Wunstorfer Auepost
[Anzeige]

Nach Sprengung: Wunstorfs beliebtester Geldautomat ist wieder da

31.08.2023 • Daniel Schneider • Aufrufe: 3676

Zweiter Versuch: Nach der Sprengung zu Jahresanfang ist ein neuer Geldautomat der Stadtsparkasse wieder an den alten Standort bei Burger King zurückgekehrt. Für das neue Modell wurde die Sicherheitstechnik noch einmal aufgerüstet.

31.08.2023
Daniel Schneider
Aufrufe: 3676
Die Sparkassenvorstände Frank Wiebking (li.) und Heiko Menz mit dem frisch eingetroffenen Kubus

Wunstorf (ds). Ein Geldautomat fährt in den Drive-in. So ungefähr stellte sich am Donnerstagvormittag die Szene dar, bevor ein Kran den roten Würfel vom Tieflader hob und sachte an seinen vorgesehenen Standplatz direkt neben dem Burger-King-Restaurant schweben ließ. Es handelt sich um Geldautomat Nr. 2 an diesem Standort. Nr. 1 war am 2. Januar von Kriminellen gesprengt worden. Seitdem hatte es in diesem Bereich keine Bargeldversorgung mehr gegeben.

Die Stadtsparkasse Wunstorf wollte am Standort jedoch auf jeden Fall festhalten. Der Platz sei nach wie vor ideal, sagte Sparkassenvorstand Frank Wiebking heute bei der Ankunft des Geldautomatenkubus: „Hier ist immer Traffic.“ Man hätte permanent Einblick, er sei freistehend an einem hochfrequentierten Ort aufgestellt. Bei der Stadtsparkasse hatte sich der Vorgänger zum beliebtesten Geldautomaten entwickelt – an keinem anderen Automaten hatten Kunden öfter Geld abgehoben. „Die Wunstorfer haben sich den Standort gewünscht, und wir sind dem Wunsch nachgekommen“, fasste es Wiebking zusammen.

Außen identisch – innen massiv sicherer

Äußerlich scheint sich der neue Automat nicht von dem alten zu unterscheiden. Die Abmessungen sind gleich geblieben, verkleidet ist er wieder mit Glasplatten, die auch wieder bei Dunkelheit leuchten werden. Hinter den Kulissen wurde jedoch aufgerüstet, der neue Kubus berücksichtigt alle aktuellen Weiterentwicklungen in der Sicherheitstechnik. Man habe nun den „höchsten Sicherheitsstandard“, das „Maximum, was man dort erreichen kann“, berichtete Sparkassenvorstand Heiko Menz.

Ankunft in Wunstorf
Die Richtung ist vorgegeben
Der Kubus wird an den Haken des Krans genommen
Positionierung über dem Standplatz

Noch einmal soll sich der Automat nicht sprengen lassen, aufgrund der Sicherheitsmerkmale bereits im Vorfeld jede Diebesbande abschrecken. Neben einer robusteren Bauweise gibt es deshalb nun auch Öffnungszeiten am Automaten: Geld wird man künftig nur noch bis 22 Uhr abheben können – danach verschließt sich das Bedienfeld durch einen Rolladen wie bei einem Bankschalter. Das alte Modell hatte diese Funktion nicht, hier war das eigentliche Terminal auch spätnachts zugänglich.

Bargeldversorgung über die A2

Bevor er am Vormittag gegen 9.30 Uhr in Wunstorf eintraf, hatte der Würfel bereits eine lange Fahrt hinter sich: Angeliefert wurde er aus Stuttgart – Trucker Edi hatte ihn mit dem Überlänge-Tieflader durch die Republik gesteuert. „Mit maximal 80 km/h über die Autobahn“ sei der Geldautomat unterwegs gewesen, berichtet der Fernfahrer.

Trucker „Edi“ steuerte den Tieflader

Kranfahrer Volker Nölting hatte es nicht ganz so weit – er kam mit seinem Gefährt gegen 10 Uhr aus Hannover und dirigierte den Kubus mit Gefühl und stoischer Ruhe an die Endposition. Für Nölting war es das erste Mal, dass er einen Geldautomaten am Haken hatte – aber so etwas sei Routine, berichtete er der Auepost, zumal sei ein Geldautomat für einen so großen Kran eher „ein Leichtgewicht“. Dabei wiegt der Kubus durchaus einige Tonnen.

