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SPD will Vorschläge zu mehr bezahlbarem Wohnraum in Wunstorf machen

17.08.2025 • Redaktion • 2 Min.Kommentare: 12

Investoren bauen in Wunstorf zwar Wohnungen – aber in der Regel keine kleinen bezahlbaren. Die SPD-Fraktion will hier gegensteuern.

17.08.2025
Redaktion
2 Min.
Mietwohnungen in Wunstorf (Symbolbild/Archiv)

Wunstorf (red). Der Wohnungsmarkt in Wunstorf ist angespannt wie nie. Steigende Mieten, ein Mangel an kleineren Wohnungen und ein zu geringer Bestand an Sozialwohnungen machen bezahlbares Wohnen für viele zunehmend zur Herausforderung. Die Wunstorfer SPD will das Thema angehen und sieht Wohnen als die zentrale Zukunftsaufgabe für die Stadt, die entsprechend politisch gestaltet werden müsse: „Wir stehen an einem Punkt, an dem Nicht-Handeln die Situation weiter verschärfen würde, gerade mit Blick auf die kommenden Jahre“, sagt Torben Klant, baupolitischer Sprecher der SPD-Fraktion.

Angespannter Wohnungsmarkt

Seit Anfang 2025 ist Wunstorf offiziell als Gebiet mit angespanntem Wohnungsmarkt eingestuft, so dass die Mietpreisbremse greift. Die durchschnittliche Miete liegt mittlerweile bei über 10 Euro pro Quadratmeter, mit einem Anstieg von mehr als 80 % seit 2013. Der Bestand an Sozialwohnungen sinkt zudem, weil viele der bestehenden Bindungen in naher Zukunft auslaufen.

Insbesondere kleinere Wohnungen gebe es zu wenig in der Stadt. Besonders betroffen seien deshalb Senioren, junge Erwachsene und Alleinlebende. Diese Gruppen seien angewiesen auf kleine, bezahlbare, aber auch gut angebundene Wohnungen. „Unser Ziel ist deshalb klar: Wir müssen den Wohnungsmarkt in Wunstorf gezielt entlasten, vor allem durch mehr kleinere und bezahlbare Wohnungen“, so Klant.

Investoren bauen das Falsche

Die SPD Wunstorf macht dabei deutlich: Die Wohnraumpolitik müsse künftig strategisch neu ausgerichtet werden. Die Investorenmodelle der vergangenen Jahre hätten zwar Bauprojekte ermöglicht, jedoch keinen nennenswerten Fortschritt bei der Schaffung der benötigten kleineren Wohnungen gebracht. Bei der Entwicklung neuer Baugebiete sei man vorangekommen, nun müsse der Fokus aber klar auf den akuten Bedarf an kleineren und bezahlbaren Wohneinheiten gelegt werden. Bezahlbarer Wohnraum gehöre ins Zentrum kommunaler Entwicklung, nicht an den Rand politischer Diskussionen. „Angesichts steigender Mieten und wachsendem Bedarf braucht es eine neue wohnungspolitische Richtung, die langfristig tragfähig ist“, betont Klant.

An die Spitze der Agenda

Die SPD will das Thema Wohnen sichtbar machen. Ziel sei es, „jetzt und in der kommenden Wahlperiode konsequent sozial orientierte Rahmenbedingungen für den Wohnungsmarkt zu schaffen“. Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Wunstorf kündigt dazu an, hierzu in den kommenden Wochen konkrete wohnungspolitische Vorschläge vorzulegen, mit einem Fokus auf soziale und nachhaltige Lösungen.

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Kommentare


  • Anonym sagt:

    Sozialisten und Wohnraum.
    Das konnte man in der DDR sehr schön begutachten.
    Ich wünsche den Wunstorfern ganz viel Spaß mit diesen Plänen.

  • H.Hoffmann sagt:

    Wie wäre es denn mit dem ehemaligen Vion Gelände?!

  • Badke, Heinz-Dieter sagt:

    SPD und Wohnraum. Na dann.

  • Der Meisterbürger sagt:

    „Wir stehen an einem Punkt, an dem Nicht-Handeln die Situation weiter verschärfen würde“. So wie das Nicht-Handeln der verantwortlichen Politiker in den letzten Jahren zu der aktuell verschärften Situation überhaupt erst geführt hat? Seit der letzten Kommunalwahl ist nicht ein neues Baugebiet entstanden. Projekte wie Viongelände oder Blumenau werden ohne nachvollziehbare Begründung vernachlässigt oder verhindert. Und jetzt auf einmal soll alles laufen. Die berechtigte Sorge, für eine verfehlte Baupolitik abgestraft zu werden, ist groß. Die Ankündigung ist durchschaubar. Am 13. September 2026 ist Kommunalwahl.

    • Rudolf sagt:

      SPD und notgedrungen die andren Parteien werden bis zur Wahl viele tolle Vorschläge machen. Mir fällt gerade nicht der Name eines ehemaligen SPD Spitzenpolitikers ein, doch- ich glaube es war Müntefering, der sich zu den Wahlversprechen vor einer Wahl geäußert hat.
      Der aktuelle 2.Wahl-Kanzler hat auch viel angekündigt/versprochen. Alles Schall und Rauch!

