
Wunstorf (red). Es ist ein Ergebnis, das viele so nicht erwartet haben: Herausforderer Martin Pavel (CDU), der als Kandidat gemeinsam für CDU, Grüne und FDP angetreten war, zwingt Amtsinhaber Carsten Piellusch (SPD) nicht nur in eine Stichwahl, sondern erhält im ersten Wahlgang auch mehr Stimmen als Piellusch.
Die vergangene Wahl von vor 5 Jahren wiederholt sich damit nicht: Damals hatte Piellusch direkt die absolute Mehrheit im ersten Wahlgang errungen und CDU-Kontrahent Pavel sowie den damaligen Bürgermeisterkandidaten der Grünen weit hinter sich gelassen.
Mit einer Stichwahl, die nun nötig wird, weil keiner der Kandidaten aus dem Stand mehr als 50 Prozent der Stimmen auf sich vereint hat, kommt es nun zum direkten Duell zwischen Pavel und Piellusch.
Damit hatten nicht wenige in der Stadt bereits gerechnet, da die Ausgangslage anders war als bei der vergangenen Bürgermeisterwahl – auch gab es nun vier Bewerber. Dass es Pavel sein würde, der das Rennen nun anführt, das scheint manchen aber nun doch überrascht zu haben. Ironischerweise ähnlich, wie mancher vor fünf Jahren überrascht gewesen war, dass Piellusch sofort die absolute Mehrheit errungen hatte.
Doch entschieden ist mit der nun angesetzten Stichwahl noch nichts, es spielen viele Faktoren hinein, die die Entscheidung noch in die eine oder andere Richtung lenken können.
Martin Pavel hat nun einen psychologischen Vorteil: Statistisch gesehen gewinnt bei einer Stichwahl oft derjenige Kandidat, der bereits im ersten Wahlgang vorne lag. Doch der Abstand ist nicht allzu groß, die beiden Bürgermeisterkandidaten lagen in der gestrigen Abstimmung recht nah beieinander. Bei großem Abstand ist das Aufholen tendenziell schwieriger.
Weitere Faktoren entscheiden darüber, ob Pavel den Vorsprung halten kann oder ob Piellusch aufholt. Natürlich vor allem das weitere Verhalten der Wähler, aber auch die Positionierung der bereits unterlegenen Bürgermeisterkandidaten: Entscheidend kann sein, wie sich die Wähler, die gestern für Kerstin Obladen (Freie Wähler) und Mona M’Barkiou (Die Linke) gestimmt haben, bei der Stichwahl verhalten – und ob sie überhaupt zur Stichwahl gehen. Und auch die Wähler, die schon einmal für Pavel oder Piellusch gestimmt haben, müssen noch einmal motiviert werden, genauso noch einmal zur Abstimmung zu gehen.

Dass einfach alle Obladen-Wähler beim nächsten Mal Pavel unterstützen und alle M’Barkiou-Wähler Piellusch, davon kann nicht ausgegangen werden, selbst wenn die Unterlegenen entsprechende Wahlempfehlungen abgeben würden. Wäre es so, dann würde Pavel die Stichwahl gewinnen.
Denn Obladen hat mit ihrem Abschneiden bei der Bürgermeisterwahl ebenfalls viele überrascht, insbesondere in den gegnerischen Lagern: Das deutlich zweistellige Ergebnis wurde als respektabel und anerkennend wahrgenommen.
Es bleibt aber unklar, ob Obladen auch viele Protestwähler hinter sich versammelt hat, die bei einer Stichwahl nun eher zu einer Enthaltung tendieren würden. Denn das Ergebnis der Stadtratswahl für die Freien Wähler und das Ergebnis der Stimmen für Obladen fallen auffällig auseinander.
Vor der Wahl war in Bezug auf die Bürgermeisterwahl in Wunstorf oft zu hören „Ich weiß noch nicht, wen ich wählen soll“, es schien eine verbreitete Unsicherheit zu herrschen. Mit der Stichwahl werden die Karten nun diesbezüglich neu gemischt. Mit dem Unterschied, dass es nur noch zwei Kandidaten zur Auswahl gibt. Das kann bei einem entsprechenden Unsicherheitsfaktor alles verändern und macht den Ausgang der Stichwahl dann nahezu unvorhersehbar.
