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Steht Wunstorfs Post vor dem Aus?

27.01.2026 • Redaktion • 2 Min.Kommentare: 9

Erst ein Jahr war die Postagentur in der Wunstorfer Südstraße unter neuer Leitung – doch nun soll dort erst einmal Schluss sein.

27.01.2026
Redaktion
2 Min.
Adem Üner in der Postagentur in der Südstraße | Foto: Schneider

Wunstorf (red). Postdienstleistungen gibt es im Stadtgebiet einige, sogenannte DHL-Agenturen sind an verschiedenen Standorten zu finden. Wer „Post“ sagt, meint in Wunstorf jedoch in der Regel eine ganz bestimmte Örtlichkeit: Die DHL-Agentur in der Südstraße. Seit 2009 gibt es an dieser Stelle eine Filiale, ganz in der Nähe des ehemaligen Standortes des alten Postamtes an der Ecke zur Hindenburgstraße.

Nicht nur aus historischen Gründen wird die Postagentur, die offiziell den Namen „Filiale 557“ trägt, weiterhin als Hauptpost von Wunstorf betrachtet – die Filiale ist die größte, liegt am nächsten gelegen zur Altstadt, zu Rathaus, Bürgerbüro und den Innenstadtgeschäften im Zentrum von Wunstorf. Viele holen hier ihre Pakete ab, wenn Zustellungen an der Haustür fehlschlagen oder Packstationen überfüllt sind. Auch die Postbank war hier zuletzt noch zu finden gewesen.

Erst vor einem Jahr hatte Adem Üner dort den Betrieb von „Dr. Mobile“ übernommen und war so auch dortiger Agenturpartner der Post geworden. Dafür hatte er seine bisherige Ein-Mann-Postagentur in Sehnde abgegeben. Er wollte damit den nächsten unternehmerischen Schritt gehen, sich schrittweise vergrößern: Vom Einzelunternehmer langfristig zur UG und GmbH mit vielleicht mehreren Standorten. Wunstorf sollte dafür die nächste Station sein. Alternativ hatte er auch eine Filiale in Hannover ins Auge gefasst, doch letztlich war ihm dann Wunstorf angeboten worden – eine 2-Schalter-Agentur.

Agenturvertrag gekündigt

Doch der Traum scheint nun geplatzt. „Der Vertrag wurde mir zum 31. Januar gekündigt“, bestätigt Üner im Gespräch mit der Auepost. Im vergangenen Dezember habe er die Kündigung von DHL erhalten. Den Grund, der ihm für die Kündigung genannt worden sei, hält er für unzutreffend und die Kündigung für ungerechtfertigt: Transaktionsprobleme sollen der Hintergrund sein.

Üner befürchtet nun, dass Wunstorf seine Postfiliale ganz verlieren könnte, und will dafür kämpfen, weitermachen zu können. Über 40.000 Euro habe er in den zurückliegenden Monaten bereits in die Filiale investiert. Auch neues Interieur war selbst gebaut worden. Üner hatte an den Standort geglaubt, trotz schlechterer Rahmenbedingungen: Seit dem Wegfall der Parkplätze in der Küsterstraße im Jahr 2019 ist die Filiale mit dem PKW eher umständlich zu erreichen, und mit dem Abzug der Postbank blieben auch deren Kunden als Laufkundschaft fort.

Wie es jetzt mit der Agentur weitergeht, ist derzeit noch unklar. Ein potentieller Nachfolger, um einen nahtlosen Weiterbetrieb zu ermöglichen, wie es vor einem Jahr der Fall gewesen war, steht nicht in den Startlöchern. Aktuell wird die Filiale vom Vermieter via Internet-Kleinanzeige zur Übernahme angeboten.

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Kommentare


  • Axel sagt:

    Hier in dieser Stadt wundert mich inzwischen gar nichts mehr. Nachdem der Fußgängerzone und den umliegenden Geschäften unter anderem in der Küsterstraße ersatzlos die Parkplätze weggerissen wurden, plant man inzwischen die gesamte Fußgängerzone über Jahre wegzureißen. Anschließend natürlich ohne Geschäfte und ohne Verkehr. Danke!

