40.000 Besucher in Wunstorf

Das war der Tag der Bun­des­wehr

Euro­figh­ter, A400M oder Tor­na­do zogen heu­te ihre Krei­se über Wunstorf und kamen der Stadt näher als sonst: die Ver­an­stal­tung im Rah­men des bun­des­wei­ten Prä­sen­ta­ti­ons­ta­ges der Bun­des­wehr mach­te Wunstorf für einen Tag zum Ziel von Flug­zeug­be­geis­ter­ten von nah und fern.

Ein A400M in der War­tungs­hal­le | Foto: Bundeswehr/Dustin Eich

Wunstorf (ds). Fast andert­halb­mal so vie­le Men­schen wie Wunstorf Ein­woh­ner hat – mit 60.000 Besu­chern hat­te die Bun­des­wehr zum Tag der offe­nen Tür auf dem Mili­tär­flug­ha­fen in Wunstorf gerech­net. Am Ende waren es 20.000 weni­ger, doch es wur­de trotz­dem voll auf dem Flie­ger­horst am Stein­hu­der Meer.

Der Stand­ort in Klein Hei­dorn, Basis des Luft­trans­port­ge­schwa­ders 62, hat­te sich für den „Tag der Bun­des­wehr“, der heu­te in ganz Deutsch­land statt­fand, zum ers­ten Mal bewor­ben. Der Tag war damit eine Pre­mie­re sowohl für die Stadt, die Sol­da­ten als auch die Besu­cher.

Flie­ger­horst kon­kur­renz­los

Wunstorf lag dabei fak­tisch iso­liert, die nächst­ge­le­ge­nen Stand­or­te, die die Ver­an­stal­tung aus­tru­gen, waren Olden­burg, Mep­pen und Ham­burg. Doch Wunstorf war auch einer von nur 3 Stand­or­ten, an dem es eine Flug­schau gab, und der ein­zi­ge mit einer der­art gro­ßen Flug­schau der Luft­waf­fe. Nicht nur die Wunstor­fer nutz­ten daher die Gele­gen­heit, sich den Flie­ger­horst ein­mal genau­er anzu­se­hen, den man zwar vor der eige­nen Haus­tür hat und der zu Wunstorf dazu­ge­hört wie der Kuh­brun­nen zur Fuß­gän­ger­zo­ne, an den man nor­ma­ler­wei­se jedoch nicht so nahe her­an­kommt. Auch aus dem Umland und von weit­her reis­ten die Inter­es­sier­ten an.

Nicht nur Luft­fahrt­be­geis­ter­ten oder Bun­des­wehr­in­ter­es­sier­ten wur­de eini­ges gebo­ten und gezeigt, der Tag auf dem Flie­ger­horst war auch als Ver­an­stal­tung für die gan­ze Fami­lie kon­zi­piert. So sah man dann auch vie­le Kin­der, die sich durch die Flug­zeu­ge schleus­ten, dem Pro­gramm folg­ten – oder sich mit Bun­des­wehr-Fan­ar­ti­keln aus­stat­ten lie­ßen.

Beschrif­tung an der Fahr­rad­stell­platz­über­da­chung am Wunstor­fer Bahn­hof | Foto: Dani­el Schnei­der

Neben den Trans­port­flie­gern, die ihre Arbeit und Maschi­nen vor­stell­ten, wur­den zahl­rei­che wei­te­re Luft­fahr­zeu­ge und Expo­na­te auch aus dem Aus­land her­an­ge­schafft. Über 20 Flug­zeu­ge und Hub­schrau­ber waren zu sehen, Fall­schirm­sprin­ger lan­de­ten, der Euro­figh­ter über­flog das Gelän­de, und auch der Tor­na­do und natür­lich der A400M bewie­sen neben wei­te­ren Maschi­nen ihre Ein­satz­be­reit­schaft. Die Trans­port­flug­zeug­flot­te des Stand­orts spiel­te natür­lich eine zen­tra­le Rol­le: der A400M wur­de gleich 8-mal in ver­schie­de­nen Ein­satz­sze­na­ri­en aus­ge­stellt.