Auf den ersten Blick scheint es, dass die Strategie, dass Pavel als gemeinsamer Bürgermeisterkandidat für CDU, Grüne und FDP ins Rennen geht, aufgegangen ist. Carsten Piellusch hat den Erfolg von vor 5 Jahren, direkt ins Amt gewählt zu werden, nicht wiederholen können. Statt einer Partei hatten drei Parteien für Pavel getrommelt.
Der Bürgermeisterwahlkampf dürfte nun in den verbleibenden zwei Wochen noch intensiver werden, als er in den zurückliegenden Tagen vor der Wahl schon gewesen war. Es kommt letztlich auf die Mobilisierung der Wähler an: Der Stammwählerschaft, aber dazu auch auf jeden Einzelnen der womöglich jetzt wieder Unentschlossenen.
Weltklasse, ,,Bürgerin“, treffender hätte man die fünf Jahre des Herrn Piellusch nicht beschreiben können…
Selten blieb ein Amtsinhaber trotz Amts-Bonus (so weit) hinter seinem Herausforderer. Die Wunstorfer haben richtig entschieden, und sie haben sich an die Misserfolge der letzten fünf Jahre gut erinnert.
Deswegen eben in knapp zwei Wochen an der ,,richtigen“ Stelle das Kreuzchen machen.
Carsten Piellusch wirbt mit Erfahrung. Genau daran muss man ihn dann aber auch messen. Seit 2015 war er Erster Stadtrat und damit Teil der Verwaltungsspitze. Seit 2021 ist er Bürgermeister. Je nach Betrachtung sprechen wir also von rund 11 Jahren an führender Stelle im Rathaus oder von rund 5 Jahren als Bürgermeister.
Wenn man nicht seine Eigenwerbung übernimmt, sondern nur die klar positiv belegbaren Projektfelder betrachtet, bleibt eine sehr überschaubare Bilanz:
1. Feuerwehrhaus Bokeloh/Mesmerode
2. Glasfaserausbau beziehungsweise Koordination des Ausbaus
3. Verstärkung der Verwaltung in Hochbau/IT
4. Investitionen in Hoch- und Tiefbau zum Abbau des Investitionsstaus
5. Feuerwehr-/Sicherheitsinfrastruktur, etwa Fahrzeuge, Gerätehäuser, Sirenen
Das sind großzügig gezählt 5 positiv belegbare Projektfelder. Und selbst diese sind überwiegend kommunale Pflicht-, Rats- und Verwaltungsprojekte, keine persönlichen Heldentaten eines Bürgermeisters.
Rechnet man diese 5 Punkte auf seine Zeit seit 2015, also rund 11 Jahre an der Verwaltungsspitze, ergibt das:
5 Projekte / 11 Jahre = ca. 0,45 Projekte pro Jahr
Rund gerechnet also 0,5 Projekte pro Jahr.
Rechnet man nur seine Bürgermeisterzeit seit 2021, also rund 5 Jahre:
5 Projekte / 5 Jahre = 1 Projekt pro Jahr
Jetzt präsentiert Piellusch aber für die nächsten acht Jahre ein Programm mit 80 Punkten.
80 Punkte / 8 Jahre = 10 Punkte pro Jahr
Er müsste also künftig ungefähr 10- bis 20-mal so viel pro Jahr umsetzen, wie aus seiner bisherigen Bilanz klar positiv belegbar hervorgeht.
Und das vor dem Hintergrund einer Amtszeit, in der es eben nicht nur positive Punkte gab, sondern auch eine ganze Reihe erheblicher Kritikpunkte:
* Barneplatz / Barnekreise: seit Jahren ein städtebauliches Ärgernis und Symbol dafür, dass zentrale Orte nicht überzeugend entwickelt werden.
* Steinhuder „Bratpfanne“: ein Beispiel für fragwürdige Gestaltung, fehlende Aufenthaltsqualität und politische Prioritätensetzung.
* VION-Gelände: seit Jahren ein Schlüsselareal, aber noch immer kein überzeugend sichtbarer Durchbruch für Wohnraum und Stadtentwicklung.
* Innenstadtsanierung: hoch umstritten, mit massiver Kritik an Verfahren, Kommunikation, Kosten, Bürgerbeteiligung und Prioritäten.