    • Anonym sagt:

      Hat absolut gar nichts mit dem Artikel zu tun, da ja DHL den Vertrag gekündigt hat. Was hat die Stadt Wunstorf damit zu tun?
      Meckern den Meckerns willen…

    • Alexander sagt:

      Bleiben Sie doch bei der Wahrheit. Die Parkplätze in der Küster Str. waren private Parkplätze. Die Stadt hatte lediglich eine Vereinbarung mit dem Eigentümer, dass 50 von 60 für die Öffentlichkeit genutzt werden durften. D.h. der damalige Eigentümer hat die Parkplätze durch Verkauf „vernichtet“ und nicht die Stadt.

  • Elke sagt:

    Leider war die Postagentur im vergangenen Jahr immer mal wieder tageweise geschlossen.
    Das kenne ich so von anderen Postagenturen nicht, dass man 3 Tage vor verschlossenen Türen steht.
    Mag sein, dass das der Deutschen Post bekannt geworden war, weswegen sie nun die Reißleine gezogen hat?

  • fred sagt:

    Google Post in Dänemark. Erst werden weniger Briefe verschickt, dann Preise erhöht, dann die Zustelltage gestrecke, dann die Post eingestellt und es wird nur noch von privaten erledigt. Problematisch ist nur das die deutschen Behörden nicht in der Lage sind alles digital zu versenden.

    Aber in ein paar Jahren wirds so sein wie in Dänemark, da können wir drauf wetten.

  • Thorsten Mues sagt:

    Seit der Privatisierung und dem Zwang Gewinn zu erwirtschaften, geht es eh nur abwärts.

  • Basti g. sagt:

    Früher gab es postbeamte ( Vertrauensperson genauso wie bänker) heute machen handyladenbetreiber oder barbershops diesen postjob da fragt man sich was soll das . Ich wäre für eine Post so wie sie Früher mal war

  • B. sagt:

    Irgendwie ist das Ganze zum Ärgern. Auf der einen Seite unentbehrlich (besonders wenn Mal ein Tat oder Hilfe gebraucht wird), andererseits die Briefzustellung per Einschreiben, so einfach ist es nicht, darauf zu verzichten, aber mancher Brief, besonders die noch schnell am Freitag losgeschickten Depeschen, von Amt und Behörden, kann doch auch umwelt- und nervenschonender mit E-Post ohne Papier versendet werden.

    Man mag auf Postfilialen nicht verzichten. Wohin mit den Paketen? Wohin mit Falschsendungen oder Briefen der ungeliebten Art, die man nicht einfach in den nächsten Kasten schmeißen kann (die kommen nämlich wieder zurück)? Und Rat und Tat kommt dann durch das Smartphone mit computergesteuerter KI-Stimme? Dann lieber die netten Filialbetreiber.

    Als Briefhasser ist zu sagen, die Zeit der lustig bedruckten Kärtchen ist dann vorbei, wenn die hässlich gelben Einzug halten. Oder die erdgrauen Amtsdepeschen.

    Viele Briefe kommen in falsche Briefkästen. Sicher ist gar nichts.
    Auch der „Dialogbrief“ (lach) eine tolle Erfindung für die Supercleveren, die sich mit Passwort und zusätzlichem Superpassword (über Briefversand durch die Deutsche Post) auskennen. Und Versicherungen, deren ständige Eintüterei auf den Nerv geht. Zuhause liegt der Brief dann rum, anstatt im gepflegten Elektroordner gut abgelegt unterzukommen. Und Emails, einst als Post der Zukunft angesehen (was brauchen wir noch Faxe, wurde groß getrötet), haben auch nicht immer Gültigkeit.
    Apropos, die verhassten Grauen und Gelben, ihres Zeichens Amtszustellungen, der Alptraum eines jeden Gewissenhaften, können gerne für immer abgeschafft werden oder in der Elektronik verschwinden oder im sich selbst einschaltenden Reißwolf.

    Und da ist auch Mal ein freundliches Wort gefragt. In der Postfiliale.

    Ich möchte sie nicht missen.

  • Andreas sagt:

    Auffallend ist, dass die Post einen neuen Betreiber im Zentrum sucht.
    Dann will sie offensichtlich nicht das Zentrum aufgeben sondern war mit dem Betrieb nicht zufrieden.

    Ob die Vergütung seitens der Post dermaßen unterirdisch ist oder was für Gründe auch immer es gibt, jedenfalls war der Service nicht der, der er unter dem vorherigen Betreiber war (Pakete waren im großen Chaos verschollen, Agentur blieb tagelang zu…).

    Bin gespannt wie es weiter geht und wann und wo die neue Agentur öffnet.

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