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Osterfahrradsuche geht schief: Schüler findet verstecktes E-Bike schon vor dem Startschuss

10.04.2023 • Daniel Schneider • Aufrufe: 3447

Das war eindeutig die kürzeste Schnitzeljagd aller Zeiten: Bei der Fahrradsuche am Ostermontag war das ausgelobte Bike bereits zwei Stunden vor dem offiziellen Startschuss gefunden worden. Ein gewitzter Wunstorfer Schüler sicherte sich das 2.500-Euro-Fahrrad. Organisator Marcel Birth kämpft nun mit frustrierten Teilnehmern, die Trickserei vermuten, hat aber einen kleinen Trost: Die nächste Suche ist schon geplant – und das noch in diesem Jahr.

10.04.2023
Daniel Schneider
Aufrufe: 3447
Schon weg: Dieses versteckte E-Bike wurde gegen 7 Uhr am Ostermontag gefunden | Graphik: Auepost

Wunstorf (ds). Das hatte sich Marcel Birth anders vorgestellt – und mit ihm eine unbekannte, aber offenbar nicht gerade kleine Zahl an Suchwilligen, die sich auf die Rallye nach einem am Ostermontagmorgen in Wunstorf versteckten E-Bike gefreut hatte. Nicht nur aus Wunstorf – auch von außerhalb hatten sich Menschen auf den Weg in die Stadt gemacht, um an der Suche teilzunehmen.

Die nächsten Stunden sollten eine spaßige Suche werden im gesamten Ort: Mit zunächst vagen Hinweisen, die im Laufe des Tages immer konkreter geworden wären, wollte Birth die Teilnehmer nach dem teuren E-Bike suchen lassen, das er auf diese Weise zu verschenken gedachte. Wer es zuerst finden würde, sollte es bekommen. Sogar ein Radiosender stand schon in den Startlöchern und wollte die Suche live im Tagesprogramm begleiten.

Schon weg

Und der Erste, der es fand, bekam es auch – aber eben etwas anders als gedacht: Ein 15-Jähriger aus Wunstorf hatte das Rad schon kurz nach 7 Uhr gefunden – knapp zwei Stunden, bevor es eigentlich losgehen sollte. Der Schüler hatte bereits seit dem frühen Morgen danach gesucht und war schnell fündig geworden: „Versteckt“ war es in einer Nische an der Stiftskirche mitten in der Stadt.

Schon gefunden: Der Finder meldet sich über Facebook | Sreenshot: Auepost

Birth hatte es in der vergangenen Nacht dort platziert und saß gerade zu Hause beim Frühstück, um sich langsam auf den Tag vorzubereiten, als er schon wieder losmusste – er konnte es selbst nicht fassen, dass die Suche nun schon beendet war.

Auffällig unauffällig versteckt

Der gewitzte Finder hatte nicht einmal einen Facebook-Account, hatte von Freunden von der Aktion erfahren, sich extra noch im sozialen Medium angemeldet und sich dann entsprechend früh auf die Suche gemacht. Um 7.10 Uhr ging dann der Fotobeweis bei Birth ein, der zum Fahrradgewinn legitimierte. Der Gewinner hat den Schlüssel zum Fahrradschloss inzwischen bereits überreicht bekommen und ist nun Besitzer eines für ihn beinahe noch etwas zu großen E-Bikes.

Hier war das Rad „versteckt“ | Foto: privat

Dass es nicht so einfach werden könnte wie geplant, hatte Birth schon am Samstag während des Besuchs des Großenheidorner Osterfeuers geahnt: Viele seiner Bekannten, die ihn sahen, kündigten scherzhaft an, am heutigen Montag vor seiner Haustür campieren zu wollen, um ihm direkt zum Versteck zu folgen.

Entsprechend früh war Birth in der vergangenen Nacht gestartet, um das Rad zu verstecken, und hatte mögliche Verfolger auch abgehängt. Doch die Vorsichtsmaßnahmen waren vergeblich: Das Rad war offenbar zu leicht versteckt, wie sich jetzt herausstellte. Es stand schlicht an der Mauer der Stiftskirche.

Ein Shitstorm bricht los

Birth gibt sich zerknirscht, ist etwas sauer auf sich selbst, gönnt dem glücklichen Sucher jedoch seinen Erfolg: „Cleverer Junge“, sagt Birth. Den Frust bekommt Marcel Birth nun in den Sozialen Medien ab, wo sich ein Shitstorm zusammenbraut. Nicht wenige vermuten, dass Birth tatsächlich verfolgt worden wäre und das Fahrrad deshalb so schnell gefunden wurde. Das möchte Birth jedoch ausschließen – er habe niemanden wahrgenommen, der ihm aufgelauert habe, sagt er im Gespräch mit der Auepost.

Kritik und Glückwünsche auf Facebook | Screenshot: Auepost

Für die Neider, die sich nun beschweren, hat er trotz deren Enttäuschung wenig Verständnis. Er habe wegen mancher Kommentare „so einen Hals“, berichtet Birth. Das Rad solle man dem Jungen lieber gönnen. Das sehen aber auch viele andere Teilnehmer so, die dem Jugendlichen nun herzlich zum Gewinn gratulieren.

Aber auch Birth selbst wird gratuliert, aus der Mehrheit der Stimmen kristallisiert sich heraus: Tolle Aktion, großartige Idee, wunderbar, dass jemand so etwas privat auf die Beine stellt. Obwohl die positive Kritik überwiegt, hat sich Birth von den negativen Kommentaren trotzdem für einen Moment herunterziehen lassen. Sein erster Impuls auf die Beschwerden sei gewesen: „So, dann war’s das jetzt eben damit.“ Die von ihm schon geplante Folgeaktion stand auf der Kippe. Doch es war nur ein kurzer Moment, aus Frust über die dann teilweise doch recht deutlichen Worte Einzelner. Die lobenden Stimmen machten es aber wieder mehr als wett.

Nächste Aktion schon in Arbeit

Für alle verhinderten Osterfahrradsucher hat Marcel Birth deshalb trotz der nun schon wieder beendeten Suche einen Trost: Die nächste Fahrrad-Schnitzeljagd ist schon geplant, und die Teilnehmer werden auch nicht bis zum nächsten Ostermontag warten müssen. Die 2. Wunstorfer Fahrradsuche soll schon in den kommenden Sommermonaten stattfinden. So leicht wie jetzt wird es Birth den Fahrradsuchern dann aber nicht mehr machen: „Das wird dann etwas professioneller versteckt“, lächelt Birth selbstkritisch.

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Kommentare


  • Basti g. sagt:

    Tolle Aktion! Lächerlich

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