* Keine ausreichenden neuen Baugebiete: Trotz Wohnraummangel wird seit Jahren über bezahlbares Wohnen gesprochen, aber die sichtbaren Ergebnisse bleiben dünn.
* Rasant steigende Verschuldung: Investitionen können notwendig sein, aber Schuldenentwicklung, Prioritäten und Folgekosten müssen offen und nachvollziehbar erklärt werden.
* Wiederholte Hallenbadschließungen: Für Familien, Schulen, Vereine und Schwimmunterricht ist das ein echtes Problem, nicht nur eine Randnotiz.
* Verlust der Stadtsparkasse: Für viele Bürger ein empfindlicher Einschnitt in lokale Identität, Nähe und kommunale Selbstständigkeit.
Dazu kommt: Viele seiner neuen 80 Punkte sind gar keine sauber definierten Projekte. Oft fehlen konkrete Ziele, Kosten, Zeitpläne, Zuständigkeiten, Prioritäten und messbare Endzustände. Da steht dann „prüfen“, „entwickeln“, „optimieren“, „fördern“, „stärken“, „Konzept erstellen“ oder „weiterentwickeln“. Das klingt gut, ist aber noch keine Umsetzung.
Deshalb ist die entscheidende Frage: Ist das wirklich ein belastbares Arbeitsprogramm für Wunstorf? Oder ist es eine politisch aufgeblähte Wunschliste für den Wahlkampf?
Wer mit Erfahrung wirbt, muss sich an Ergebnissen messen lassen. Nach 11 Jahren an der Rathausspitze beziehungsweise 5 Jahren als Bürgermeister nur wenige klar belegbare positive Umsetzungserfolge vorweisen zu können, gleichzeitig aber 80 neue Punkte für die nächsten 8 Jahre zu versprechen, passt rechnerisch und politisch nicht zusammen.
Wunstorf braucht keine 80 Überschriften. Wunstorf braucht klare Prioritäten, ehrliche Kosten, echte Bürgerbeteiligung, messbare Ziele und eine Verwaltung, die sichtbar liefert.
Geht bloß alle hin wir brauchen Herrn Pavel.
Schauen wir uns vor der Stichwahl doch einmal kritisch Pielluschs eigenes Wahlprogamm an
https://carstenpiellusch.de/uploads/carstenPiellusch/Wahlprogramm-Carsten-Piellusch.pdf
Piellusch will den Bürgern hier offenkundig gehörig die Taschen vollhauen. Er verkauft eine Liste von 80 (!) Vorhaben als glaubwürdiges Zukunftsprogramm, obwohl diese Versprechen mit seiner eigenen bisherigen Leistungsbilanz messbar kaum zusammenpassen.
Wer in 5 Jahren als Bürgermeister nur wenige klar vorzeigbare größere Umsetzungserfolge präsentieren kann, aber nun für die nächsten 8 Jahre dutzende neue Vorhaben ankündigt, darunter mehrere Großprojekte, zahlreiche mittlere Projekte und zusätzlich 49 unkonkrete Absichtserklärungen, bewegt sich nicht mehr im Bereich belastbarer Planung.
Das gehört eher in die typische Politiker-Märchenwelt: große Überschriften, wohlklingende Begriffe, aber zu wenig Prioritäten, Kosten, Personal, Zuständigkeiten und realistische Zeitachsen.
Pielluschs bisherige positive Bilanz umfasst großzügig gezählt 5 Projektfelder:
1. Feuerwehrhaus Bokeloh/Mesmerode: sehr hoher Aufwand
2. Glasfaserkoordination: mittel bis hoch, aber stark von Anbietern abhängig
3. Verwaltungsverstärkung Hochbau/IT: mittel
4. Investitionen in Hoch- und Tiefbau: hoch, aber Sammelposition
5. Feuerwehr-/Sicherheitsinfrastruktur: mittel bis hoch, aber laufende Pflichtaufgabe/Sammelposition
Dagegen stehen für die nächsten 8 Jahre allein bei den messbaren Vorhaben 31 Projekte:
* 6 sehr große Vorhaben
* 6 große Vorhaben
* 13 mittlere Vorhaben
* 6 kleinere Vorhaben
Dazu kommen weitere 49 nicht messbare, unkonkrete oder weich formulierte Vorhaben.
