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Warum keine Luftfilter für die Wunstorfer Schulen?

06.05.2021 • Redaktion • Aufrufe: 154

Die Stadt zieht nicht in Erwägung, Luftfilter für die Schulen anzuschaffen – setzt für die eigenen Mitarbeiter aber entsprechende Geräte ein. Ratsherr Thorben Rump verlangt nun Antworten im Schulausschuss.

06.05.2021
Redaktion
Aufrufe: 154

Die Stadtverwaltung zieht trotz steigender Inzidenzen unter Schülern nicht in Erwägung, Luftfilter für die Schulen anzuschaffen – setzt für die eigenen Mitarbeiter aber entsprechende Geräte ein. Ratsherr Thorben Rump verlangt nun Antworten im Schulausschuss.

Maskenpflicht am Hölty-Gymnasium

Maskenpflicht im Umfeld des Hölty-Gymnasiums | Foto: Daniel Schneider

Wunstorf (red). Kommende Woche sollen erstmals Schüler aller Schulen wieder in den Wechselunterricht gehen. Bislang gab es Präsenzunterricht im Szenario B vor allem für die Grundschulen, an den weiterführenden Schulen war mit Ausnahme der Abschlussklassen Homeschooling angesagt. Begleitet werden die Lockerungen von einem Testkonzept mit Schnelltests – zweimal wöchentlich sollen sich die Schüler selbst testen. Luftfilter gibt es in den Schulen jedoch nicht. Die Stadt vertritt dabei den Standpunkt, dass die Ausstattung städtischer Schulen Sache des Kultusministeriums sei und nicht in die Zuständigkeit der Kommunen falle. Daher ist auch keine entsprechende Anschaffung durch die Stadt für die Schulen geplant, zumal das Kultusministerium die bisherigen Regeln (Abstand halten, Hygiene beachten, Maske tragen, Lüften) als ausreichend erachtet.

Fragenkatalog für die Verwaltung

Thorben Rump

Thorben Rump | Foto: privat

Allerdings setzt die Verwaltung in ihren eigenen Räumen Luftfilter ein und erachtet somit offenbar die AHA-Regeln plus Lüften nicht als ausreichend. Diese Diskrepanz fiel nun Ratsherr Thorben Rump (parteilos) infolge der Schulausschusssitzung am gestrigen Mittwoch auf, als die fehlende Sinnhaftigkeit von Luftfiltern für Schulen erörtert wurde.

Mit einer Anfrage zur nächsten Sitzung des Schulausschusses will Rump das Thema daher wieder auf die Agenda setzen. Damit richtet sich nun u. a. die Frage an die Verwaltung, warum die Stadt für Luftfilter Geld ausgibt, falls sie nicht sinnvoll sind – oder weshalb sich die Stadt als Schulträger nicht um deren Einsatz an Schulen kümmert, falls sie es doch sind.

Zugleich bezweifelt der Ratsherr die Aussage der Verwaltung, dass die Situation an den Schulen akzeptabel sei – da die 7-Tage-Inzidenz nach den Zahlen des Robert-Koch-Institutes deutschlandweit bei den 5- bis 9-Jährigen innerhalb eines Vierteljahres von 50 auf über 180 gestiegen sei und bei den 10- bis 14-Jährigen von 50 auf über 190.

Der Schulausschuss tritt wieder am 30. Juni zusammen.

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Kommentare


  • Henrich Jung sagt:

    Ich finde, das ist mal eine wirklich gute Frage!
    Leider zeigt auch dieses Beispiel wieder deutlich, welchen geringen Stellenwert das Wohlergehen unserer Kinder offenbar für die Politik hat.
    Sehr traurig, aber ein Grund mehr, bei der nächsten Wahl das Kreuz an der richtigen Stelle zu machen… :-)

    • Thorben Rump sagt:

      Mehr als hohle Worte sind auch in Zeiten der Pandemie offenbar für unsere Kinder nicht drin. Ich frage mich, welche andere Bevölkerungsgruppe den Winter über in kalten Zimmern verbringen musste – weil alle 20 Minuten Lüften ja eine so tolle Idee zur Pandemiebekämpfung sind.

      • Henrich Jung sagt:

        Absolut richtig, Herr Rump.
        Leider hat die Gruppe der Schülerinnen und Schüler keine so starke Lobby wie andere Gruppen unserer Gesellschaft.
        Und wenn man bedenkt, dass es selbst nach 13 Monaten Pandemie in Deutschland noch immer kein wirklich überzeugendes Konzept zur Digitalisierung der Schulen gibt, wird einem ganz anders.
        Im internationalen Vergleich steht Deutschland leider nicht so gut da, wie viele Deutsche glauben mögen.

  • Grit D. sagt:

    Mal so ganz „by the way“:
    Wenn das Lüften allein als ausreichend erachtet wird, wie bitte soll das denn umgesetzt werden, wenn sich „Dank“ maroden Gegebenheiten der Schulen sich die Fensterflügel oftmals gar nicht öffnen lassen?

  • JAR78 sagt:

    Selbst das Umweltbundesamt schrieb in ihren „Anforderungen an Lüftungskonzeptionen in Gebäuden (Teil1 Bildungseinrichtungen) “ von 2017:

    „Eine Lüftung über Fenster allein reicht zum Erreichen einer guten Innenraumluftqualität während des Unterrichts in Schulgebäuden nicht aus. Eine Konzeption bestehend aus Grundlüftung über mechanische Lüftungsanlagen und Zusatzlüftungsmöglichkeit über Fenster in den Pausen (hybride Lüftung) wird vom AK Lüftung dringend empfohlen.“ (Anmerkung: AK=Arbeitskreis).
    2017 gab es noch kein SARS-CoV 2 Virus.

    Wieso das Umweltbundesamt aber heute, mit potentiell tödlichem Virus,mittlerweile das Lüften als Mittel der Wahl gegen eine indirekte Ansteckung durch Aerosole empfiehlt, bleibt die Frage.

    Mit Luftfiltern und Plexiglasscheiben, die in vielen Landesparlamenten und vielen öffentlichen Einrichtungen, wie ja schon erwähnt, seit längerem zur Reduzierung der Infektionsgefahr stehen, wäre ein Schutz möglich.

    Für Schulen und damit für unsere Kinder und Lehrer sind diese vom UBA allerdings als nur in Ausnahmefällen geeignet eingestuft worden. Für Verwaltungen, Beamte und Politiker werden sie aber offensichtlich als geeignetes Mittel zum Infektionsschutz angesehen.

    Traurig aber wahr.

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