Bestellt worden war der Automat vor 4 Monaten und konnte trotz Materialengpässen schon jetzt geliefert werden, es hatte nur eine leichte Verzögerung gegeben. Gekostet hat das neue Modell 100.000 Euro. Mit dem optisch baugleichen, aber ebenfalls älteren Modell, das bislang in Steinhude an der Meerstraße gestanden hatte, hat der neue Kubus nichts zu tun. Passanten, die die Aufstellung am Vormittag an der Kolenfelder Straße beobachteten, vermuteten bereits, dass es sich um den Steinhuder Automaten handeln könnte. Diesen hat die Stadtsparkasse nach dem Abbau jedoch nicht behalten.

Das Bedienfeld ist noch nicht zugänglich
Der Geldautomatenstandort war im August 2020 wegen seiner Einsehbarkeit und Frequentierung gewählt worden und dient als Ersatz für ehemalige Geldautomaten in Kolenfeld und am Barneplatz. Diese waren kaum genutzt worden. In der Nacht zum 2. Januar 2023 war der Automat jedoch mit 3 Sprengungen mittels TNT-Sprengstoff in einem dreisten Raubzug zerstört worden. Die Täter wurden nicht gefasst. 

Die Geldautomaten der Stadtsparkasse sind damit wieder komplett – es gibt aktuell nun wieder 10 Automaten des Instituts im Stadtgebiet. Nach und nach werden nun weitere Installationsarbeiten vorgenommen. Der Stromanschluss soll ab kommender Woche verfügbar sein – Geld abheben lässt sich voraussichtlich dann im Laufe des Septembers.

[Anzeigen]
Auepost wird unterstützt von:

Kommentare


  • Nanouk sagt:

    Haha ich lach mich weg, bis zur nächsten Sprengung und weg ist Er:-)!!! Die Täter rüsten auch auf, tja egal

  • Basti g. sagt:

    Es gibt nichts was bombensicher ist

  • Andreas R. Niepel sagt:

    @Artikel: interessant sind die Bilder des Transporters, der Ladung und der Ladungssicherung …
    kein Formschluss, einfaches Niederzurren, keine Anti-Rutsch-Matte – nur Boden aus Holz und Stahl, kein sog. „Kopflashing“, kene erkennbaren Ladehilfsmittel, keine Kantenschoner für die Zurrgurte … ich bin kein Experte für Ladungssicherung, aber optimal finde ich das Gesehene nicht.

    Oder sagen wir mal so: wenn dieser Transporter mit einer Ladung, die solchermaßen transportiert wird, eine Vollbremsung machen muss – möchte ich nicht in der Nähe sein …

    • Basti g. sagt:

      Antirutschmatten waren drunter und nach vorne zum Schwanenhals hatten die verlader europaletten gepackt also gar nicht schlecht ! Edi war fahrer er muss das Verantworten

      • Andreas R. Niepel sagt:

        @Basti g.: wo sehen Sie Europaletten als Ladehilfsmittel? Wo sehen Sie Anti-Rutsch-Matten?
        Ich sehe das auf den Bildern nicht. Waren Sie dabei?
        Sie haben Recht, dass „Edi“ das verantworten muss – aber auch noch eine ganze Reihe anderer gemäß „Verkehrskette“:
        Auftraggeber
        Verlader
        Halter des Fahrzeugs
        Fahrer
        Verpacker

        … ich bleibe bei meiner Meinung.

  • Andreas R. Niepel sagt:

    @Basti g.: Ihr Kommentar vom 05.09.2023, 17:54 Uhr – ich sehe auf keinem der Bilder die von Ihnen geschilderten Europaletten (Bilder und Film zeigen den Transporter und den Parkplatz auf beiden Seiten), nicht einmal im Film sehe ich eine Anti-Rutsch-Matte … bitte helfen Sie mir!

  • Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

    Kontakt zur Redaktion

    Tel. +49 (0)5031 9779946
    info@auepost.de

    [Anzeigen]

    Artikelarchiv

    Auepost auf …