Die Rechnung lautet also:
31 messbare oder teilweise messbare Vorhaben + 49 nicht messbare oder unkonkrete Vorhaben = 80 Vorhaben
Der faire Vergleich lautet also nicht einfach: 5 gegen 80. Sondern: Was wurde bisher an großen, mittleren und kleinen Vorhaben tatsächlich sichtbar geliefert und was wird nun zusätzlich versprochen?
Und genau dann wird die Lücke deutlich:
In 5 Jahren Bürgermeisterzeit ist mit Bokeloh/Mesmerode ein wirklich großes Projekt klar positiv vorzeigbar. Für die nächsten 8 Jahre stehen aber allein bei den messbaren Vorhaben 6 sehr große Vorhaben, 6 weitere große Vorhaben, 13 mittlere Vorhaben und 6 kleinere Vorhaben im Programm. Zusätzlich enthält die Liste 49 unkonkrete, nicht messbare oder nur weich formulierte Vorhaben.
Ohne Prioritäten, Kostenplan, Personalplan, Zuständigkeiten und realistische Zeitachse wirkt das nicht wie ein belastbarer Umsetzungsplan, sondern wie eine Wahlkampfliste, in der Großprojekte, Verwaltungsroutinen und Kleinstmaßnahmen nebeneinandergelegt werden, als seien sie gleichwertig.
Konkret sieht das so aus:
Bisherige positive Bilanz: 5 Projektfelder
1. Feuerwehrhaus Bokeloh/Mesmerode –> sehr hoher Aufwand –> echtes Großprojekt mit Planung, Bau, Finanzierung, Vergabe und Feuerwehrabstimmung.
2. Glasfaserkoordination –> mittel bis hoch –> wichtiges Infrastrukturthema, aber stark abhängig von externen Anbietern.
3. Verwaltungsverstärkung Hochbau/IT –> mittel –> Organisations- und Personalmaßnahme, wichtig für die Verwaltung, aber kein sichtbares Bauprojekt.
4. Investitionen in Hoch- und Tiefbau –> hoch, aber Sammelposition –> ohne konkrete Projektliste schwer als einzelner Umsetzungserfolg zu bewerten.
5. Feuerwehr-/Sicherheitsinfrastruktur –> mittel bis hoch, aber Sammelposition –> wichtig, aber auch laufende kommunale Pflichtaufgabe.
==> Messbare / überprüfbare neue Vorhaben: 31 Projekte
1. 1.000 neue Wohnungen bis Ende 2031 –> sehr hoher Aufwand
2. Sozialquote von ca. 30 % im Geschosswohnungsbau –> mittlerer Aufwand
3. 100 neue Kita-Plätze. Bau von 2 neuen Kitas –> sehr hoher Aufwand
4. Erfüllung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung –> hoher Aufwand
5. Umwandlung aller Grundschulen in Ganztagsschulen –> sehr hoher Aufwand
6. Schaffung von Treffpunkten für Jugendliche in der Innenstadt und den Ortsteilen –> mittlerer Aufwand
7. Einrichtung eines Seniorenservice- und eines Ehrenamtsbüros in der Stadtverwaltung –> mittlerer Aufwand
8. Bestellung eines ehrenamtlichen Beauftragten für Menschen mit Behinderungen –> kleinerer Aufwand
9. Eine „Toilette für alle“ im Ortskern von Steinhude –> mittlerer Aufwand
10. Einführung eines Wunstorf-Passes für Kinder –> mittlerer Aufwand
11. Sanierung der Laufbahn im Barnestadion bis Ende 2027 –> mittlerer Aufwand
12. Schaffung eines weiteren Fußballplatzes im Sportzentrum Barne und eines Sport-, Kultur- und Veranstaltungszentrums in Steinhude –> sehr hoher Aufwand
13. Abschluss des Glasfaserausbaus in allen Ortsteilen bis Ende 2027 –> hoher Aufwand
14. Tonnagebeschränkungen für die Ortsdurchfahrten in Luthe und Kolenfeld –> mittlerer Aufwand
15. Schaffung zusätzlichen Parkraums am Nordbruch –> mittlerer Aufwand
16. Umsetzung des Verkehrskonzeptes in Steinhude. Einrichtung einer Fußgängerzone im Ortskern –> hoher Aufwand
