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„Ist da ein Unfall passiert?“ – die Vorboten der Wunstorfer Mobilitätswende sind da

15.05.2024 • Daniel Schneider • Aufrufe: 5634

Die Vorboten des geplanten Barnestraßenumbau-Projekts wurden heute in Form von Auto-Kunstobjekten im Wunstorfer Süden aufgestellt. Die ersten Reaktionen sind jedoch anders als geplant.

15.05.2024
Daniel Schneider
Aufrufe: 5634
Ist das Kunst oder eine Unfallstelle? | Foto: Daniel Schneider

Wunstorf (ds). Am heutigen Mittwochmorgen um 8 Uhr ging es los: Transporter brachten die Kunstobjekte in die Barnestraße, wo sie nun gut vier Wochen lang zu sehen sein werden. Bis in den Nachmittag hinein wurde an den Objekten gewerkelt. Es sind die wortwörtlichen Vorboten der Mobilitätswende, die sichtbar gewordenen Vorzeichen des großen geplanten Barnestraßen-Umbaus, hin zu einer Vorzeigestraße des Verkehrsgeschehens der Zukunft.

Drei Objekte im Auftrag des Mobilnetzwerks Hannover in Zusammenarbeit mit der Agentur Identitätsstiftung und umgesetzt von dem Projekt Platzhalter wurden nun installiert und sollen die Bewohner und Passanten der Barne einstimmen und zum Nachdenken anregen rund ums Thema Mobilität und Verkehrswende – bevor die Bürgerbeteiligung im Juni stattfindet.

So soll es am Ende wirken | Foto: Daniel Schneider
Das Objekt zieht sofort viele Blicke auf sich | Foto: Daniel Schneider

Erste Reaktion der Verkehrsteilnehmer fallen allerdings anders aus als vermutlich beabsichtigt. „Ist da ein Unfall passiert?“, fragt etwa eine Radfahrerin, als sie das scheinbar zur Hälfte im Boden steckende und zwischen seinen eigenen Einzelteilen liegende pinkfarbene Auto in der Mitte des Verkehrsinsel-Dreiecks erblickt.

Ein Baum wächst im Twingo

Am anderen Ende dieses Teils der Barnestraße erschrecken sich Radfahrer, die auf einmal zwei übereinandergestapelte Autos zu sehen bekommen.

Ein „begrüntes“ Auto parkt jetzt in der Barnestraße | Foto: Daniel Schneider
Das ist keine optische Täuschung | Foto: Daniel Schneider
Der Baum wächst tatsächlich im Auto | Foto: Daniel Schneider

Und mittendrin bremsen Autofahrer abrupt ab und sorgen damit tatsächlich schon für eine Verkehrsberuhigung der ganz neuen Art, als sie das dort parkende begrünte Auto entdecken, aus dessen Dach tatsächlich ein Baum wächst. Die Seitenscheiben werden heruntergefahren und das Handy gezückt, um den mit Erde gefüllten Twingo zu fotografieren.

Wenn Autos die Bushaltestelle nehmen würden | Foto: Daniel Schneider
Passanten erschrecken sich – und machen dann Handyfotos | Foto: Daniel Schneider

Erste Kinder auf dem vorbeiführenden Schulweg fragen, ob sie das bewachsene „Baum-Auto“ auch gießen dürfen. Sie dürfen. Allerdings werden sich die städtischen Grünflächenpfleger ebenfalls regelmäßig um die Bewässerung des Fahrzeuges kümmern.

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Kommentare


  • Andrea sagt:

    DAS soll mich zum Nachdenken anregen? Worüber? Dass dort sinnlos auf Grünflächen rumgetrampelt und -gebuddelt wurde? Dass in einer Straße mit Parkdruck sinnlos ein Parkplatz belegt wurde?
    Etwas offtopic, aber was mich tatsächlich zum Nachdenken anregt, sind die leeren Fahrradtürme, an denen ich freitagsvormittags, wenn ich mal Urlaub hab, vorbeiradele. Sollte nicht diese Geldverschwendung hier im Ort Thema Nummer 1 sein?

  • Anonymous sagt:

    Kunst ist, wenn man es nicht versteht ?!, für diese Investition, hätte sich sicher etwa sinnvolleres finden können. Schulen, Straßenbau oder die Kohle einfach der Tafel geben, dann kommt es wenigstens bei den Menschen der Stadt an.

  • Homberti sagt:

    Meiner Meinung nach sinnlose Geldverschwendung! Solange der ÖPNV nur rudimentär funktioniert wird es keine „Verkehrswende“ geben die durch die breite Bevölkerung akzeptiert wird!

  • Claudia sagt:

    Was soll der Blödsinn? Wahrscheinlich war der nicht umsonst zu haben. Es gibt wichtigere Probleme in unserer Stadt als den Hinweis auf eine von der Bevölkerung abgelehnte Mobilitätswende.
    Dass in Berlin der Irrsinn regiert, ist bekannt. Nun schwappt er auch zu uns rüber. Nicht zu fassen!!

