
Kolenfeld (red). In der Nacht von Sonntag auf Montag, den 17. November 2025, wurde die Ortsfeuerwehr Kolenfeld gemeinsam mit der Ortsfeuerwehr Wunstorf zu einem Unfall auf der A2 alarmiert. Die Alarmierung erfolgte als Vollalarm, denn gemeldet war eine Kollision zwischen vermutlich zwei Autos und einem LKW. Unklar war zu diesem Zeitpunkt noch, ob ein Mensch in seinem Fahrzeug eingeklemmt war.
Um 1.15 Uhr lief der Alarm auf, woraufhin die ersten Feuerwehrfahrzeuge in Kolenfeld Richtung Bad Nenndorf auf die Autobahn fuhren. Doch dort mussten die Einsatzkräfte direkt improvisieren und das tun, was ansonsten auf Autobahnen streng verboten ist: Sie fuhren ein kleines Stück rückwärts, da sich der Unfall bereits rund 50 bis 100 Meter vor der Auffahrt im Anschlussstellenbereich ereignet hatte.
Einsatzfahrzeuge fahren bei Rettungseinsätzen auf Autobahnen normalerweise ebenfalls wie der übrige Verkehr in Fahrtrichtung zu Unfallstellen. Nur in Ausnahmefällen wird davon abgewichen. Die bauliche Trennung von Fahrbahnen in verschiedene Richtungen und das Fehlen von weiteren Betriebszufahrten verhindert ansonsten, dass Rettungskräfte auf direktem Wege zu Unfallstellen gelangen. Die Autobahnabschnitte sind deshalb von vornherein zunächst bestimmten Feuerwehren zugeordnet, so dass nach Möglichkeit immer diejenige Feuerwehr alarmiert wird, die eine Einsatzstelle über die normalen Auffahrten als Erstes erreicht. Die Auffahrt über die vorgesehenen Anschlussstellen sind auch für Einsatzfahrzeuge der schnellste und sicherste Weg, zu einem Autobahn-Unfallort zu kommen.
Normalerweise fahren Feuerwehren sonst immer in Fahrtrichtung zu Unfallstellen, die Feuerwehr aus Kolenfeld also für ihren Zuständigkeitsbereich oft ab Kolenfeld in Richtung Bad Nenndorf. Aufgrund unklarer Einsatzmeldungen kann es aber geschehen, dass Feuerwehren auch darüber hinaus außerhalb ihres Gebietes tätig werden. So wird die Kolenfelder Feuerwehr etwa regulär auch immer wieder zu Autobahneinsätzen auf eigentlich Schaumburger Gebiet gerufen.
Der Kommandowagen der Ortsfeuerwehr Wunstorf war bereits an der Einsatzstelle eingetroffen und führte erste Sicherungsmaßnahmen aus. Weitere Einsatzfahrzeuge fuhren über Luthe auf die Autobahn.
Schnell stellte sich heraus, dass keine Person eingeklemmt war und alle Beteiligten ihre Fahrzeuge eigenständig hatten verlassen können.
Neben der Feuerwehr trafen auch Polizei und Rettungsdienst ein, auch ein Notarzt war zur Unfallstelle geschickt worden. Da eines der beteiligten Unfallfahrzeuge ein Hybridfahrzeug war, deaktivierte die Feuerwehr bei diesem die Hochvoltanlage, kümmerte sich insgesamt um das Batteriemanagement der Fahrzeuge und bereitete einen möglichen Löscheinsatz für den Fall der Brandentwicklung vor.
Letztlich verlief der Unfall glimpflich, die Unfallbeteiligten kamen nicht zu Schaden. Die Polizei konnte sich um die weitere Unfallaufnahme kümmern, die Feuerwehrkräfte konnten zeitnah wieder abrücken – die Autobahnabfahrt dafür war nun passenderweise direkt in Sicht.
Korrektur, 21.11.: Fehlerhafte Angaben zur Streckenabschnittszuständigkeit entfernt, Unfallort präzisiert.
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