17. Weiterentwicklung des sanierten Bahnhofs zum modernen Verkehrsdrehkreuz. Ein barrierefreies WC entsteht bis Ende 2027. Der ZOB wird modernisiert und umgestaltet –> sehr hoher Aufwand
18. Regelmäßige Schwerpunktkontrollen mit der Polizei, um die Einhaltung der Verkehrsregeln durchzusetzen –> kleinerer Aufwand
19. Neubau weiterer Feuerwehrgerätehäuser. Weiterentwicklung zu Anlaufpunkten für die Bevölkerung bei Großschadenslagen, Katastrophen und Unglücksfällen –> sehr hoher Aufwand
20. Umsetzung des Fahrzeugbeschaffungsplanes 2021-2031 und Erarbeitung des neuen Fahrzeugbeschaffungsplanes für den Zeitraum ab 2032 –> hoher Aufwand
21. Ausbau der Sicherheitspartnerschaft mit der Polizei. Erstellen eines regelmäßigen gemeinsamen Sicherheitsberichtes –> mittlerer Aufwand
22. Schaffung eines kommunalen Ordnungsdienstes –> hoher Aufwand
23. Vereinbarung einer Patenschaft mit dem LTG 62 –> kleinerer Aufwand
24. Erneuerung des Sirenennetzes bis Ende 2027 –> hoher Aufwand
25. Einführung eines mobilen digitalen Mängelmelders –> mittlerer Aufwand
26. Ergänzung der Beleuchtung im öffentlichen Raum –> mittlerer Aufwand
27. Veranstaltung eines „Tages der offenen Heizungsanlage“ –> kleinerer Aufwand
28. Schulung von mindestens 10 ehrenamtlichen Klimaschutzpaten bis Ende 2027 –> kleinerer Aufwand
29. Errichtung digitaler Info-Stelen in der Innenstadt –> mittlerer Aufwand
30. Einführung eines Dialog-Tools zur Kommunikation mit den politischen Gremien und Parteien –> mittlerer Aufwand
31. Vollständige Befreiung von der Hundesteuer für Hunde aus dem Tierheim –> kleinerer Aufwand
==> Nicht messbare / zu unkonkrete neue Vorhaben: 49 Projekte
1. Entwicklung des Vion-Geländes und Schaffung neuer Wohngebiete in den Ortsteilen –> nicht messbar –> Zwei Großvorhaben in einem Projekt; unklar welche Flächen, wie viele Wohnungen/Bauplätze, wann und zu welchen Kosten.
2. Weiterentwicklung des Barnemarktes zu einem lebendigen Stadtteilzentrum –> nicht messbar –> „Lebendig“ ist kein messbarer Projektzustand.
3. Konzepterstellung für eine öffentliche Erlebbarkeit des Baggersees –> nicht messbar –> Ein Konzept ist noch keine Umsetzung.
4. Neuordnung des SZ Barne –> nicht messbar –> Was genau soll neu geordnet werden?
5. Neuplanung des Oberstufengebäudes des HGW –> nicht messbar –> Planung wofür, mit welchem Ziel und welchem Kostenrahmen?
6. Ertüchtigung des HGW- und des IGS-Sportplatzes –> nicht messbar –> „Ertüchtigung“ bleibt ohne konkrete Maßnahme unklar.
7. Aktive Bestandspflege sowie Erweiterungs- und Ansiedlungspolitik –> nicht messbar –> Verwaltungsfloskel ohne Zielzahl.
8. Realisierung eines Innovationsparks in BO/Bokeloh, wohl Innopark Sigmundshall –> nicht messbar –> Gemeint ist offenbar Bokeloh/Sigmundshall; unklar bleibt, was Piellusch daran konkret leisten will und wann dieses Projekt als erfolgreich umgesetzt gelten soll.
9. Gesamtstädtische Tourismusentwicklung mit dem Schwerpunkt Steinhude –> nicht messbar –> Tourismusentwicklung ist zu allgemein.
10. Erarbeitung eines Entwicklungskonzeptes für das Gewerbegebiet Hagenburger Straße –> nicht messbar –> Konzept statt Umsetzung.
11. Sanierung der Innenstadt –> nicht messbar –> Welche Straßen, welche Abschnitte, welche Kosten, welche direkte Bürgerbeteiligung?
12. Konzeptvergaben für freiwerdende städtische Räumlichkeiten –> nicht messbar –> Welche Räume, welche Kriterien, welches Ziel?
