
Wunstorf (ds). In dichter Folge heben sie ab – die A400M und ebenso die Militärtransportflugzeuge der US-amerikanischen und rumänischen Luftwaffe, die das logistische Rückgrat bilden zur größten Verlegeübung, die es bislang unter NATO-Staaten gegeben hat. Steil steigen die Wunstorfer Militärtransportmaschinen auf der Startbahn in die Luft, andere setzen zur Landung an.
Generalleutnant Ingo Gerhartz, Inspekteur der Luftwaffe und der Mann hinter Air Defender 2023, informierte am Montagmittag die internationale Presse auf dem Fliegerhorst Wunstorf über die ersten Schritte der Luftstreitkräfteübung, die beim LTG 62 Phase 2 genannt wird. Denn schon seit Tagen, Wochen und Monaten hat man sich auf den heutigen Tag vorbereitet.
Millionen Liter fassende provisorische Tanklager wurden gebaut, Soldaten der US-Armee aus Übersee eingeflogen und Militärtransporter aus verschiedenen NATO-Ländern auf der Wunstorfer Luftwaffenbasis stationiert – um nun die Transporte und Betankungen für die in den kommenden Tagen stattfindenden Luftwaffenübungen im Norden, Osten und Südwesten Deutschlands zu leisten.

Ohne Wunstorf wäre Air Defender 2023 nicht möglich, unterstrich der Generalleutnant, auf dessen Idee die jetzt realisierte Übung im Kern zurückgeht: Gerhartz hatte erstmals vor fünf Jahren bei verbündeten NATO-Staaten dafür geworben, eine solch große Übung unter Führung der deutschen Luftwaffe abzuhalten. Nun ist sie mit dem heutigen Tag Realität geworden. Derzeit würden vor allem noch Eingewöhnungsflüge stattfinden, in denen sich die Piloten mit den Luftraum in den Übungsgebieten vertraut machten. Es seien aber auch schon Kampfflugzeuge nach Litauen verlegt worden.
Zum Auftakt von Air Defender 2023 waren auch die Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Eva Högl, Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil und der Inspekteur der Streitkräftebasis, Generalleutnant Martin Schelleis nach Wunstorf gekommen.
Weil sprach von einem beeindruckenden Vorhaben, bei dem sich so viele Nationen unter der Führung der Bundeswehr vereinigt hätten, und wünschte allen, dass das Manöver reibungslos, erfolgreich und ohne Schaden für irgendjemanden zu Ende gehen würde. Weil sprach die veränderte geopolitische Lage an: Es sei klar, dass eine Übung wie Air Defender 2023 zum jetzigen Zeitpunkt noch viel notwendiger sei als zu dem Zeitpunkt, als sie zum ersten Mal geplant worden war. Die europäische Sicherheitsarchitektur wie seit Jahrzehnten unterstellt funktioniere nicht mehr, die Landesverteidigung müsse eine höhere Bedeutung haben.
Högl stellte ebenfalls heraus, wie notwendig das Manöver für die Bundeswehr und die multinationale Zusammenarbeit sei. Die Übung sei ein gutes Zeichen, dass man transatlantisch einsatzbereit sei und sich aufeinander verlassen könne. Es gebe ein Gefühl von Sicherheit, dass man die eigenen Werte, Frieden und Freiheit im Ernstfall verteidigen könne.
Nicht nur die Presse, zahlreiche Rundfunk- und Radiosender nutzten die Möglichkeit, sich zum Starttag noch einmal über die Abläufe und Hintergründe der Übung informieren zu lassen – auch viele Zaungäste waren wie erwartet zum Manöverauftakt nach Wunstorf gekommen: Planespotter säumten die Straßen rund um den Fliegerhorst, stellten Leitern an die Schutzzäune und richteten ihre Teleobjektive und Ferngläser auf den Manöver-Flugverkehr. Das Warten wurde belohnt: Der A400M in Air-Defender-Design hob mehrmals ab, Maschinen gingen in den tiefen Vorbeiflug und auch eine rumänische Maschine drehte eine Ehrenrunde über dem Flugplatz.
Das soll also das größte NATO Manöver aller Zeiten sein?
Bis auf die üblichen Platzrunden der A400m, die Geschäftigkeit für Steinhude-Besucher simulieren und wenige C-130 (Transporter), die Lustreisen ohne Zwischenlandung (also leer) über die Mecklenburger Seenplatte wie Ostsee machen, ist nicht viel zu beobachten.
Sind etwa die Mehrheit der Piloten am Klimawandel verdurstet und haben es nicht zur rettenden Wasserstellen in Wunstorfs Fußgängerzone geschafft?
Wann geht’s los hier merkt man nix