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Sparkassen-Kubus in Wunstorf gesprengt

02.01.2023 • Redaktion • Aufrufe: 7767

Dreister Raubzug: Unter den Augen von Zeugen plünderten mehrere Täter den von ihnen gesprengten Geldautomaten der Stadtsparkasse zwischen Hotel, Tankstelle und Schnellrestaurant an der Kolenfelder Straße.

02.01.2023
Redaktion
Aufrufe: 7767
Geldautomat früher und jetzt an der Kolenfelder Straße

Wunstorf (red). Es sind Taten wie aus dem Film, die sich in rasendem Tempo abspielen: Explosivstoffe werden in Fahrkarten- oder Geldautomaten eingeleitet und dann gezündet. Das Ergebnis sind geborstene Automatenanlagen. Die Täter sind Profis, wissen, wie sie die Explosionen herbeiführen müssen, um an das geschützte Innere mit den Geldkassetten heranzukommen – aber nehmen lieber mehr Sprengstoff bzw. Gas als zu wenig, so dass Sprengungen von Geldautomaten in Gebäuden in der Vergangenheit schon zu ernsten Schäden auch an den Häusern führten. Dass Anwohner und Zeugen das Geschehen beobachten, ist einkalkuliert, und trotzdem gelingt den Tätern meist die Flucht.

„Senkrecht im Bett gestanden“

So auch in der vergangenen Nacht, als es den in Wunstorf freistehenden Geldautomaten der Stadtsparkasse am Burger-King-Restaurant traf. Gegen 1 Uhr in der Frühe des heutigen 2. Januars erfolgte die Detonation. Anwohner wurden von mehreren Knallgeräuschen aufgeschreckt. Schlafende hätten „senkrecht im Bett gestanden“, wurde berichtet. Die Explosionen zerstörten das Automatenhäuschen erheblich, Betonteile wurden auf das Pflaster geschleudert, die rote Glasverkleidung, die bislang in der Nacht prominent geleuchtet hatte, war mit einem Schlag verschwunden. Der Automat selbst wurde völlig zerstört. Verwendet wurde laut Polizei ein Festsprengstoff – welcher genau, ist noch unklar.

Die Bargeldversorgung bei Burger King ist unterbrochen | Foto: Daniel Schneider

Der Burger-King- und Tankstellenvorplatz glich in der Nacht einer Trümmerlandschaft. Verletzt wurde glücklicherweise niemand – sowohl die TAS-Tankstelle als auch das Burger-King-Schnellrestaurant hatten zwei Stunden zuvor geschlossen.

Täter rasen davon

Die Täter – es soll sich offenbar um drei Personen gehandelt haben – erbeuteten das Bargeld aus dem Automaten und rasten mit hoher Geschwindigkeit in einem silberfarbenen Auto davon. Über die Kolenfelder Straße flüchteten sie in dann unbekannte Richtung. Die verständigte Polizei leitet eine sofortige Fahndung ein, konnte das Fahrzeug und die Täter jedoch nicht ausfindig machen – diese entkamen unerkannt.

Der Kriminaldauerdienst sicherte die Spuren am Tatort, die genaue Höhe des Schadens wird derzeit noch ermittelt. Inzwischen ist der Tatort wieder freigegeben, die Reste des Kubus in eine Kunststoffplane eingewickelt.

Erst vor zweieinhalb Jahren in Betrieb genommen

Der nun gesprengte Automat war gemeinsam mit dem baugleichen Modell in Steinhude das Automatenaushängeschild der Stadtsparkasse und Teil der neuen Platzierungsstrategie, Geldautomaten an zentralen, hochfrequentierten Orten aufzustellen statt wie bisher etwa im Umfeld der ehemaligen Zweigstellen. Erst im August 2020 war er als erstes dieser Modelle in Wunstorf aufgestellt worden, der Platz war als idealer Standort bezeichnet worden. Den Automaten in dieser Form kam damit auch eine deutlichere Werbeträgerfunktion zu, was sich auch in der auffälligen Beleuchtung bei Dunkelheit ausdrückte. Die Annahme, dass prominenter in der Öffentlichkeit aufgestellte Automaten als Nebeneffekt von Kriminellen weniger ins Visier genommen werden, dürfte nun jedoch als widerlegt gelten.