13. Bewahrung des historischen Stadtkerns –> nicht messbar –> Bewahrung ist keine konkrete Maßnahme.
14. Schaffung eines Netzes dezentraler Familienzentren an bestehenden Kitas in den Ortsteilen –> nicht messbar –> Anzahl, Standorte, Personal und Kosten fehlen.
15. Bau eines Calisthenics-Parks in der Barne. Prüfung der Erweiterung um einen Parcours –> nicht messbar –> Bau wäre messbar, aber mit Prüfauftrag vermischt.
16. Bedarfsgerechte Erneuerung der Spielplätze in allen Ortschaften –> nicht messbar –> „Bedarfsgerecht“ ist ohne Standard beliebig.
17. Sanierung und Weiterentwicklung des Wunstorf Elements zu einem Sport- und Familienbad bis 2031 –> nicht messbar –> Ohne konkreten Bauplan, Kosten und Leistungsumfang zu unklar.
18. Weiterentwicklung des Sportzentrums Barne –> nicht messbar –> Weiterentwicklung ist kein konkreter Endzustand.
19. Modernisierung der Badeinsel –> nicht messbar –> Was genau wird modernisiert?
20. Sanierung des Stadttheaters bis 2027 –> nicht messbar –> Welche Sanierung, welche Kosten, welcher Zustand danach?
21. Sicherung der weiteren Nutzung der Stadtkirche –> nicht messbar –> Sicherung wodurch?
22. Erhalt oder Schaffung von Treffpunkten für die Dorfgemeinschaft –> nicht messbar –> Welche Orte, wie viele, bis wann?
23. Erhalt des Steinhuder Meeres –> nicht messbar –> Politisch groß, aber kommunal und praktisch unklar.
24. Nachhaltige und vernetzte Mobilität für alle. Förderung von Rad- und Fußgängerverkehr –> nicht messbar –> Schlagwort plus Absicht, aber ohne Zielgröße.
25. Neuordnung des innerstädtischen Verkehrs und Anpassung des Straßennetzes an die Nordumgehung –> nicht messbar –> Welche Straßen, welches Zielbild, welche Maßnahmen?
26. Optimierung des Verkehrsflusses in der Innenstadt –> nicht messbar –> „Optimierung“ ist ohne Kennzahl beliebig.
27. Einführung eines dynamischen Parkleitsystems, kombiniert mit einer KI-basierten optischen Erfassung der freien Parkplätze –> nicht messbar –> Technisch konkret, aber Nutzen, Kosten, Datenschutz und Betrieb offen.
28. Schaffung eines Mobilitäts-Hubs für die Innenstadt –> nicht messbar –> Was soll ein Mobilitäts-Hub konkret sein?
29. Optimierung des SPRINTI-Angebotes –> nicht messbar –> Optimierung nach welcher Kennzahl?
30. Ausbau des Blaulichttisches zum zentralen Koordinierungsinstrument aller Blaulichtorganisationen –> nicht messbar –> Verwaltungsrunde statt messbarer Bürgernutzen.
31. Stärkung der zivil-militärischen Zusammenarbeit –> nicht messbar –> Unklarer Nutzen für kommunale Kernaufgaben.
32. Bekämpfung von Vandalismus und illegaler Müllentsorgung und Prüfung entsprechender Maßnahmen –> nicht messbar –> Absichtserklärung plus Prüfauftrag, aber ohne Zielwerte.
33. Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes 2025 –> nicht messbar –> Ohne Einzelmaßnahmen und CO2-Ziele zu pauschal.
34. Förderung der E-Mobilität –> nicht messbar –> Förderung wie, wie viele Ladepunkte, welche Kosten?
35. Einsatz Erneuerbarer Energie in öffentlichen Bauten –> nicht messbar –> Welche Gebäude, welcher Anteil, bis wann?
36. Enge Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Wunstorf –> nicht messbar –> Zusammenarbeit ist kein Ergebnis.
37. Unterstützung von Bürgerenergiegenossenschaften –> nicht messbar –> Unterstützung wie konkret?
38. Prüfung der Machbarkeit der Wärmeversorgung über Nahwärmenetze –> nicht messbar –> Prüfauftrag statt Umsetzung.
39. Verstärkung der Zusammenarbeit mit den Leineanrainern beim Hochwasserschutz –> nicht messbar –> Kooperation ohne konkrete Maßnahme.
