
Wunstorf (red). Mehr Baustellenatmosphäre geht nicht: Auf der einen Seite wird gerade die Stadtsparkasse für den Abriss vorbereitet, und auf der anderen Seite ist nach wie vor der Stadtkirchturm zur laufenden Sanierung komplett eingerüstet. Baustellenabsperrung hier, Baustellensicherung da. Und dabei hat die eigentliche Sanierung der Innenstadt noch gar nicht begonnen.
Und trotzdem: Der diesjährige City Beach, die inzwischen 3. Auflage, hat sein altes Flair zurück. Die Verlegung in die Südstraße direkt an die Rathausmauer im vorigen Jahr hatte sich als keine gute Lösung erwiesen – und fühlte sich wie eine Notlösung an. Das wurde ausgerechnet immer dann besonders deutlich, wenn Auftritte stattfanden: Auf der einen Seite der Straße saßen die Zuschauer, auf der anderen Seite der Straße standen die Künstler – und dazwischen liefen die Passanten herum. Letztlich war es auch eine Notlösung: Man wollte keine neuen Konflikte mit dem Wochenmarkt provozieren.
Nun ist der künstliche Sandstrand wieder direkt auf den Marktplatz gerückt, fast genau an die Stelle, an der er im Jahre 2024 begonnen hatte. Zusätzliche mobile Bordsteine auf dem Marktplatzboden bilden wieder eine Einfassung für einen großen „Sandkasten“.




Der Kompromiss in diesem Jahr, um die Marktbeschicker nicht auf die Zinnen zu treiben: Der City Beach ist nicht mehr ganz so groß wie vor zwei Jahren. Und doch wirkt er groß genug, denn die Flächen drumherum können bei Auftritten variabel mit einbezogen werden. So geschehen bereits am heutigen Eröffnungsabend, als auf den Treppenstufen vor der Stadtkirche musiziert wurde – das Plateau wird zur richtigen Bühne für den City Beach. Die Live-Musik dringt die gesamte Fußgängerzone entlang.
Am ersten Abend zur Eröffnung war der City Beach bereits sehr gut besucht, die Stimmung war ansteckend. Sollte das in den kommenden Wochen so bleiben und die Menschen auch spontan Platz nehmen in den Liegestühlen in der sommerlichen Innenstadt, dann wäre das Ziel erreicht. Das Catering, in diesem Jahr von der Küsters-Crew, lädt dazu ein und wird offensiver beworben: Es steht wieder direkt am „Strand“.
Einen Punkt allerdings scheint man nicht berücksichtigt zu haben: Da der City Beach in diesem Jahr zeitlich nach hinten gerückt ist und erst nach den Sommerferien stattfindet, steht auch die abendliche Sonne anders als beim ersten City Beach vor zwei Jahren.

Der Innenstadtstrand war damals im Juni gestartet und hatte im August geendet. Die Liegestühle damals am Stadtstrand standen wunderbar in der Abendsonne. Jetzt, Mitte August, stehen sie abends schon im Schatten.
Wer den Abend gemütlich in der Sonne sitzend ausklingen lassen möchte, dem bleibt nur das Mäuerchen an der Ecke zum Rathaus.
Im Schatten stehende Liegestühle als Problem zu bezeichnen, wenn wir in diesen Tagen Temperaturen von rd 30 Grad zu verzeichnen haben, find ich überzogen.
Die Stadt kann aber auch machen, was sie will: Es wird draufgekloppt. Und zwar als W.T.F.