  • Birgit Clasen sagt:

    Ich bin ja mal gespannt wie oft diese gewollt aufmerksamkeits erregende „Kunst“ zu Unfällen führt?

  • Schorsch sagt:

    Ich hoffe,die Stadtverwaltung hat sich bei dieser merkwürdigen Aktion. -um es diplomatisch auszudrücken- auch mit Fragen des Haftungs- und Strafrechts beschäftigt. Fragen der Verkehrssicherungspflichten sind hier auf den ersten Blick evident,zumal viele Kinder und Jugendliche sich dort aufhalten. Anderenfalls könnte die Sache böse ausgehen.

  • Michael sagt:

    Ich bin fassungslos. Was will man uns damit sagen? Der neutrale Beobachter versteht das sicherlich nicht und ob bei den Autobesitzern in der Barnestraße irgendein Verständnis geweckt wird wage ich zu bezweifeln. Jeder Euro den das möglicherweise aus unserem Steuergeld gekostet hat ist sinnlos rausgeschmissen. Eine Mobilitätswende wird damit nicht gefördert. Da ist jemand ganz weit weg vom Empfinden der normalen Bevölkerung.
    Mir fällt dazu nur Heino ein. Zitat sinngemäß: Wer sich das ausgedacht hat, dem hat man ins Gehirn gesch…..

  • Schorsch sagt:

    Ergänzung,wie an anderer Stelle: Die Absicherungsmaßnahmen bei den beiden kopulier….Autos sehen mehr als dilettantisch aus,eher gemeingefährlich.Diese Stadtverwaltung hat Mut-möge es gutgehen und kein Mensch zuschaden kommen.

  • Heinz-Dieter Badke sagt:

    Es wird dem Zeitgeist entsprechend ohne konkreten Auftrag und gegen den Willen des überwiegenden Teils der Wunstorfer, gegen Realität und Vernunft gearbeitet. Gut, die Verantwortlichen sind durchaus mal durch Wahlen legitimiert worden. Das ist aber kein Freibrief, realitätsferne Träumereien ausleben zu wollen, die keinen wirtschaftlichen Wert erkennen lassen oder nicht einmal das allseitige Zusammenleben wesentlich erleichtern.
    Tja, ich bin dann mal gespannt auf die „Vorzeigestrasse des Verkehrsgeschehens der Zukunft.“ Wenn es so läuft wie der Aus-/ Umbau Deutschlands zur neuen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Blüte, dann dürfen sich die Mitbürger in der Barne ja freuen. Und bei einer Vorzeigestrasse weiß ich dann ja zumindest, was auf mich noch zukommen wird

  • Schorsch sagt:

    Als nächstes sollte Wunstorf Südwest dann ins Auge genommen werden. Die Parksituation dort -zb Auf der Reith- erfordert im Sinne der Verkehrswende ein beherztes Vorgehen ( Ironie aus).

  • Ralf sagt:

    Ist das Abstellen eines Hindernisses im Straßenraum überhaupt zulässig? Es handelt sich bei dem Twingo ja um ein abgemeldetes Schrottfahrzeug. Für Container etc. bräuchte man eine Erlaubnis und Absicherung etc.

  • Michael sagt:

    Ich hoffe das Auto mit dem Baum hat noch TÜV und wird demnächst angemeldet. Als Anwohner darf ich mein abgemeldetes KFZ nicht im öffentlichen Raum abstellen. Das hagelt ja wohl Knöllchen.

  • Mick sagt:

    Vielleicht ganz nett für Spaziergänger die Langeweile haben und somit exotischen Schrott bewundern können.
    Mal abwarten wieviel Zeit verstreicht bis die Sprayer diese Objekte entdeckt haben.
    Für die Gelder die für diese Aktion angefallen sind hätte man den Bürgern besser etwas zurück gegeben, wie z.B. kostenlosen Parken zu bestimmten Zeiten oder Tagen. Auch Hausbesitzer würden sich über Boni der Stadtverwaltung freuen z.B. bei den Kehrgebühren oder wenn die Stadt es im Überfluss hat gerne auch bei der Grundsteuer B. Der Hebesatz beträgt im Moment 595 %.

  • Heinz-Dieter Badke sagt:

    Im Artikel wird eine Bürgerbeteiligung im Juni erwähnt. Weiß man diesbezüglich schon Näheres (Örtlichkeit, Datum, Uhrzeit)? Schließlich ist der Juni bereits nahe (zumindest der in 2024).

  • nanouk sagt:

    Was für ein kranker Mist, dieser Hass auf Autos, Verbrenner, pfui deibel. Widerliches Deutschland würg!!!

  • Gisela sagt:

    Manchmal fragt man sich schon, wo die Prioritäten liegen. Aber: Leben und leben lassen. Jeder hat doch seine eigene Meinung und seinen eigenen Geschmack. Und wenn das zugewachsene Auto den einen oder anderen zum Nachdenken bringt, dann hat es doch schon seinen Zweck erfüllt, oder?

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