
Wunstorf (as/red). Die Koalition von SPD und CDU im Rat der Stadt ist am gestrigen Montagabend, den 9. Februar 2026 zerbrochen. Die CDU-Fraktion hat das Bündnis, das im Stadtrat bisher die Mehrheitsgruppe bildete, beendet und damit einen Schritt nachvollzogen, den der Parteivorstand schon eine Woche zuvor vorbereitet hatte.
Grund für den Bruch der Zusammenarbeit soll ein gestörtes Vertrauensverhältnis sein. Auch hatten sich unterschiedliche Positionen in Bezug auf den Umgang mit den Plänen zur Innenstadtsanierung in den vergangenen Wochen zugespitzt.
Bürgermeister Carsten Piellusch (SPD) hat damit aktuell nun keine Mehrheit hinter sich im Stadtrat. Acht Monate vor der Kommunalwahl und vor wichtigen lokalen Weichenstellungen beginnt die Suche nach neuen Mehrheiten.
Die CDU führt inhaltliche und atmosphärische Differenzen als Auslöser für das Ende der Mehrheitsgruppe an. In einer Presseerklärung vom Dienstagvormittag heißt es, es habe sich bei der gesamten Debatte rund um das Thema Innenstadt abgezeichnet, dass man zu keiner gemeinsamen Basis mehr finden werde. Nach ausführlichen Beratungen sei deshalb beschlossen worden, die Koalition mit der SPD zu beenden.
Die SPD hat in einer Stellungnahme am Dienstagnachmittag auf die Worte der CDU reagiert – und bestätigt atmosphärische Unstimmigkeiten nicht. Inhaltliche Differenzen seien auch kein Grund, um einseitig eine Koalition zu beenden und die gemeinsame Verantwortung für Wunstorf in herausfordernden Zeiten abzugeben.
Für die Ratsarbeit in den verbleibenden Monaten bis zur Kommunalwahl im Herbst bedeutet die eingetretene Situation, dass politische Beschlüsse nun auch gegen die SPD oder gegen die CDU möglich werden, je nach Mehrheitsbildung im Rat. Sowohl SPD als auch CDU haben angekündigt, in Sachfragen weiterhin konstruktiv abstimmen zu wollen – was auch gemeinsame Ergebnisse einschließt.

CDU und SPD hatten im 40-köpfigen Stadtrat bislang gemeinsam 29 Sitze. Die SPD allein kommt auf 16, die CDU auf 13 Sitze. Nächstgrößere Fraktion sind die Grünen mit 7 Sitzen. Die AfD hat 2 Sitze, Freie Wähler und FDP haben je einen Sitz. Vor allem den Grünen kommt damit jetzt eine entscheidende Rolle zu für die Bildung neuer Mehrheiten.
siehe auch: SPD: Beendigung der Koalition war ein politischer Fehler
siehe auch: CDU: Gegenseitiges Vertrauen und Einvernehmen war nicht mehr gegeben
Auch für Sie gilt: Die wiederholten Kommentare einzelner Akteure aus der Innenstadt wirken zunehmend wenig konstruktiv. Anstatt zur Versachlichung der Diskussion beizutragen, entsteht der Eindruck, dass bestehende Spannungen weiter verschärft werden. In einer ohnehin sensiblen Situation wäre es hilfreicher, wenn alle Beteiligten auf eine ausgewogene, lösungsorientierte Kommunikation achten würden, um unnötige Unruhe zu vermeiden und gemeinsam tragfähige Perspektiven zu entwickeln.
Endlich!!!!!!
Hoffentlich hört die CDU jetzt auf sich der SPD ans Bein zu Ketten!
Glückwunsch an die Werbegemeinschaft und des Lobbyverbandes der pseudo Bürgerinitative „Freunde der Innenstadt“ und Heimatverein!
Bitte mal den Rechenfehler korrigieren. Danke.
