
Wunstorf (ds). Zuletzt hatten Anwohner noch einmal Druck gemacht, nachdem sie sich über Monate hingehalten fühlten: Seit der gemeinsame Rad- und Fußweg entlang des „Rodelberg-Spielplatzes“ durchgehend gepflastert ist und damit nun eine einheitliche Strecke auch für den Radverkehr darstellt, sind Radfahrer dort in der Regel schneller unterwegs als früher. Zuvor hatte der Spielplatzbereich aus Erdboden bestanden, ein eher unebener Plattenweg führte dorthin, der Weg war im Bereich des Spielplatzes unterbrochen. Nun führt er schnurgerade direkt am Sandspielbereich für jüngere Kinder vorbei.
Die Sanierung und der Ausbau war vor allem auch von den radfahrenden Kindern damals sehr begrüßt worden, die am Rande des Viertels endlich wieder vernünftig fahren konnten. Es hatte aber auch zu neuen Konflikten geführt. Als Nebenwirkung fühlten sich Nutzer des Spielplatzes Spitzwegstraße von den vorbeirauschenden Rädern vor allem erwachsener Rad- und Pedelecfahrer bedroht. Nicht ganz zu unrecht: es kam zuletzt tatsächlich zu Unfällen und unschönen Begegnungen zwischen Spielplatzbesuchern und dem Radverkehr. Anwohner hatten daher vorgeschlagen, wieder Metallbügel auf dem Weg zu installieren, die es dort früher bereits einmal gegeben hatte.
Über die neuesten Nachrichten aus dem Bauamt dürften sich die Eltern, die mit ihren Kindern den Spielplatz regelmäßig nutzen, daher nun freuen: Geplant wird derzeit, eine Geschwindigkeitsreduzierung des Radverkehrs in diesem Bereich zu erzielen. Als Lösung stehen zwei Optionen im Raum: Die Aufpflasterung des Bereiches mit Erhebungen, so dass sich ein Schwelleneffekt für Radfahrer ergeben würde, oder das Installieren von sogenannten Umlaufsperren: Metallbügel, die umfahren werden müssen und dadurch ein Abbremsen bei Radfahrern erzwingen. Alternativvorschläge, wie etwa Warnungen groß direkt auf den Weg zu malen, sollen keine Berücksichtigung finden.
Der ADFC rät von Umlaufsperren auf Radwegen generell ab. Künstliche Verengungen erschwerten die Fahrdynamik und ließen bei mangelnder Sichtbarkeit ein Gefahrenpotenzial entstehen. Für als Gruppe fahrende Radfahrer oder bei Begegnungsverkehr bestünde Kollisionsgefahr. Vor allem wegen nachts schlecht beleuchteter Hindernisse auf Radwegen waren Städte in der Vergangenheit bereits erfolgreich verklagt worden.
Die Tendenz in der Bauverwaltung gehe derzeit stark in Richtung Umlaufsperren, sagte Baustadtrat Alexander Wollny der Auepost. Diese sollten so großzügig angelegt sein, dass ein Umfahren für Radfahrer problemlos möglich ist, aber dennoch zu einer signifikanten Geschwindigkeitsreduzierung führten. Dazu könnten z. B. schräg angebrachte Umlaufsperren gebaut werden. Mit früher oft gebauten Hindernissen, an denen Radfahrer vollständig stoppen mussten oder Gespanne gar nicht durchkamen, soll es nichts zu tun haben.

Geplant wird also eine groß dimensionierte Sperre, die einen Schlenker der Radfahrenden und damit ein Verringern der Geschwindigkeit erzwingt, aber gleichzeitig nicht dazu führt, dass Radfahrer zu sehr behindert werden oder gar absteigen müssen.
Die Alternative, die Aufpflasterung mit einer künstlichen Erhebung in diesem Bereich, ist nur zweite Wahl. Nach zuletzt sehr schlechten Erfahrungen mit dieser Form der Verkehrsschikane für Radfahrer ist es sehr unwahrscheinlich, dass diese Variante realisiert wird. In einer nicht nur provisorischen Bauweise wäre sie zudem wohl deutlich teurer als das Installieren von Umlaufsperren.
So ein Blödsinn, ein E-Bike oder Pedelec ist kein Mofa oder Moped. Ein Mofa ist grundsätzlich so gestaltet, dass es allein durch Motorkraft fährt und der Fahrer nichts weiter tun muss, als dazusitzen und zu lenken. Ein E-Bike / Pedelec hat lediglich eine Trittkraft-Unterstützung, die nur dann greift, wenn man auch in die Pedalen tritt. Ohne Tritt in die Pedalen passiert da gar nichts – zumal die Trittkraft-Unterstützung auch nur im weitesten Sinne ein Motor ist und nicht dafür ausgelegt ist das Fahrrad alleine zu bewegen, ohne dass der Fahrer selber tritt.
E-Bikes und Pedelecs sind also immer noch in erster Linie Fahrräder.
Ist trotzdem ein Fahrrad mit Hilfsmotor = Mofa
Radfahrer mit Sperren nicht zu beeinträchtigen klingt nach bestens durchdachtem Konzept!
Vielleicht könnte man das noch optimieren, indem man dort Wasserspender wie in der Fußgängerzone installiert, denn die Radfahrer fahren ja nur schneller, weil sie dem Verdursten durch die tödliche Klimakatastrophe ankommen wollen. Das würde zum Absteigen zwingen.
Das Anreichen von Wasser (wie bei der Tour de France) während der Fahrt wäre nicht so gut, weil auch damit das Grundproblem nicht gelöst wäre.
Vielleicht kommt man ja auch irgendwann, nach langem Nachdenken dahinter, das E-Bikes auch nur Mofas sind und deshalb dort heute schon nicht gestattet sind?