Der Kubus war bei Dunkelheit auffällig hinterleuchtet gewesen (Archiv) | Foto: Daniel Schneider

Es handelt sich bei der heutigen Automatensprengung um den vierten derartigen Vorfall innerhalb der letzten Jahre in der Stadt. 2021 war bereits der Kolenfelder Geldautomat der Stadtsparkasse aufgebrochen worden, 2018 hatten sich Täter an einem Spardabank-Geldautomaten am Toom-Baumarkt zu schaffen gemacht. Ebenfalls 2018 war schon einmal versucht worden, einen Geldautomaten der Commerzbank in der Südstraße zu sprengen, was jedoch gescheitert war. Die Sprengung des Stadtsparkassen-Kubus in Wunstorf ist daher der erste Vorfall, bei dem Täter mit einer Sprengung in der Stadt erfolgreich waren – und gleichzeitig die erste Automatensprengung in Deutschland im Jahr 2023.

Weitere Zeugen, die Hinweise zu der Tat beziehungsweise zu den Tätern geben können, werden gebeten, sich beim Kriminaldauerdienst der Polizei Hannover unter der Telefonnummer (0511) 109-5555 zu melden. 
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Kommentare


  • Wunstorfer sagt:

    Damit habe ich schon seit Inbetriebnahme vor 2 Jahren gerechnet.

    Der „Geldwürfel“ war ja auch für Kriminelle an bester Stelle aufgestellt: Ein nachts ziemlich verlassener Ort, unter freiem Himmel – ohne Gebäude mit „störenden“ Bewohnern drum herum und noch dazu in bester (weil kürzester) Entfernung zur Autobahn.

    Dann noch schlau an einem Tag, wo es sowieso noch überall kanllt, gesprengt…

  • Stahlhut Holger sagt:

    Eine Einladung sondergleichen.War nur ne Frage der Zeit.

  • Basti g. sagt:

    Die werden bestimmt von den bargeldabschaffern bezahlt

    • Marc H. sagt:

      Ja nee, ist klar – warum sollten sie sich von „Bargeldabschaffern“ bezahlen lassen, wenn sie durch solch eine Aktion selber zu ihren eigenen „Bargeldbeschaffern“ werden und dadurch mehr Geld bekommen, als irgendwelche AFDler, Reichsbürger oder andere Verschwörer die Bargeld abschaffen wollen, für so eine Aktion überhaupt bereit wären zu zahlen?
      Und Bargeld abschaffen – wer soll das wollen und was soll das bringen? Leute wie Du haben zwar immer die totale Angst davor, aber keiner kann es konkret benennen, warum und was das überhaupt bringen soll und wofür es gut sein soll.
      Das Bargeld wird über kurz oder lang sicherlich nicht abgeschafft, warum auch? Aber alternative Zahlungsmethoden, wie Kartenzahlung, Handyzahlung usw. werden immer mehr genutzt werden, weil es praktisch ist und um einiges schneller geht. Krieg manches mal nen Hals, wenn die Person vorne an der Kasse Minutenlang im Portemonnaie kramt, um passend zu zahlen obwohl ja offensichtlich genug Geld vorhanden ist und man ja nicht unbedingt passend zahlen muss, was sowieso meist schneller geht – und ich stehe da, habe keine Zeit, weiß dass mein Zug gleich fährt, habe Karte oder Handy schon zum bezahlen bereit in der Hand und muß es nach dem einscannen nur noch vor das Zahlterminal halten und kann abhauen,…. Und dann steht vorne an der Kasse so eine ewig gestrige Gestalt, die nicht nur lieber mit Bargeld bezahlt, sondern auch noch der Meinung ist, mit dem vielen Kleingeld (was eh keiner haben will) was sie im Portemonnaie hat, passend zahlen zu wollen und hält damit den ganzen Verkehr auf.
      Und dann kommt einer wie Basti G. daher und behauptet Automatensprenger werden von Bargeldabschaffern bezahlt – dabei beschaffen sie sich mit so einer Aktion mehr Bargeld als knauserige Bargeldabschaffer bereit wären dafür zu zahlen. Das Bargeld wird sich über kurz oder lang selbst abschaffen – ich denke mal, dassniemand vor hat es abzuschaffen – das würde auch gar nicht gehen – aber das damit bezahlt wird, das wird halt immer weniger werden.
      Letztlich zählt halt auch wie Du Leute es machen wollen und da muss jeder für sich entscheiden, ob e mit Bargeld oder Bargeldlos bezahlen will.

  • Grit D. sagt:

    #“Das Böse ist immer und überall“ ist nicht erst seit dem Song „Banküberfall“ der österreichischen Band „EAV“ bekannt und hat sich hier einmal mehr beweisen müssen.

    Dass der Sparkassen-Kubus nicht früher Verbrecher anlockte, mehr als verwunderlich, lud der doch förmlich dazu ein!

  • Manschli sagt:

    Was solls, darüber zu reden, lohnt nicht!!! Tja, so ist es nunmal

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