  • Birgit sagt:

    Nicht nur in der Regel werden für Bürger mit geringem Einkommen keine Chancen für bezahlbaren Wohnraum geboten. Beweisbar durch Anzeigen von eBay, Immobilienscout (diese arbeiten sogar mit Zuzahlungen, um überhaupt auf die Angebotsseite gelangen zu lassen, traurig!), Tageszeitung und Co. Es wird quasi gesiebt ohne Ende, Zusätze der Wohnungsanbieter wie unsoziales Beiwerk sollten verboten werden, angeblich ist jeder gleich.

    Man hat ohnehin den Eindruck, dass die Errichtung von Luxusimmobilien der Wohnkategorie Anspruch gezielt an Normalos oder Menschen mit geringem Einkommen vorbeischlitten soll. Ebenso erreichen schon die Mieten der kleinen, manchmal Recht „einfachen“ Wohnungen die absoluten Höchstgrenzen, obwohl dort keine Neubaustandards vorliegen.

    Wenn ich lese, dass eine 4-Zimmer-Wohnung bereits die 1500,00 Euro Kaltmiete fordert, frage ich mich, wo die Menschen leben sollen, die unter der Armutsgrenze leben und auch noch im „Satz“ liegen müssen, der heute keine Wohnung hergibt. Oder, bitteschön, wo gibt es die Zweizimmerwohnung unter 300,00 Euro Kaltmiete?

    Bei vielen Menschen geht bereits die Hälfte des Einkommens oder der Rente für das Wohnentgelt drauf, fatal.

    Und Sprüche wie „Hätten sich beizeiten um Wohneigentum kümmern müssen.“ oder „Selbst schuld.“ sind dermaßen dumm und respektlos, dass man sich fragt, inwieweit diese sich noch sozialen Wesens bezeichnen können.

    Eine Stadt zeigt ihre Große nicht nur an protzigen Prachtbauten, unter glänzender Fassade bröckelt vieles. Auch monumentale Luxusdomizile sind oft nur das Aushängeschild für den Trend dieser Zeit. Nachfrage regelt den Preis. Leider auch oft uferlos und absolut unsozial.

    Das Problem besteht seit einigen Jahren. Wo früher seitenweise Immobilienangebote sich „das Feld liefen“, ist heute fast Ebbe. Und wenn dieses Dilemma anhält, auch bei vielen im Geldbeutel.

  • Birgit sagt:

    Ergänzend ist hinzuzufügen, dass viele Häuser leerstehen, dann oft leider abgerissen werden und kaum bezahlbarer Wohnraum entsteht. Wie einfach wäre es, diese Gebäude in bezahlbaren Wohnraum umzuwandeln, ohne Abriss und somit werterhaltend?

  • Reiner Roth sagt:

    Na, da kann der Mensch ja gespannt sein. Nachdem die Wunstorfer Grünen im Mai mit einem Rats-Antrag auf die prekäre Wohnungslage in Wunstorf hingewiesen haben und Maßnahmen zur zügigen Schaffung von bezahlbarem Wohnraum forderten, drängelt sich nun die SPD wieder vor und beansprucht für sich eine Problemerkenntnis und sieht auch Handlungsbedarf. Aber warum ist die Zeit bisher tatenlos verstrichen? Nicht erst, seitdem Wunstorf als angespannter Wohnungsmarkt gilt, ist bekannt, dass es hier an Wohnungen mangelt, die für Normalverdiener/innen erschwinglich sind. Und wurden nicht mit dem Umgang mit dem Vion-Gelände die Chancen geradezu verhindert, Sozialen Wohnungsbau zu schaffen? Nun denn, Fehler, Unwissenheit und Ignoranz sind ja korrigierbar – und sei es, durch ein entsprechendes Votum von Wählerinnen und Wählern bei der Kommunalwahl 2026!

  • Birgit sagt:

    Hoffend, dass die schon einige Male hier angesprochene Kommunalwahl Änderungen bringt und sich richtungsweisend dadurch Sinnloses verabschieden muss, sehr ich eine Chance in dieser.

  • Badke, Heinz-Dieter sagt:

    Die heutigen Parteistrukturen und deren realitätsferne Ausrichtungen
    werden mit der nächsten Kommunalwahl noch nicht behoben. Das Wahlverhalten eines Großteils der Wähler ist halt sehr behäbig. Bezahlbarer Wohnraum wird deshalb knapp bleiben. Allein auch schon aus Gründen der sich weiter verschlechternden gesamtwirtschaftlichen Lage, die sich langfristig ausprägen wird.

  • Christoph sagt:

    Wer heute neue Wohnungen schaffen will, muss von der Politik (insbesondere von der Ampelregierung) definierte Energiestandards erfüllen. Diese sind in Deutschland deutlich höher, als in anderen europäischen Staaten. Diese Standards treiben die Preise stark nach oben, egal ob ich eine kleine 2 Zimmerwohnung oder eine 4 Zimmerwohnung baue. Die Energiestandrads sind identisch. Dazu kommt, dass jede Wohnung eine Heizung, Küche und ein Bad benötigt. Auch hier wurden die Kosten durch politische Ideale deutlich erhöht. Will man die neue Wohnung dann vermieten, muss man erst einmal diese Kosten wieder reinbekommen. Dazu kommen dann noch die Nebenkosten z.B. Müll, Grundstückssteuer, die in den letzten Jahren auch explodiert sind und die Miete weiter nach oben treiben. Wenn die SPD hier was ändern will, dann muss sie an die eigenen Vorgaben ran und diese senken. Zudem sollten sie endlich dafür sorgen, dass die Nebenkosten wieder sinken und nicht weiter steigen. Aber dafür sind Reformen nötig, die sie momentan im Bund mit aller Macht verhindern wollen.

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