Ange­hö­ri­ge des Ver­ban­des sowie Unter­stüt­zer aus gro­ßen Tei­len der Bun­des­wehr waren an die­sem Tag ein­ge­setzt, um den Besu­chern das Mili­tär näher­zu­brin­gen. Am Stand des Ver­pfle­gungs­am­tes wur­de die klas­si­sche Feld­kü­chen-Erb­sen­sup­pe aus­ge­ge­ben.

Heu­te war ein groß­ar­ti­ger Tag für das Luft­trans­port­ge­schwa­der 62 in Wunstorf, und ich möch­te den vie­len Men­schen dan­ken, die sich für die Beru­fe der Sol­da­ten hier auf dem Flie­ger­horst und in der Bun­des­wehr inter­es­sie­ren. Ich habe über­all zufrie­de­ne Besu­cher gese­hen.“Oberst Lud­ger Bet­te, Kom­mo­do­re des LTG 62

Natür­lich woll­te man nicht nur Mensch und Tech­nik zei­gen, son­dern sich auch als attrak­ti­ver Arbeit­ge­ber dar­stel­len. Prä­sen­tiert wur­de den Besu­chern daher auch die neue Möbel­se­rie für Büros und Stu­ben in Regie des Bun­des­am­tes für Infra­struk­tur, Umwelt­schutz und Dienst­leis­tun­gen der Bun­des­wehr. Auch die Bun­des­wehr-Feu­er­wehr stell­te sich vor.

Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin von der Ley­en war nicht per­sön­lich vor Ort, son­dern sprach in Olden­burg für alle aus­tra­gen­den Stand­or­te. Statt­des­sen war der Gene­ral­inspek­teur der Bun­des­wehr, Eber­hard Zorn, in Wunstorf zuge­gen.

Der A400M trans­por­tiert auch THW-Fahr­zeu­ge für huma­ni­tä­re Ein­sät­ze | Foto: Tech­ni­sches Hilfs­werk

Auch wenn Wunstorf an die­sem Sams­tag irgend­wie lee­rer wirk­te als üblich, weil offen­bar vie­le den Weg zum Flie­ger­horst ange­tre­ten hat­ten, galt das nicht für die Stra­ßen. Stau ließ sich gene­rell nicht ver­mei­den, obwohl die Wunstor­fer sogar gebe­ten wor­den waren, wenn mög­lich mit dem Fahr­rad anzu­rei­sen, was tat­säch­lich vie­le taten. Der Rück­stau reich­te teil­wei­se bis zum Auto­bahn­an­schluss Luthe. Etwas bes­ser hat­ten es die­je­ni­gen, die den Shut­tle-Ser­vice nutz­ten: Wer mor­gens mit dem Shut­tle­bus zum Flie­ger­horst fuhr, brauch­te vom Wunstor­fer Bahn­hof bis zum Flug­platz 15 Minu­ten – am Mit­tag war es aber auch hier dann schon eine hal­be Stun­de Fahrt­zeit allein im Shut­tle­ver­kehr.

Rück­rei­se­wel­le am Mit­tag

Offen­bar die gegen Mit­tag stark stei­gen­de Tem­pe­ra­tur sorg­te dafür, dass vie­le Besu­cher schon früh­zei­tig wie­der den Heim­weg antra­ten und die zwei­te Flug­show am frü­hen Nach­mit­tag aus­lie­ßen. Bereits gegen 12 Uhr kam es daher zu einer regel­rech­ten Rück­rei­se­wel­le. Eben­falls 30 Minu­ten saßen die Abrei­sen­den dann im Stau, bis sie wie­der am Bahn­hof ange­kom­men waren. Ins­ge­samt gelang die Len­kung der Besu­cher­strö­me jedoch ein­wand­frei – zahl­rei­che an den neur­al­gi­schen Punk­ten ste­hen­de Sol­da­ten wie­sen den kür­zes­ten Weg.

Die ange­peil­te Gesamt­be­su­cher­zahl wur­de nicht erreicht, statt 60.000 kamen 40.000 Besu­cher. Von den 40 Bus­sen, die in Dau­er­schlei­fe zwi­schen Bahn­hof und Flie­ger­horst fah­ren soll­ten, muss­ten daher auch nicht alle gleich­zei­tig ein­ge­setzt wer­den.