Fast zum CDU Wähler geworden, nun sicher nicht mehr…
Schade, fast hätte ich der CDU geglaubt, die vergangenen, jahrejangenen Versäumnisse mit einer neuen Generation (anders) anzupacken bzw. es „besser“ zu machen… Nach der katastrophalen „Performance“ von Stadtverwaltung und Piellusch kann man die SPD nicht wählen, selbst wenn man inhaltlich bzw. den Personen/der Partei vielleicht sogar ungerecht wird…
Aber nun? Ob Wahltaktisches Manöver oder nicht, wie Pascal im Kommentar andeutet, diese Tat zeigt was der CDU wichtig ist bzw. wer. Denn wenn die Priorität der CDU die „Atmosphäre“ mit der SPD sowie das Thema „Innenstadtsanierung“ ist; sorry, dann kann ich die CDU niemals wählen. Ich sehe, sehr viele andere, wichtigere Baustellen! Und „Atmosphäre“ vielleicht als Grund zur Scheidung einer Liebesehe, nicht zur Kündigung einer Zweckgemeinschaft…
Es mag sein, dass beide Parteien Fehler gemacht haben! Aber!die Scheidungs-Partei hat jetzt einen großen Fehler gemacht, die Trennung war Kalkül, hauptsächlich wegen der bevorstehenden Wahl. Werbung für ein politisches Amt ist das nicht. Wir Bürger u. Bürgerinnen sind enttäuscht, wo bleibt der Wille zu Kompromissen?
Ulrike Erler
Von beiden Seiten wird hinsichtlich der Differenzen direkt nichts Näheres preisgegeben. Eine konkrete Meinungsbildung als Bürger ist damit nicht möglich. Wahrscheinlich wohl auch nicht gewollt.
Ich habe keine Idee, wie man in Wunstorf und auch anderswo immer wieder die Altparteien wählen kann.
„Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“
Albert Einstein
Es ist immer wieder interessant zu sehen, wie sich das Fähnchen auf dem Turme dreht im politischen Ungemach, im Schwachwind oder der „Leichter Brise“ . Und wenn’s gar nicht geht, kommt der große Knall.
Wenn restriktive Massnahmen erfolgen, um jegliche Andersmeinung motivierter Mitbürger im Keim zu ersticken, eine Methode, der Grundüberzeugung Haftkissen anzulegen, so fest, dass auch bloß nichts bröckelt durch die eigenen Mannen, die vielleicht vorsichtig mal den (Zeige)finger heben und der fehlenden Transparenz dem Volke gegenüber wie ein Wachsoldat der Schweizer Garde schweigsam Stand bewahren, dann beginnt auch hier das große Denken.
Doch die Erfahrung lehrt, dass die Entfernung des Katers zum Mauseloch immer größer wird, denn die Insassen des Baues werden immer klüger, hoffentlich. So führt Denken nicht zur Umkehr, es führt zum löblichem Abgang.
Dennoch, betrachtet man in mentaler Archivierung die Sitzungsmechanismen der Gefolgsmannen und ihrer Zusammensetzung, denkt man unweigerlich an die stete und ständig unverändert scheinende Machtpositionierung, sei es um des Rang und Namens Willen (schön wäre endlich mal ein anderes Namensregister) oder um Behalten der Monopolstellung und des politischen Kalküls, was dahinter steckt. Erinnert irgendwie an althergebrachte Abläufe und Auswirkungen aus Senatstreffen bei den Buddenbrooks, Pardon.
Aber wir sind ja klug, wissen um unser Recht in der Grundordnung Demokratie und Volksbestimmung und sind doch so weit entfernt von Mitbestimmung und Anerkennung unserer Belange wie der Eris vom Mond , denn wenn diese endlich einmal ausgesprochen werden, ist’s schon zu spät.
Gott sei Dank! Lieber spät als nie! Im Interesse dieser Stadt, die ich inzwischen auch als meine Heimat empfinde! Wenn die CDU nun auch noch heraustritt aus dem Schatten der alles erdrückenden SPD mit ihren Hinterzimmerentscheidungen, die nicht immer im Interesse der Bürger gefallen sind, wenn die CDU mit uns Bürgern spricht, erklärt, wie man es besser machen kann, dann werde ich sogar die CDU wählen. Die letzten Jahre waren wirklich schlimm!