40. Starkregenvorsorge durch Impulse zur Eigenvorsorge und Ausrichtung neu geschaffener Infrastruktur am Modell der „Schwammstadt“ –> nicht messbar –> Klingt gut, bleibt ohne konkrete Bau- und Entwässerungsmaßnahmen leer.
41. Neuanpflanzung von Bäumen und Intensivierung des Schutzes bestehender Bäume –> nicht messbar –> Wie viele Bäume, wo, bis wann?
42. Berücksichtigung von Hitzeschutz bei der Stadtentwicklung. Errichtung von öffentlichen Trinkwasserbrunnen. Erhalt von Frischluftschneisen für die Innenstadt –> nicht messbar –> Drei Vorhaben in einem Projekt; ohne Standorte, Standards und rechtliche Sicherung.
43. Nutzung von Regenwasser zur Grundwasserneubildung und zum Gebrauch im Haushalt –> nicht messbar –> Wie soll die Stadt das konkret umsetzen?
44. Die strategische Steuerung der Verwaltungsmodernisierung, der digitalen Transformation und des Einsatzes von KI sind Chefsache –> nicht messbar –> Chef-Sprech ohne Projektplan.
45. Mehr digitale Dienstleistungsangebote –> nicht messbar –> Welche Dienstleistungen, bis wann?
46. Optimierung der digitalen Kommunikations- und Beteiligungsformate –> nicht messbar –> „Optimierung“ ohne Kennzahl.
47. Weiterer gezielter Abbau des Investitionsstaus –> nicht messbar –> Wie viel Euro, welche Projekte, welcher Zeitraum?
48. Beschränkung des Anstiegs der Verschuldung auf das notwendige Maß. Langfristiges Ziel bleibt ein ausgeglichener Haushalt –> nicht messbar –> „Notwendig“ und „langfristig“ sind politisch beliebig.
49. Nutzung der Ausschüttungen der S Wunstorf Stiftung, der Sponsoringleistungen der Sparkasse Hannover und Forderung besserer Finanzausstattung durch Bund und Land –> nicht messbar –> Hier werden Finanzierungsquellen und politische Forderungen vermischt; konkrete Projekte, Summen und Umsetzungsschritte fehlen.
Auch Pavels Programm enthält Punkte, die man kritisch hinterfragen kann. Nicht jedes Vorhaben ist bereits mit Kosten, Zeitplan, Zuständigkeit und messbarem Endzustand hinterlegt. Auch dort finden sich Formulierungen wie fördern, stärken, verbessern, unterstützen, modernisieren oder entwickeln. Das ist bei kommunalen Wahlprogrammen allerdings nicht ungewöhnlich und sollte bei ihm genauso im Blick behalten werden.
Der entscheidende Unterschied liegt aber woanders: Piellusch ist Amtsinhaber. Er hatte 5 Jahre als Bürgermeister und zuvor viele Jahre an der Verwaltungsspitze Zeit, zu zeigen, was er tatsächlich umsetzen kann. Genau daran muss er sich messen lassen. Und diese Bilanz ist dünn. Viele zentrale Themen in Wunstorf sind liegengeblieben, verzögert worden oder wurden schlecht kommuniziert.
Pavel dagegen hat diese Chance noch nicht gehabt. Er tritt nicht mit einer Amtsbilanz an, sondern mit dem Anspruch, den Stil im Rathaus zu verändern: mehr Bürgernähe, bessere Kommunikation, mehr Tempo, mehr Zuhören, mehr Erklärung, mehr direkte Rückmeldung an Ortsräte und Bürger. Seine Ideen wie mobiles Bürgerbüro, Dokumentendepot, Rathaus in den Ortsteilen, klare Rückmeldefristen, Bürgerdialog und stärkere Einbindung von Fachleuten gehen erkennbar in eine andere Richtung als das bisherige Rathaus-Handeln.
Hinzu kommt: Pavel steht nicht allein. Mit Rolf-Axel Eberhardt hat er einen erfahrenen früheren Bürgermeister im Hintergrund, der Wunstorf über viele Jahre geprägt und vieles richtig gemacht hat. Das ersetzt keine eigene Leistung Pavels, aber es ist ein Vorteil. Erfahrung, Ortskenntnis und pragmatisches Rathauswissen wären damit nicht verloren, sondern könnten wieder stärker einfließen.