Tag der Bundeswehr 2018 am ZOB
Stell­ta­fel am Wunstor­fer Bahn­hof | Foto: Mir­ko Baschet­ti
Tag der Bundeswehr 2018 am ZOB
Shut­tle­bus­se in War­te­po­si­ti­on | Foto: Mir­ko Baschet­ti

Ein­satz­kräf­te in allen Far­ben

Das THW war eben­falls mit einem Groß­auf­ge­bot auf und um das Gelän­de unter­wegs – und leis­te­te Amts­hil­fe für die Bun­des­wehr. So wur­den etwa die Park­plät­ze in Klein Hei­dorn und Pog­gen­ha­gen von ins­ge­samt 130 THW-Hel­fern aus 10 Orts­ver­bän­den mit­be­treut. Auch auf der „Blau­licht­mei­le“ rund um die Flug­ha­fen­feu­er­wa­che waren die Zivil­schüt­zer mit knapp 30 Fahr­zeu­gen ver­tre­ten und prä­sen­tier­ten ihre Arbeit.

Das THW auf der „Blau­licht­mei­le“ | Foto: Tech­ni­sches Hilfs­werk

Eben­so wur­de gezeigt, wie die Zusam­men­ar­beit mit der Bun­des­wehr im Fal­le von Natur­ka­ta­stro­phen oder bei huma­ni­tä­ren Ein­sät­zen funk­tio­niert – denn Aus­lands­ein­sät­ze gehö­ren auch zum gesetz­li­chen Auf­trag des THW, wie zwei ehren­amt­li­che Aus­lands­ex­per­ten den Besu­chern am Sonn­abend erläu­ter­ten.

Sani­tä­ter ver­sor­gen Hit­ze­op­fer

Ange­sichts der Besu­cher­mas­sen bei hei­ßem Wet­ter hat­ten auch die Sani­tä­ter auf dem Gelän­de eini­ges zu tun. Die 199 Johan­ni­ter waren mit ins­ge­samt elf Ret­tungs­wa­gen und vier Kran­ken­wa­gen vor Ort, dazu kamen ein Not­arzt­ein­satz­fahr­zeug, aber auch der Ein­satz­leit­wa­gen und Ein­hei­ten der tech­ni­schen Unter­stüt­zung waren am Tag der Bun­des­wehr betei­ligt. 133 Ein­sät­ze bewäl­tig­ten die Johan­ni­ter. Drei Pati­en­ten muss­ten im Kran­ken­haus wei­ter­ver­sorgt wer­den. Für die Hel­fe­rin­nen und Hel­fer selbst waren es bei der Hit­ze kei­ne ein­fa­chen Ein­satz­be­din­gun­gen: zwei Hel­fe­rin­nen muss­ten zwi­schen­zeit­lich von den eige­nen Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen betreut wer­den.

Die Johan­ni­ter im Ein­satz auf dem Flie­ger­horst | Foto: Johanniter/Jan Klaas­sen

Auch an der Kin­der­sam­mel­stel­le hat­ten die Ein­satz­kräf­te immer wie­der Kin­der und Jugend­li­che in der Betreu­ung, die ihre Eltern auf dem weit­räu­mi­gen Are­al ver­lo­ren hat­ten. Alle konn­ten aber wohl­be­hal­ten wie­der an die Eltern über­ge­ben wer­den.

Besu­cher mehr als zufrie­den

Der Begeis­te­rung waren Stau und hei­ßes Wet­ter jedoch nicht abträg­lich. Eine Blitz­um­fra­ge der Aue­post ergab eine durch­weg posi­ti­ve Reso­nanz bei den Besu­chern, die vom Gelän­de ström­ten. Alte wie Jun­ge zeig­ten sich vor allem begeis­tert von den Mög­lich­kei­ten, den Flug­zeu­gen ein­mal ganz nahe gekom­men zu sein. Dass die Bun­des­wehr schon am Ein­gang gra­tis Was­ser an die Besu­cher ver­teil­te und man auf dem Gelän­de auch Eis kau­fen konn­te, kam gut an, doch Schat­ten­plät­ze gab es zu wenig. Eini­ge bereu­ten daher, kei­nen Hut oder eine ande­re Kopf­be­de­ckung mit­ge­nom­men zu haben.

