
Es darf als großer Erfolg gelten, was das Demokratiebündnis am gestrigen Samstag im Wunstorfer Ortsteil Klein Heidorn ablieferte: Ein komplettes Musikfestival unter der Schirmherrschaft des bürgerlichen Engagements. Das erste „Cherry Harvest Festival“ wurde zum Ereignis.
Der Name des neu geschaffenen Festivals nimmt dabei Bezug auf den Veranstaltungsort: Klein Heidorn ist als das Kirschendorf bekannt. Historisch bedeutsam, ist die Kirsche als Synonym für Klein Heidorn heute im Ort weiter allgegenwärtig.
Das Musikfestival im Zeichen der Demokratie und mit Namen der Kirsche ist etwas Neues in Wunstorf, hat aber durchaus Vorbilder. Von Festivals wie „Jamel rockt den Förster“ hatten sich die Macher inspirieren lassen. Mit Musik für Demokratie und gegen Rechtsextremismus eintreten, das war der Gedanke. Dass Klein Heidorn als Veranstaltungsort gewählt wurde, ist ebenfalls kein reiner Zufall. Klein Heidorn war einer vom zwei Wunstorfer Ortsteilen, in denen die AfD zur Bundestagswahl im Vorjahr am meisten Stimmen geholt hatte.
Parteipolitik spielte beim Cherry-Harvest-Festival jedoch keinerlei Rolle. Das Bündnis selbst ist parteiübergreifend, und Statements für bestimmte Parteien oder gegen bestimmte Parteien gab es am Samstag nicht.
Zahlreiche Stände von eingebundenen Akteuren hatten sich rund ums Gelände aufgebaut: Jugendparlament, Omas gegen Rechts, Kirchengemeinde und viele mehr waren zu sehen. Auch viele Kommunalpolitiker fanden den Weg aufs Festival, teilweise sind sie auch selbst Teil des Bündnisses. Parteienkennzeichen oder gar Wahlwerbung war trotz des laufenden Kommunalwahlkampfes jedoch tabu. Darauf wird beim Bündnis ganz genau geachtet. Man will ins Gespräch kommen: untereinander, miteinander – und die Musik soll eine Brücke bilden.




Sechs Bands spielten beim Demokratiefestival, und für jeden schien etwas dabei zu sein. Bereits am Nachmittag, nachdem das Festival um 16 Uhr begonnen hatte, war viel los auf dem Klein Heidorner Dorfplatz. Neben der Bühne war ein Teil der Graffiti-Galerie zu sehen, die eine Woche zuvor live am Wunstorfer Marktplatz entstanden war.
Gegen Abend wurde es dann richtig voll. Als Lokalgröße BlueMhour spielte, war der Höhepunkt der Besucherzahlen erreicht. Aber die Band hatte auch etwas Pech: Schlagartig leerte sich der Platz, als gegen 19.45 Uhr ein starker Regenschauer niederging. Unter Pavillondächern und großen Bäumen wurde Schutz gesucht. Bis dahin hatte man richtig viel Glück mit dem Wetter – und viel Sonnenschein – gehabt.
Doch BlueMhour spielte weiter und holte die Leute wieder zurück auf die Wiese. So konnte die letzte Band des Abends, Crossing Tides aus Hannover, nahtlos anknüpfen: Crossing Tides brachte harten Metal auf die Bühne und die Fans vor der Bühne zum Headbangen. Die Verständigung wechselte angesichts der nun herrschenden Lautstärke ins Nonverbale.



























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