
Kolenfeld (red). Die Disponenten der Wunstorfer Spedition, die ihren LKW-Auflieger über ein Tracking-System auf den Monitoren im Blick hatten, wunderten sich nach einer Weile: Wieso stand die Ladung schon seit einiger Zeit unbeweglich in der Autobahnausfahrt Kolenfeld und kam nicht voran, obwohl kein Stau gemeldet war?
Der Grund zeigte sich, als man direkt an der A2 in Kolenfeld nachsah: Der Sattelschlepper, der den Auflieger transportierte, war in der Ausfahrt gekippt – mitsamt dem Sattelauflieger.
Die Feuerwehr rückte kurz vor 6 Uhr am Morgen aus, wie Einsatzleiter Robert Focke der Auepost vor Ort sagte. Um 5.57 Uhr lief der Alarm bei der Feuerwehr auf. Von der Stadtfeuerwehr waren die Ortswehren Kolenfeld, Wunstorf und Luthe im Einsatz.



Die ebenfalls alarmierte Einsatzleitungskomponente konnte die Anfahrt abbrechen, auch die Feuerwehrleute aus Luthe mussten nicht tätig werden.
Aus bislang ungeklärter Ursache war der Lastwagen mitten in der Ausfahrt gekippt und vollständig auf die linke Seite gefallen. Reifenspuren im angrenzenden Grünstreifen deuteten an, dass das Gespann kurz nach Beginn der Kurve der Ausfahrt Probleme mit der Spurhaltung bekam.
Die Autobahnausfahrt Kolenfeld gilt generell als schwieriger: Sie beginnt erst mit einer leichten Kurve, biegt dann aber auf relativ kurzer Strecke in einem Winkel von ungefähr 90 Grad ab, bis sie gerade auf die L403 nach Kolenfeld trifft.



Der Fahrer wurde bei dem Unfall in der Führerhauskabine eingeschlossen und konnte sie nicht aus eigener Kraft verlassen. Die Feuerwehr verschaffte sich über die Windschutzscheibe Zugang, indem eine Öffnung in die Scheibe geschnitten wurde, und befreite den Berufskraftfahrer.
Nach Angaben der Polizei war der Fahrer beim Unfall leicht verletzt worden – er wurde vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht.
Der Tank des LKW wurde beschädigt. Es befanden sich noch mehrere hundert Liter Diesel darin. Die Feuerwehr pumpte den Kraftstoff in einen Spezialbehälter um.



Die bereits ausgelaufenen Betriebsstoffe wurden gebunden, um weitere Gefahren für Umwelt und Straßenverkehr zu begrenzen.
Zunächst war nur die Ausfahrt blockiert, im Laufe des Einsatzes wurde jedoch schließlich auch die Auffahrt in Richtung Dortmund von der Polizei gesperrt. Der Verkehr auf der A2 selbst floss in beide Richtungen ungehindert.
Die Anschlussstelle blieb während der weiteren Aufräum- und Bergungsarbeiten voll gesperrt. In Fahrtrichtung Dortmund wurde der komplette Ausfädelungsstreifen mit Markierungen belegt. Warntafeln kündigten bereits vor der Abfahrt die Sperrung an.



Am Nachmittag gegen 14 Uhr hatte ein Spezialkran den Sattelzug dann wieder aufgerichtet. LKW-Berger zogen Zugmaschine und Auflieger anschließend von der Ausfahrt herunter. Gegen 16 Uhr war die Anschlussstelle wieder freigegeben.
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