Deshalb ist die faire Bewertung: Pavel muss man an seinen Versprechen messen, sobald er Verantwortung trägt. Aber Piellusch muss man an seiner tatsächlichen Amtsbilanz messen. Und genau dort liegt das Problem. Nach 5 Jahren als Bürgermeister und zuvor Jahren an der Verwaltungsspitze reicht es nicht, wieder große Listen vorzulegen.
==> Wer Veränderung im Rathaus will, sollte Pavel eine Chance geben.
Meine Stimme erhält ganz klar der junge, unverbrauchte Martin Pavel – mit dem erfahrenen und erfolgreichen ehemaligen Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt als wertvollem Ratgeber im Hintergrund. Eine vielversprechende Verbindung aus frischen Ideen und kommunalpolitischer Erfahrung für Wunstorf.
Was mich Wundert, das niemand bestimmte Dinge hinterfragt.
Die Werbegemeinschaft suchte dringend Vorsitzende, das der Zeitliche Aufwand für einen Geschäftsinhaber nicht mehr stemmbar war. Nun haben ehemalige Vorsitzende zig Ämter, in der BI usw
Die WWG hat die Zusammenarbeit mit der Citymanagerin zum Teil boykottiert, wollte aber vom Rat der Stadt einen bezahlten Vorsitzenden. Der Aufbau eines gemeinsamen Auftritt, auf einer Onlineshop-Plattform, vielleicht mit Lieferservice- abgelehnt.
Zum Glück, fand sich mit Bernd Heidorn ein Vorsitzender , und der wirds nicht leicht haben, mit seinen Aufgaben…
Wer den Mut in die Selbstständigkeit wagen möchte, wird schon allein von der Ladenmiete abgeschreckt. Aber Herr Pavel kann sich als freigestellter das Ladenlokal als „Bürger (beeinflussungs-)Büro“ leisten?
Die CDU war von Beginn an in die Pläne involviert, und schlägt einen Haken und hat Gedächtnisverlust?
Barnekreisel, hat doch nicht der Bürgermeister gebaut, auch das ist gemeinsam entstanden… wichtig ist für alle, aus diesen Fehlern zu lernen!
Hallenbad: das beste und Erfolgreichste Planungsbüro möchte mit uns arbeiten! Wir sind eine Sportstadt und haben viele gute Schwimmer im die Welt schicken können, es ist über Jahrzehnte kaputtgespart worden. Während Neustadt sogar in der Coronazeit das Balneon optimiert hat!
Guckt euch die Pläne an, das wird gut, und das sogar ohne Schließzeit. Es muss ein attraktives Bad für Besucher und Mitarbeiter sein! Wir müssen auch selber Schwimmmeister/in ausbilden!
Sicherlich lief nicht alles richtig , in den letzten 5 Jahren, aber will man jetzt von vorn anfangen? Erfahrungen müssen nun in die nächsten Projekte einfließen.
Mit jemanden, der seine to do‘s von Herrn Eberhardt und der Werbegemeinschaft bekommt?
Man möge gut wählen!
Carsten Pielusch hat in den 5 Jahre als Bürgermeister vieles erreicht, auch wenn hier die Kommentare sich Mühe geben das Gegenteil darzustellen. Der Ausbau und die Unterstützung von Schulen und Kindergärten, das Entstehen von neuen Wohnungen und Radwegen, um nur ein paar Dinge aufzuzählen. Und noch mehr steht auf dem Programm. Carsten Piellusch hat die Erfahrung, die notwendig ist, um die Prozesse zu planen und zu optimieren.
„ERFAHRUNG wählen!“ So steht es nun auf den von Herrn Piellusch geschalteten Werbeanzeigen. Diese Aussage finde ich absolut vernünftig! Allerdings bevorzuge ich hier meine eigenen Erfahrungen seit der letzten Kommunalwahl. Wer könnte nicht sofort diverse katastrophale Fehlplanlungen der letzten Jahre nennen? Barneplatz, Barnekreise, Steinhuder Bratpfanne, VION-Gelände, Innenstadtsanierung, keine neuen Baugebiete, rasante Verschuldung, wiederholte Hallenbadschließungen, Verlust der Stadtsparkasse, ….