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30 Jahre Recycling am Kaliberg: Rekal-Anlage wird gefeiert

27.09.2025 • Redaktion • 3 Min.Kommentare: 1

Seit dreißig Jahren ist die Rekal-Anlage in Sigmundshall in Betrieb. Das Betriebsjubiläum wurde nun offiziell gefeiert.

27.09.2025
Redaktion
3 Min.
Ulrich Troschke (Ortsbürgermeister Mesmerode), Heinrich Aller (MdL und Finanzminister a. D.), Matthias Hübner (Leiter New Business Areas bei K+S), Bürgermeister Carsten Piellusch, Dr. Ralf Diekmann (ehem. Werksleiter K+S), Carsten Möller (Standortleiter Sigmundshall) und Matthias Waterstradt (Ortsbürgermeister Bokeloh) würdigten den erfolgreichen Betrieb der Rekal-Anlage | Foto: K+S

Bokeloh/Mesmerode (red). Rückstände werden verwertet, wertvolle Rohstoffe recycelt und Lebensraum geschaffen: Seit 30 Jahren deckt K+S die Halde des Kaliwerks Sigmundshall mit Tonerde aus dem Aluminiumrecycling ab.

20 Gäste feierten gemeinsam mit rund 90 Mitarbeitern von K+S drei Jahrzehnte erfolgreiche Produktion in der Rekal-Anlage. Standortleiter Carsten Möller sagte: „Die Rekal-Anlage ist der Grundstein für die Begrünung unserer Halde. Wir schaffen so Lebensraum und freuen uns schon heute über eine hohe Artenvielfalt mit über 150 verschiedenen Pflanzenarten sowie über Hasen, Dachse, Füchse, Rehe und Greifvögel, die sich angesiedelt haben.“

Kreislaufwirtschaft

Mathias Hübner ist bei K+S Leiter der New Business Areas, er verantwortet den Innopark Sigmundshall. „Für mich ist die Rekal-Anlage gelebte Kreislaufwirtschaft – sie ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie K+S in diesem Bereich schon seit Jahrzehnten innovativ vorangeht“, sagte Hübner bei der Feierstunde.

Unter den Gästen war auch Wunstorfs Bürgermeister Carsten Piellusch (SPD), der zum Betriebsjubiläum gratulierte. „Mit dieser Anlage wird eindrucksvoll gezeigt, wie Kreislaufwirtschaft in der Praxis erfolgreich umgesetzt werden kann: Wertstoffe werden zurückgewonnen, Ressourcen geschont und ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz geleistet“, sagte Piellusch. Außerdem profitierten die Bürgerinnen und Bürger von der Rekal-Anlage, da mit der Abwärme vom dafür betriebenen Kraftwerk das Freibad Bokeloh geheizt wird, so Piellusch.

Dr. Ralf Diekmann leitete seit 1991 das Projekt Rekal-Anlage und war von 1995 bis 2006 Werksleiter auf Sigmundshall. Er erinnert sich: „Die Rekal-Anlage zu bauen war eine mutige unternehmerische Entscheidung, denn der Rekalprozess ist technisch sehr anspruchsvoll und war nur im Labormassstab getestet. Des Weiteren war die Haldenabdeckung in dieser Form Neuland. Auch wenn es anfänglich etwas geholpert hat, kann man heute sagen, dass dieses Konzept sowohl wirtschaftlich wie umwelttechnisch voll aufgegangen ist.“

Eigentlich hätte K+S gerne das 25-jährige Jubiläum gefeiert – allerdings sei das im Spätsommer 2020 wegen der Covid-Pandemie nicht möglich gewesen, erklärt Carsten Möller. Nun wurden 30 Jahre Betrieb zum Anlass genommen, um gemeinsam den Erfolg der Anlage zu feiern.

Das macht die Anlage

„Die REKAL-Anlage produziert einen Rekultivierungssubstrat, mit dem wir die Halde abdecken“, erklärt Dr. Stefan Linsinger, Leiter Produktion über Tage am Standort Sigmundshall. „Außerdem produziert die Rekal-Anlage die wertvollen Rohstoffe Aluminiumgranulat, Kaliumchlorid und Ammoniumsulfat für die Düngemittelproduktion“, ergänzt er.

Rekal steht für "REcycling-KALium" - die Anlage verwertet Salzschlacken aus dem Aluminiumrecycling. Kaliumchlorid wird beim Schmelzen von Aluminium zugesetzt. Aluminiumlegierungen werden zum Beispiel in der Automobilindustrie oder beim Flugzeugbau eingesetzt. 1992 wurde mit dem Bau der Anlage begonnen. Drei Jahre später ging sie in Betrieb und es wurde mit der Haldenabdeckung mit Rekal-Rückstand sowie der Begrünung begonnen.

Das Abdeckmaterial der Halde besteht aus Aluminiumoxid (Tonerde), Silikaten und Salz. „In einem patentierten Verfahren wird aus diesen Komponenten ein hervorragend geeignetes Material für die Begrünung der Kalirückstandshalde hergestellt. Das Substrat wird etwa fünf Meter dick auf die Halde aufgebracht“, erklärt Linsinger das Vorgehen. Nach zwei Jahren werden Pflanzen- und Grassamen ausgebracht und bewässert. Ab dann wird der Bereich der Natur überlassen. Die Haldenbegrünung soll bis etwa 2037 abgeschlossen werden.

Bergwerksgelände-Nachnutzung

Als förderndes Bergwerk ist Sigmundshall bereits seit dem 21. Dezember 2018 geschlossen, an diesem Tag endete die Kalisalzförderung nach fast 120 Jahren. Die wirtschaftlich gewinnbaren Vorräte waren erschöpft und die Arbeit zwischen 1.100 und 1.400 Metern Tiefe brachten Menschen und Technik an ihre Grenzen. Insgesamt wurden bis dahin seit 1904 rund 130 Millionen Tonnen Rohsalz aus dem Salzstock von Bokeloh gefördert und zu Düngemitteln und Industrieprodukten verarbeitet worden. Neben den erforderlichen Sicherungsarbeiten, die noch einige Jahre in Anspruch nehmen werden, baut K+S den Standort nun weiter zum Innovationszentrum für die Erprobung und Ansiedlung neuer Geschäftsfelder aus. So finden sich neben der Rekal-Anlage nun beispielsweise auch Start-ups wie Aquapurna, Europas größte Indoor-Garnelenfarm.

Noch über ein Jahrzehnt wird die Rekal-Anlage produzieren können – erst mit dem Ende der Kaliberg-Begrünung endet auch die Genehmigung für den Betrieb der Anlage.

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Kommentare


  • Basti g. sagt:

    Dieser graue aluschlamm kann doch nicht gesund sein

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