Das war der Tag der Bun­des­wehr 1 von 10

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19 Kommentare
  1. Hans Klein meint

    es war ja auch soweit top nur die geträn­ke­prei­se waren astro­no­misch! cola und bier ok… aber wenigs­tens das was­ser hät­ten sie vom preis hal­bie­ren kön­nen

    1. Maike Meischke meint

      DAS dach­te ich mir auch.…

  2. Jacky Stachan meint

    Zu Recht!
    Wahn­sinn was auf die Bei­ne gestellt wur­de

  3. Andree Knapp meint

    Zwei Din­ge: Die Prei­se (ins­be­son­de­re Eis und Geträn­ke) waren völ­lig unan­ge­mes­sen über­zo­gen und der ein oder ande­re Son­nen­schutz auf der „Plat­te“ wäre ganz hilf­reich gewe­sen.

    1. Hans Klein meint

      eis ist wie bier luxus­ar­ti­kel… aber was­ser hät­te güns­ti­ger sein müs­sen

    2. Verena Schoen meint

      Hans Klein

    3. Verena Schoen meint

      Gut das auch gra­tis Was­ser ver­teilt wur­den ist.

    4. Hans Klein meint

      Vere­na Schoen wo? also ich hab davon nichts mit­be­kom­men

    5. Verena Schoen meint

      Wir haben voll viel bekommen.Bei den Shut­tel­bus­sen. Da kamen die Bun­di leu­te und haben ver­teilt. Und auf den Park­plät­zen waren auch paar Bun­dis die Ver­teil­ten für die Auto­fah­rer weil ja so viel Stau war.

      1. Fabian meint

        Das war die Feu­er­wehr, mit 6 Orts­wehren.

    6. Andree Knapp meint

      Es ging auch um das Gelän­de an sich.

    7. Max Zander meint

      Es gibt immer was zu meckern,typisch deutsch.

    8. Andreas Michael Mankus meint

      Max Zan­der sehe ich auch so, „es gibt immer was zu meckern“. Aller­dings „typisch deutsch“ ist tota­ler Unsinn – sor­ry…

  4. Nicole Jaeschke meint

    3 Euro für Was­ser fand ich unver­schämt…

  5. Kerstin meint

    Lat­te 2€ Slash Eis 0,3 3€ ich habe schon schlim­me­res erlebt .. am Was­ser ist ein Becher Kaf­fee schon teu­rer ! Und wer bei dem Wet­ter ‚auf einen Flug­ha­fen ohne Kopf­be­de­ckung geht … Hat die vor­her sicher auch schon Mal ver­ges­sen in sei­nem Leben

  6. Birgit Meier meint

    Den Sol­da­ten, Frei­wil­li­gen, THW, Johan­ni­tern, DRK und alle ande­ren Orga­ni­sa­tio­nen, die sich voll ein­ge­setzt haben, ein dickes Dan­ke­schön, das sie trotz der Hit­ze die Ver­an­stal­tung so durch­zie­hen konn­ten.
    Es gab eini­ge Kreis­lauf­op­fer, ich per­sön­lich habe auch nicht alles gese­hen – aber es war beein­dru­ckend. Und einen Gruß an die Sol­da­ten der Medi­zin­ein­heit, wenn Eure Arbeit nicht gese­hen wird, man kann froh sein, sol­che Men­schen im Ein­satz zu haben.

  7. Hans Klein meint

    auf jedem floh­markt darfst du aber auch dei­ne eige­nen geträn­ke mit­brin­gen was dort unter­sagt war 😉

  8. Drea Schostok meint

    Unglaub­lich toll.

  9. Simone Herzog meint

    Hans Klein Glas­fla­schen waren unter­sagt… Plas­tik konn­ten mit­ge­nom­men wer­den…

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