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Förderung steht

Wilhelmstein: Neues Tourismuskonzept kommt

Heute wurde der Zuwendungsvertrag von der Region und der SMT für den Wilhelmstein unterschrieben. Die Region beteiligt sich damit an der touristischen Weiternutzung der Insel im Steinhuder Meer.

Vertragsunterzeichnung
Christine Karasch (Region Hannover) und Willi Rehbock (SMT) unterzeichnen den Vertrag | Foto: Region Hannover/Philipp Westphal

Hannover/Neustadt a. Rbge./Wunstorf (red). Die Steinhuder Meer Tourismus GmbH erhält 60.000 Euro jährlich für den Inselbetrieb von der Region Hannover. Die Vereinbarung ist Teil der Strategie, die künstliche Insel im Steinhuder Meer für den Tourismus weiterzunutzen. Denn zu diesem Jahresende zieht sich der Besitzer, das Haus Schaumburg-Lippe, aus der Bewirtschaftung zurück.

Für das einstige Fürstenhaus war der Wilhelmstein defizitär, es bestand die Befürchtung, dass die sich in Privatbesitz befindliche künstliche Insel, die einen wichtigen Baustein im Tourismus für Steinhude und das Steinhuder Meer bildet, für die Öffentlichkeit geschlossen wird. Seitens der Wunstorfer Politik war zunächst gebremst worden, den Aufgabenbereich der Steinhuder Meer Tourismus GmbH (SMT) auf den privaten Wilhelmstein auszudehnen und mit Haushaltsmitteln zu unterstützen, doch letztlich stimmten die Gremien den Plänen zu. Durch die finanzielle Absicherung der Akteure wird die SMT nun in die Lage versetzt, Veranstaltungen auf der Insel zu organisieren, Insel-Marketing zu betreiben oder Unterkünfte anzubieten.

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Neue Finanzstruktur

Die Region Hannover unterstützt mit 60.000 Euro jährlich, die Kooperationsvereinbarung gilt zunächst unbefristet, über die Höhe und Fortsetzung des Zuschusses wird ab 2026 in Fünf-Jahres-Abständen neu entschieden. Von der Stadt Wunstorf fließen jährlich 270.000 Euro direkt an die SMT. Finanzielle Unterstützung kommt auch aus den Landkreisen Nienburg/Weser und Schaumburg, die neben der Region Hannover Träger des Naturparks Steinhuder Meer sind: Deren Naturparkbeitrag erhöht sich voraussichtlich um zweckgebundene Mittel in Höhe von jeweils 10.000 Euro im Jahr. Zudem bringt sich das Land Niedersachsen durch bereits bestehende Kooperationsverträge ein. Die Region erhält im Gegenzug einen Gastsitz im Aufsichtsrat des Unternehmens. Die SMT stellt durch zusätzliche Mittel ihrer Gesellschafter Stadt Wunstorf, Stadt Neustadt am Rübenberge, Stadt Rehburg-Loccum und Samtgemeinde Sachsenhagen 40.000 Euro jährlich für den Betrieb des Wilhelmsteins bereit.

Wilhelmstein
Der Wilhelmstein im Steinhuder Meer | Foto: Daniel Schneider

Neue Pläne für die Insel

Ein externes Planungsbüro wird mit der Erarbeitung eines neuen Nutzungskonzepts beauftragt werden. Unter anderem sollen die Aspekte Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit auf dem Wilhelmstein eine größere Rolle spielen und die bestehenden Ausstellungen moderner gestaltet werden. „Wir wollen den Aufenthalt zu einem echten Erlebnis machen, um noch mehr Gäste für einen Besuch auf der Insel zu begeistern“, sagt SMT-Geschäftsführer Willi Rehbock. Dazu plant die SMT zusätzliche Angebote für Gruppen und Kinder sowie eine Neuausrichtung der Inselgastronomie.

Die Steinhuder Meer Tourismus GmbH (SMT) wurde 2004 von der Stadt Wunstorf und dem Steinhuder Fremdenverkehrsverein ins Leben gerufen. In den Folgejahren traten auch Hagenburg, Neustadt und Rehburg-Loccum bei. In Steinhude betreibt die SMT bereits z. B. den Wohnmobilstellplatz und die Minigolfanlage. Auch die Tourist-Informationen in Steinhude, Mardorf und Neustadt werden von ihr betrieben.

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Volksbank Nienburg

2 Kommentare

  1. So, so, für den Fürsten Schaumburg-Lippe ist die Insel defizitär. Das mag ja auch stimmen. Aber deshalb Gelder von der Region Hannover, der Stadt Wunstorf und der SMT in einer Gesamthöhe von 370.000 € einzufordern, obwohl die Insel im Privatbesitz ist, halte ich für mehr als nur fragwürdig. Die Kommunen brauchen dringend Geld um die Coronakrise zu stemmen.
    Und so wichtig, wie immer getan wird, ist die Insel nun auch nicht. Immerhin kann man um die Insel rumfahren und wenn der Fürst “so arm” ist, dann soll er für den o.a. Betrag die Insel an die Stadt wunstorf abgeben.
    Interessant wäre es, den bisherigen Wirt zu befragen, warum er den Gastronomischen Betrieb nicht mehr weiterführen will.
    Zum einen ist die Coronakrise schuld und zum anderen wahrscheinlich auch die mangelnden Besucher, die auch vor Corona nicht nennenswert zum Umsatz beigetragen haben.
    MAn müsste ersteinmal feststellen, wieviele Boote mit wievielen Besuchern die Insel ansteuern und wieviele der Besucher die Inselgastronomie in Anspruch nehemen (ohne Coronabedingten Ausfall).
    Im zweiten Fall müsste man feststellen wieviele der Besucher tatsächlich die Inselfestung besuchen und Eintritt zahlen. Evtl. wenn diese Zahlen negativ sind, kann man die Geschichte der Festung Wilhelmstein sicherlich auch preisgünstiger in Steinhude selbst darstellen (inkl. aller Exponate). Das wäre eine wirkliche Bereicherung für den Ort Steinhude.

    1. Die Insel gehört, wie Steinhude, Mardorf, usw. zum Naherholungsgebiet Steinhuder Meer. Diese Ziele werden in den letzten Jahren immer häufiger genutzt. Wir brauchen die Insel, die von der weißen Flotte und den viele Aussiedler Booten angefahren werden. Wenn das Konzept defizitär ist muss überprüft werden, ob es an Corona oder an einer falschen Nutzung der Möglichkeiten, welche die Insel bietet, liegt. Pläne und Überlegungen sind viele vorhanden, die vielversprechend sind, werden aber z.T. von Steinhude ausgebremst, da der Ort an den Wochenenden und an schönen Sommertagen vom KFZ -Verkehr total überrollt wird. Hierfür müssen die Parkmöglichkeiten hinter den Strandterassen und am Bruchdamm um ein Mehrfaches erweitert werden. Zudem muss das Neherholungsangebot zwischen der Lütjen Deile und dem Hagenburger Kanal, erweitert werden. Hier gibt es momentan nur einen Wanderweg. Wenn dieses Gebiet sinnvoll für die Naherholung genutzt wird, wird, wird der Ortskern von Steinhude entlastet. Eine bessere Nutzung der Insel Wilhelmsstein kann in ein entsprechendes Konzept mit einbezogen werden.

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