Wunstorfer Auepost
[Anzeige]

Steinhuder: Jetzt schon mit Ohropax eindecken!

13.04.2022 • Horst Koschinsky • Aufrufe: 1043

Horst ist sich sicher, dass die Bobbycar-Idee für die Badeinsel ein Riesenerfolg wird. Für den Gehörschutzhandel und die Jugendkultur im Dorf …

13.04.2022
Horst Koschinsky
Aufrufe: 1043

Wäre die Nachricht am 1. April gekommen, hätte ich die Sache mit den Sitzbänken wohl für plausibel und „Mit Bobbycars zur Badeinsel“ für den eigentlichen Scherz gehalten.

In der Wunstorfer Verwaltung scheint gerade so eine Art interner Wettbewerb zu laufen, wie man möglichst schnell ein Fernsehteam von Extra-3 nach Wunstorf kriegt. Sie wissen schon … die NDR-Show, bei der über ins Nichts führende Brücken, mitten auf Radwege gebaute Litfaßsäulen und stillgelegte Strecken bewachende Bahnschrankenwärter berichtet wird. Sämtlichen Unfug, den sich der gemeine Bürger eigentlich nicht ausdenken kann, der aber dann doch irgendwie Wirklichkeit wird. In einer der kommenden Sendungen: Heulende Kinder an leeren Verleihstationen, im Steinhuder Meer treibender Kunststoff und eine Dorfjugend, die sich mit Bobbycars nächtliche Rennen über den Lindenhopsweg liefert.

Einverstanden, man kann es ja mal ausprobieren. Wenn schon keine echten, dann wenigstens genug Bobbycar-Parkplätze an der Badeinsel. Falls die Region eine Bobbycarflotte finanzieren möchte oder die Tourismusgesellschaft noch was im Budget hat. Aber die kleinen Flitzer von den Wunstorfern als Altspielzeug spenden zu lassen? Spenden?? Wirklich? Die Gefährte, mit denen meine Enkel schon herumgerutscht sind, kann man sich noch als Deko in den Vorgarten pflanzen, aber ganz sicher nicht mehr auf die Straßen schicken. Die Teile sind für die Garagenzufahrt ausgelegt, und nicht dafür, tagtäglich von Hunderten kleinen Steinhude-Touristen über Kilometerdistanzen benutzt zu werden.

Dorfjugend, die sich mit Bobbycars nächtliche Rennen über den Lindenhopsweg liefert

Bei dem zu erwartenden Verschleiß kann man getrost jede Woche einen neuen Aufruf zum Bobbycarspenden raushauen. Also baut am besten neben die künftigen Bobbycar-Ausleihstationen auch gleich einen Container, wo die Bevölkerung täglich ihre ausrangierten Spielzeuge abgeben kann. Dann lieber gleich bei Ebay Kleinanzeigen einstellen, wo die Steinhuder Exemplare früher oder später sowieso landen werden. Da kann sie die Verwaltung dann regelmäßig zurückkaufen. Oder vielleicht schafft die Stadt einfach noch ein paar Bobbycars in Blau an – dann kann die Polizei gleich auf Augenhöhe mit den Tätern Streife fahren.

Hat der- oder diejenige, von dem die Idee kam, so ein Teil überhaupt schon mal aus der Nähe erlebt? Wenn ein Vierjähriger damit ordentlich Gas gibt, sind die Dinger lauter als ein A400M-Geschwader über Klein Heidorn. Selbst eine mit laufender Maschine stundenlang wartende Diesellok ist ein Scheiß dagegen. Lasst die Dinger rollen – und ich kann euch jetzt schon versprechen: Fünf Minuten später wird sich die gesamte Steinhuder Anwohnerschaft mit den Handflächen auf der Fahrbahn zum Ortseingang festgeklebt haben. Es wird Demonstrationen für mehr Parkplatzsuchverkehr und den Abbau von Parkverbotszonen rund um die Badeinsel geben. Wenn das der Plan war: Genial eingefädelt!

Gymnastikbälle für die Wunstorfer Fußgängerzone, zum Hinhopsen auf den Wochenmarkt

Aber bitte auch an die Folgekosten der Maßnahme denken: Zusätzliche Poller und Aufpflasterungen auf den Wegen, damit die Kinder die Richtgeschwindigkeit auf den Gehwegen einhalten und keine Rollatorenbenutzer gefährden. Städtische Haftpflichtversicherung für Rollatorenbenutzer, die dann gegen die Poller geprallt sind. Und vielleicht wird man auch mit Klagen rechnen müssen, weil sich meine Generation diskriminiert fühlt, wenn Bobbycars nur für die Jüngeren bereitgestellt werden.

Was kommt als nächster Vorschlag? Gymnastikbälle für die Wunstorfer Fußgängerzone, zum Hinhopsen auf den Wochenmarkt, damit wir Senioren mehr Spaß beim Einkaufen haben und gleich auch das brüchige Pflaster umschiffen können? Rollschuhverleih für Kolenfeld, um schneller zum nächsten Geldautomaten zu kommen?

Egal … Ich freue mich auf die Umsetzung der Idee – und werde dann mit Sicherheit zu den regelmäßigen Nutzern zählen.

Mit rutschenden Grüßen
Horst Koschinsky

[Anzeigen]
Auepost wird unterstützt von:

Kommentare


  • Rudolf sagt:

    Bin erstaunt!
    Frau Grit hat sich zum Bobby Car noch gar nicht gemeldet!

  • Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

    Kontakt zur Redaktion

    Tel. +49 (0)5031 9779946
    info@auepost.de

    [Anzeigen]

    Artikelarchiv

    Auepost auf …