerbungen sind nach den Recherchen der Auepost keine Seltenheit. Ein Beispiel liefert die Lutherin Jessica Schülke: Die Vorsitzende der AfD Wunstorf steht auf deren Kandidatenliste für die Wahlen zum Rat der Stadt am 13. September. Zudem gehört die 41-jährige Landtagsabgeordnete zu den Herausforderern, die den hannoverschen Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) ablösen wollen.

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Kommentare


  • Ein aufmerksamer Beobachter sagt:

    Die Auepost findet die Mehrfachkandidatur einer aussichtslosen Kandidatin um das Bürgermeisteramt irritierend.
    Ich bin auf den Kommentar zur Mehrfachkandidatur des CDU-Bürgermeisterkandidaten Martin Pavel gespannt: Er kandidiert zusätzlich für den Ortsrat Wunstorf und für den Stadtrat. Glaubt er also selbst nicht an den Wahlsieg?
    Ich bin auch gespannt, wie die Auepost den Widerspruch bei der Unterstützung des CDU-Bürgermeisterkandidaten durch Grüne und FDP einordnet? Wenn er auf dem Bürgermeisterstimmzettel steht, bitte wählen. Wenn er für den Stadtrat oder den Ortsrat kandidiert, bitte nicht wählen, da ist dieser hervorragende Mann nicht mehr so hervorragend? Da kommt doch niemand mehr mit.
    Kandidiert Carsten Piellusch eigentlich auch für weitere Ämter? Oder konzentriert er sich auf das Bürgermeisteramt?

    • Mikael sagt:

      Herr Piellusch will Bürgermeister bleiben! Herr Pavel wollte 2021 nicht mehr kandidieren (schon gelogen) und kandidiert für seine CDU für den Stadt- und Ortsrat, um a) für die CDU tausende Stimmen zu besorgen und b) falls er verliert, sich ein Hintertürchen zu sichern.

  • SED/PDSSED/Die Linke? sagt:

    Oh, Schreck! Die SED-Nachfolgepartei will wieder an die Macht! Nun auch in Wunstorf. Eine Dame, die gleichzeitig für alles und nichts kandidieren will: in Langenhagen für die Region, in Hannover für den Rat (und nicht zugelassen wurde) und in Wunstorf für den Posten des Bürgermeisters, hat offenkundig keine Ahnung von Recht, und hier im Speziellen vom Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz, soll nun unsere vielfältigen Probleme lösen, die der Amtsinhaber zweifellos angesammelt hat. Mit Worthülsen benennt sie ein paar Themen und plaudert ganz nebenbei aus, sie sei in den letzten Wochen mehrfach in Wunstorf gewesen und es sei Liebe auf den ersten Blick gewesen. Damit hat sie dann wohl versehentlich verraten, Wunstorf kennt sie eigentlich gar nicht. Was soll das denn werden? Was kann die Dame denn konstruktiv beitragen, wenn sie weder die örtlichen Besonderheiten kennt noch über Fachkenntnisse im öffentlichen Recht verfügt? Interessant wäre noch, ob die Dame irgendwelche Erfahrungen bei der Personalführung hat und schon einmal irgendetwas geleitet hat. Eines der zentralen Probleme unserer Stadtverwaltung.

    • Jerry M. sagt:

      „Was soll das denn werden? Was kann die Dame denn konstruktiv beitragen, wenn sie weder die örtlichen Besonderheiten kennt…“ Na ja. In einigen Fällen kann es nicht schaden, wenn man die ausgetretenen Wege nicht kennt und eigene beschreitet bzw. schafft. Das ist etwas, was die Partei mit der Nennung auch für sich geltend macht.
      Dennoch empfinde ich es als recht unglücklich, sich für das Amt des Bürgermeisters/ der Bürgermeisterin zu bewerben, obwohl der Wohnort in einer anderen Stadt liegt.

      Aber das scheint in der Kommunalverwaltung kein Problem zu sein: hier regieren, da wohnen. Für den Rat aufstellen lassen hingegen geht nicht?

  • @realWunstorfer sagt:

    „Als Langenhagenerin darf sie laut Kommunalverfassung nicht in der Nachbarstadt für einen Sitz im Rat kandidieren.“ → das ist ja auch mehr als logisch. Wo ich nicht wohnen, kann ich auch nicht in den Rat gewählt werden.

    Aber wozu braucht man als Kandidatin für einen Bürgermeisterposten auch (Grund-)Kenntnisse im Kommunalverfassungsrecht… ?

  • Heinz Komoll sagt:

    Im Rahmen einer Urlaubsreise habe ich mal Mallorca besucht. Da fand ich es auch sehr erquicklich. Kann ich auf dieser Basis dort auch Bürgermeister werden, und meine Existenz vom dortigen Steuerzahler alimentieren lassen?

    • Andreas sagt:

      Ein Blick ins spanische Recht erleichtert könnte helfen.

      • Heinz Komoll sagt:

        Das war natürlich polemisch überzeichnet. Das Grundproblem ist doch eigentlich, dass viele der großen Parteien für Mandate beim Bodenpersonal, also Orts- und Gemeinderäte etc. kaum noch geeignete Kandidaten finden. Mir selber ist ein großer Landkreis in Süddeutschland bekannt, in dem eine große Volkspartei für das Amt des Landrates eine Verwaltungsangestellte ohne jegliche politische Erfahrung aufgestellt hat. Wohl auch aus dem Grund, dass dort die andere Seite fest im Sattel sitzt, und sich niemand einen solchen Wahlkampf antut. Und das es immer wieder vorkommt, dass Mandate von Vater zum Sohn quasi weitergereicht werden, sagt auch viel über die Offenheit des Systems.
        Wenn dann noch Schlaumeier verlangen, dass Kenntnisse im Verwaltungsrecht vorhanden sein müssen, sind wir wieder bei den üblichen Verdächtigen – Verwaltungsmitarbeiter, Juristen usw. Dann bekommt man nämlich auch Politiker, die im Wesentlichen verwalten. Das kennt man in Wunstorf ja zur Genüge.
        Jeder sollte sich mal fragen, was wirklich gut ist für eine Stadt.
        Meiner Meinung nach sind das Leute, die für die Stadt brennen und vor Ort was bewegen sollen. Aber das ist nur meine Meinung.

  • Klaus-Dieter sagt:

    Noch nie gesehen, noch nie gehört. Ein paar mal ans Steinhuder Meer zu fahren und dort Urlaub zu machen reicht nicht um in Wunstorf Bürgermeisterin zu werden. Wenn Carsten Piellusch als Ur-Wunstorfer es nicht einmal hinkriegt auf die Interessen der Mehrheit der Wunstorfer zu hören, wie soll es dann jemand aus Langenhagen hinkriegen, wobei es sich zudem auch noch so anhört, dass sie nur in Wunstorf antritt weil der Rest nicht geklappt hat. Wirklich peinlich was die Linken da wieder anstellen. Da würde ich ja eher Piellusch wählen, der kommt wenigstens von hier und hat Ahnung von Wunstorf.

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