Neu­er Radio­sen­der in Wunstorf zu hören

Kon­kur­renz für Radio Han­no­ver: In Wunstor­fer Radi­os lässt sich seit letz­ter Woche ein wei­te­rer loka­ler Sen­der hören: das „Meer Radio“ hat mit der Aus­strah­lung begon­nen. Am 1. Novem­ber fällt der Start­schuss zum Regel­be­trieb.

Emp­fang von „Meer Radio 88,0“ im Auto­ra­dio | Foto: Dani­el Schnei­der

Wunstorf (ds). Radio wur­de schon oft tot­ge­sagt, und der Kampf zwi­schen UKW und DAB+ läuft gera­de erst so rich­tig an; auf EU-Ebe­ne will man dem Digi­tal­ra­dio end­lich zum Durch­bruch ver­hel­fen. Kaum jemand kann daher der­zeit sicher pro­gnos­ti­zie­ren, wie der Radio­markt in eini­gen Jah­ren aus­se­hen wird.

Doch auch in die­sen unsi­che­ren Radio­zei­ten gehen neue Sen­der an den Start – auch in unse­rer Regi­on. Mit Radio Han­no­ver sen­det seit 2014 etwa ein Stadt­ra­dio, das sich auch an die Regi­on Han­no­ver rich­tet und gele­gent­lich schon mal Mode­ra­to­ren nach Wunstorf schickt. Der jüngs­te Sen­der, der erst vor ein paar Tagen in Wunstor­fer Radi­os auf­ge­taucht ist, ist noch näher dran an Wunstorf: Er sen­det aus Neu­stadt und nennt sich „Meer Radio 88,0“. Seit letz­tem Don­ners­tag ist der Sen­der in Betrieb.

Noch kein Voll­pro­gramm

Bis­lang sen­det das neue Radio nur Pop­mu­sik, unter­bro­chen ledig­lich von Sta­ti­ons­an­sa­gen und Eigen­wer­bung in Form von Jin­gles. Nach­rich­ten oder Mode­ra­tio­nen gibt es noch nicht. Allein die Jin­gles sind aber schon mal wit­zig und krea­tiv gemacht und unter­stüt­zen z. B. das Gefühl, dass man am Stein­hu­der Meer dort wohnt, wo ande­re Urlaub machen. Auch gereimt wird: „Rund ums Stein­hu­der Meer on air.“

Ver­spro­chen wird ein Gute-Lau­ne-Tages­be­gleit­pro­gramm. Musi­ka­lisch soll es neben aktu­el­len Titeln auch die Klas­si­ker der „80er, 90er und 2000er“ und ech­te Abwechs­lung geben. Inhalt­lich setzt man auf Regio­na­les rund ums Stein­hu­der Meer.

Schwa­cher Emp­fang

Das Sen­de­ge­biet wird auf der Web­sei­te groß­zü­gig ange­ge­ben, nicht nur für Neu­stadt und Wunstorf, auch für das Schaum­bur­ger Land, Wede­mark oder Garb­sen will man sen­den. In der Pra­xis dürf­te das „Meer Radio“ aber vor allem die Neu­städ­ter ver­sor­gen, denn die Sen­de­leis­tung ist eher gering: gesen­det wird mit 100 Watt (zum Ver­gleich: aus Han­no­ver sen­den Radio Han­no­ver mit 300 Watt und Radio 21 mit 500 Watt, NDR 1 gleich mit 15.000 Watt aus Hem­min­gen und FFN oder Anten­ne Nie­der­sach­sen gar mit 25.000 Watt vom Deis­ter in jeweils grö­ße­rer Höhe).

Schon in der Wunstor­fer Kern­stadt ist das „Meer Radio“ auch mit einem hoch­wer­ti­gen Küchen­ra­dio mit weit aus­ge­zo­ge­ner Anten­ne kaum stö­rungs­frei zu emp­fan­gen. Hier bräuch­te es schon eine exter­ne oder Dach­an­ten­ne für den ter­res­tri­schen Emp­fang. Mit bil­li­gen Emp­fän­gern, z. B. typi­schen Bad­ra­di­os ohne Stab­an­ten­ne, ist der Sen­der in der Aue­stadt prak­tisch nicht zu fin­den. Als Alter­na­ti­ve will man jedoch auch einen Web­stream anbie­ten. Damit wäre „Meer Radio“ dann auch in Inter­net­ra­di­os, am PC oder übers Smart­pho­ne zu emp­fan­gen.

