
Wunstorf/Garbsen (red). Der Unfall war schon in der Nacht geschehen: Gegen 1 Uhr war auf der Autobahn in Richtung Hannover ein LKW in die Böschung geraten und umgekippt. Zwischen den Anschlussstellen Garbsen und Herrenhausen lag der Sattelzug auf die linke Seite gekippt auf dem Standstreifen.
Die beiden Personen, die in der Führerkabine gewesen waren, konnten die Zugmaschine selbst mithilfe einer Leiter verlassen.
Die Bergung gestaltete sich kompliziert, denn die Ladung des Lastwagens hatte sich zu einem großen Teil über die Fahrbahn verteilt: Birnen. Unzählige davon lagen auf der A2 verstreut rund um den verunglückten Transport.
Mit dem einsetzenden Berufsverkehr am Morgen brach dann das Autobahn-Chaos aus. Für die Bergung des Lastwagens und seiner Ladung mussten zwei von drei Spuren der A2 vollständig gesperrt werden. Nur die linke Überholspur blieb befahrbar.

Dichter Verkehr von drei Fahrspuren musste sich über eine Fahrspur sammeln. Das verkraftete die A2 nicht mehr. Gegen 7 Uhr hatten sich bereits 10 Kilometer Stau gebildet, gegen 8 Uhr waren es an die 15 Kilometer. Im Bereich Wunstorf-Luthe und Wunstorf-Kolenfeld stand der Verkehr teilweise längere Zeit, zwischen Luthe und Garbsen ging es im langsamen Stop and Go voran.
Die Ausweichstrecken waren keine Alternative, auch hier staute sich schnell der Berufsverkehr. Fahrzeuge auf der Raststätte Garbsen-Süd und der an dieser Stelle auf die Autobahn auffahrende Stadtverkehr standen ebenso im Stau.


Erst ab Herrenhausen floss der Verkehr wieder normal. Bis dahin hatten viele jedoch bereits bis zu 2 Stunden im Stau gestanden. Bis Bad Nenndorf reichte der Stau am Vormittag zurück. Auch am Nachmittag waren die Bergungsarbeiten noch lange nicht abgeschlossen.
Gegen 13 Uhr war der LKW so weit entladen, dass er von einem Spezialunternehmen wieder aufgerichtet werden konnte. Mit Teleskopkränen wurden Sattelschlepper und Auflieger wieder auf die Räder gestellt. Ein weiteres Spezialfahrzeug, ein LKW-Berger, stand bereit, um den noch immer halb im Grünstreifen stehenden Transport anschließend zurück auf die Fahrbahn ziehen zu können. Zuvor mussten jedoch noch weiter Birnen aufgelesen und umgeladen werden. Dazu war am Morgen sogar ein Kipplaster eingesetzt worden, der quer über zwei Fahrspuren stand.



Reihenweise Obstkisten wurden später ebenso auf der Mittelspur platziert, um die havarierte Fracht wieder einsammeln zu können.
Die Stausituation veränderte sich in Fahrtrichtung Hannover nur geringfügig: Auch am Nachmittag reichte der Rückstau noch bis zur Autobahnauffahrt Luthe, ab dort ging es im Stop and Go weiter bis Herrenhausen.
Zuletzt hatte es erst im Dezember in der Gegenrichtung zwischen Luthe und Kolenfeld kurz vor der Abfahrt Kolenfeld einen ähnlichen Unfall gegeben: Hier war ein Transport ebenfalls von der Autobahn abgekommen und in der Böschung liegen geblieben. Die Bergung, für die die Autobahn ebenfalls teilweise gesperrt werden musste, hatte ebenfalls den ganzen Tag über gedauert.
Fast jeden Tag auf der Autobahn, Staus ohne Ende, Zeitdruck und Verantwortung, lange Strecken und ständige Aufmerksamkeit, wie halten LKWfahrer dieses aus?
Sicher sucht sich ein Kraftfahrer den Job selbst aus. Aber es ist ein Unterschied, auf einem Fahrersitz oder im Bürosessel sitzend den Tag zu gestalten. Auch Busfahrer voller Verantwortung – Hut ab!
Es fehlen Parkplätze die Fahrer werden zu müde