Wunstorfer Auepost

+++ Wetterwarnung +++ Schwere Sturmböen +++ Deutscher Wetterdienst warnt vor schweren Sturmböen aus Südwest +++ Umstürzende Bäume möglich +++ Auf herabfallende Gegenstände achten +++

[Anzeige]

Vion-Gelände: Im Gespräch mit Neue-Mitte-Geschäftsführer Björn Hiss

06.04.2022 • Achim Süß • Aufrufe: 1840

Der siegreiche Entwurf aus dem Wettbewerb zur Nutzung der Vion-Brache am Luther Weg wird offenbar bei der konkreten Planung gravierende Änderungen erfahren. Björn Hiss, dessen Firma „Neue Mitte Wunstorf“ die Fläche gekauft hat, will unbedingt mehr Wohnraum schaffen als vorgeschlagen und die Lärmschutzbauten des Siegerentwurfes reduzieren.

06.04.2022
Achim Süß
Aufrufe: 1840
Björn Hiss | Foto: privat

Wunstorf (as). Er hat Hotelzimmer auf ein Parkdeck in Berlin-Friedrichshain gesetzt, Volkswagen beraten und Dow Chemical. Jetzt will Björn Hiss in Wunstorf das sechs Hektar große ehemalige Vion-Gelände zum Wohngebiet umformen: Neue Mitte heißt das Projekt, und so nennt der 43-jährige Düsseldorfer auch die Baugesellschaft, die er eigens für das Millionen-Vorhaben gründen ließ. Hiss hält die Verkehrs-Infrastruktur der Stadt für „phänomenal“ und die Lebensqualität für ausgesprochen hoch.

Im Gespräch mit der Auepost lässt der Geschäftsführer aber keinen Zweifel daran, dass der Siegerentwurf aus dem städtebaulichen Wettbewerb verändert werden müsse. Der Plan der Wettbewerbsgewinner vom Leipziger Büro Octagon aus dem Jahr 2017 sehe „einen unglücklichen Flächenverbrauch“ vor, sagt Hiss. Das teure Gelände müsse besser genutzt werden. Hiss meint damit: mehr Wohnungen als von den Wettbewerbsgewinnern vorgeschlagen. Auch der Lärmschutzwall mit einer zusätzlichen Wand auf der Krone findet nicht seine Zustimmung. Das vorgeschlagene Bauwerk mit einer Gesamthöhe von 16 Metern werfe „im Winter riesige Schatten“ und nehme zu viel Raum ein.

Hiss sieht „gerade bei der Höhe und Tiefe des Lärmschutzwalls noch Verbesserungspotential“. Octagon habe eine „tolle Arbeit“ geleistet, so Hiss weiter. „Der Siegerentwurf ist sehr gut und deckt sich bereits zu 90 Prozent mit unseren Vorstellungen.“ Das Büro werde von ihm und seinem Team in seine Planung einbezogen. Auch die Leipziger würden einräumen, dass der fünf Jahre alte Entwurf den aktuellen Entwicklungen und Erkenntnissen angepasst werden sollte. An den Bemühungen, die Pläne zu „optimieren“, sei unter anderem auch die Deutsche Bahn beteiligt. Hiss („Wir wollen viel Grün“) betont, der Park und der Spielplatz aus dem Octogon-Entwurf sollten verwirklicht werden. Das Volumen der Wohnbebauung müsse jedoch wachsen.

Björn Hiss, so ist auf einer seiner Internetseiten zu lesen, sei „ein Virtuose auf dem Gebiet des Business Development und der Projektentwicklung“. Bevor er mit einem Partner die Idee entwickelt habe, Parkdecks mit Modulgebäuden aufzustocken, sei er 10 Jahre als Unternehmer und Projektentwickler aktiv gewesen. Er hat Internationale Wirtschaft in Passau studiert und ein Masterstudium als Immobilien-Projektentwickler an der EBS absolviert.

Seit mehr als einem halben Jahr arbeitet die „Neue Mitte Wunstorf GmbH“ nach Angaben des Geschäftsführers am Projekt. Seine Wunstorfer Gesprächspartner aus Verwaltung und Politik bestätigen Hiss gute Detailkenntnis. Dass er offensichtlich mit der Materie und den kommunalpolitischen Positionen in Wunstorf gut vertraut ist, hindert ihn nicht daran, auf Planänderungen zu drängen. Hiss beschreibt das seit kurzem bestehende Verhältnis zur Stadtverwaltung als vertrauensvoll und betont gegenüber der Auepost: „Wir werden uns sehr eng an dem Siegerentwurf orientieren und diesen gemeinsam mit Octagon aus Leipzig in Bezug auf den Lärmschutz und den Einfamilienhausanteil optimieren.“

Hiss hebt hervor, dass er sich umfassend mit seriellem, ökologischen Bauen befasst und nun mit diversen Partnern auf hochwertigen Wohnungsbau spezialisiert habe. Vorgefertigte Elemente aus Beton, Stahl und verleimten Schichtholzplatten ermöglichen nach seiner Darstellung effektive, schnelle und variantenreiche Bauweise. Für Hiss ist der Wohnungsbau ein „Riesenthema“. Preisdruck und Klimaschutz erforderten es, neue Wege zu gehen. Allein mit der Reduzierung von Betonelementen lasse sich eine große Menge CO2 einsparen.

[Anzeigen]
Auepost wird unterstützt von:

Kommentare


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kontakt zur Redaktion

Tel. +49 (0)5031 9779946
info@auepost.de

[Anzeigen]

Artikelarchiv

Auepost auf …