Der Sen­de­mast des neu­en Radi­os steht bei der Neu­städ­ter Zei­tung, dem ört­li­chen Anzei­gen­blatt, im Neu­städ­ter Indus­trie­ge­biet. Der Geschäfts­füh­rer der Neu­städ­ter Zei­tung ist auch einer der Geschäfts­füh­rer des „Meer Radio“. Mit dem hol­län­di­schen „Meer­ra­dio“, das Schla­ger und Oldies spielt, hat „Meer Radio“ hin­ge­gen nichts zu tun.

Außer­halb von Gebäu­den, etwa im Auto­ra­dio, sieht es schon bes­ser aus. Hier bekommt man das Meer­ra­dio auch im Wunstor­fer Stadt­ge­biet recht stö­rungs­frei auf die Laut­spre­cher, teil­wei­se sogar bes­ser als Radio Han­no­ver, das zwar mit höhe­rer Leis­tung, aber aus grö­ße­rer Ent­fer­nung sen­det. Aller­dings wird das „Meer Radio“ wäh­rend der Fahrt je nach Stand­ort und Gerät bis­wei­len von ande­ren, stär­ke­ren Sen­dern über­la­gert.

Fre­quenz­ver­schie­bung

Bereits vor 3 Jah­ren war die Fre­quenz 92,8 für die Regi­on Neu­stadt aus­ge­schrie­ben wor­den. Bewor­ben dafür hat­te sich nur das Meer­ra­dio, das dann auch den Zuschlag erhielt. Die Lizenz wur­de im Dezem­ber 2014 für 10 Jah­re durch die Nie­der­säch­si­sche Lan­des­me­di­en­an­stalt erteilt. Zuvor hat­te auf die­ser Fre­quenz u. a. bereits „Radio NRÜ“ gefunkt.

Doch bei der anschlie­ßen­den Fre­quenz­zu­tei­lung durch die Bun­des­netz­agen­tur gab es Hin­der­nis­se, denn das „Meer Radio“ geht nun nicht auf der ursprüng­lich geplan­ten 92,8, son­dern auf der 88,0 auf Sen­dung, auf der bis­lang kein Sen­der unter­wegs war. Radio Han­no­ver hat­te auf der benach­bar­ten 87,6 gesen­det, bevor es jüngst auf die stär­ke­re 100,0 umge­zo­gen war. Grund für die neue Fre­quenz beim „Meer Radio“ waren tech­ni­sche Erwä­gun­gen. Die Koor­di­na­ti­on der Fre­quen­zen bzw. die Fre­quenz­zu­tei­lung war auch einer der Grün­de für die lan­ge Vor­lauf­zeit.

Am Mitt­woch geht’s los

Das „Meer Radio“ star­tet ambi­tio­niert: Die Stel­len­an­zei­ge, in der nach jun­gen Mode­ra­to­ren und Redak­teu­ren mit Erfah­rung in Selbst­fah­rer­stu­di­os gesucht wur­de, ist inzwi­schen von der Web­sei­te des Radi­os ver­schwun­den. Zum Team gehö­ren jetzt 11 Per­so­nen, wie Geschäfts­füh­rer Niklas Nül­le im Gespräch mit der Auepost ver­riet. Am 1. Novem­ber soll es nun rich­tig los­ge­hen. In 3 Schich­ten wird dann zwi­schen 6.00 und 20.00 Uhr live aus den neu­en Stu­di­os in Neu­stadt gesen­det. Die Regi­on wird dann das drit­te Lokal­ra­dio haben: neben dem kom­mer­zi­el­len Radio Han­no­ver und dem Bür­ger­ra­dio Radio Lei­ne­hertz dann eben auch das „Meer Radio“.

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