
Klein Heidorn (red). Der letzte schwere Verkehrsunfall an dieser Stelle liegt gerade rund sechs Wochen zurück – nun kam es an der Frachtwegkreuzung nahe des Wunstorfer Tierheims erneut zu einer Kollision mit mehreren Fahrzeugen.
Um 13.35 Uhr erreichte die Feuerwehrleitstelle ein automatischer Notruf, der über das eCall-System eines der beteiligten Fahrzeuge abgesetzt wurde. Seit 2018 ist das System, das bei Registrierung eines schweren Unfalles sofort einen Hilferuf absetzt, in Neuwagen Pflicht.
Die Feuerwehren aus Wunstorf, Blumenau und Luthe wurden daraufhin zur Einsatzstelle geschickt. Vor Ort bestätigte sich die Lage: Drei Fahrzeuge waren in den Unfall verwickelt. Es gab vier Leichtverletzte, die durch den Rettungsdienst versorgt wurden. Ein Notarzt war ebenfalls zur Unfallkreuzung alarmiert worden. Allein von der Feuerwehr waren damit rund 20 Einsatzkräfte am Unfallort.
Die Feuerwehr sicherte die Unfallstelle ab, traf Vorsorge für mögliche Brandentwicklung, kümmerte sich um die Batteriesicherung in den Fahrzeugen und unterstützte bei der technischen Unfallabwicklung. Dabei kam bei einem der Unfallfahrzeuge auch eine sogenannte Fahrzeugrangierhilfe des Herstellers GoJak zum Einsatz, die wie eine Art Mini-Hebebühne auf Rädern funktioniert: Die Gestelle werden unter die Reifen eines Unfallwagens positioniert und dann mit einem Fußpedal angehoben, so dass das Auto mit den zusätzlichen Rädern der Rangierhilfen wieder beweglich wird.

Unabhängig von der eigenen Lenkung können Fahrzeuge dann einfach auf der Straße auch auf engstem Raum in alle Richtungen geschoben werden. Damit können die Einsatzkräfte Unfallstellen schneller freimachen und Rettungs- sowie Bergungsarbeiten sicherer durchführen, wenn ein defektes Auto nicht mehr fahrbereit ist und die eigenen Räder blockieren.
Die Kreuzung zählt zu den Unfallschwerpunkten in Wunstorf und gibt weiter Rätsel auf: Am Schnittpunkt von Neustädter Straße und Frachtweg zweigt eine Bundesstraße, die B442, die auf einem Teilstück des Frachtwegs verläuft, auf die Neustädter Straße ab. Aus Richtung Kernstadt Wunstorf hat der Verkehr jedoch keine Vorfahrt, sondern ist mit Stoppschildern konfrontiert – der Querverkehr zwischen Blumenau und Klein Heidorn ist auf der Vorfahrtsstrecke.

Obwohl die Stoppschilder überdeutlich mit besonderen Hinterlegungen und weithin sichtbar auch an einem Mast aufgestellt sind und der Kreuzungsbereich gut einsehbar ist, geschehen immer wieder schwere Unfälle, weil herannahende Fahrzeuge übersehen werden. Ebenso geschehen Unfälle beim Abbiegen von der Vorfahrtsstraße. Auch im Begegnungsverkehr auf dem Frachtweg abseits der Kreuzung geschehen immer wieder Unfälle, so dass bereits eine weitere Senkung der Höchstgeschwindigkeit beschlossen wurde.
Langfristig wird die Bundesstraße hier nicht mehr verlaufen – die B442 wird dann etwas weiter südlich parallel über die derzeit im Bau befindliche Nordumgehung führen.
Da gibt es zwei Erklärunen für:
– eine metaphysische Erklärung: das Unglück der Tiere, die im direkt in der Nähe gelegenen Tierheim gelandet sind, strahlt auf die Autofahrer aus
oder
– eine optische Erklärung: viele Autofahrer schauen sich mit Neugier die Bundeswehr-Maschine an, welche dort gegenüber dem Tierheim schon seit geraumer Zeit herumsteht an und achten nicht auf den Kreuzungsverkehr.
Es gibt zwei einfache Beobachtungen, die man ständig dort sehen kann:
1. Das STOP-Schild wird nicht beachtet (wohl weil Verkehrsregeln zu kompliziert sind)
2. Beim Linksabbiegen vom Frachtweg Richtung Wunstorf wird die Kurve geschnitten (weil gestern auch keiner kam)
Die Vorfahrtsregelung wurde ca. 1995/1996 verändert. Seinerzeit gab es dort noch die sog. „abknickende“ Vorfahrt. An die Änderung haben sich die Leute bis heute nicht gewöhnt.
Völlig unverständlich wieso an dieser Kreuzung ständig Unfälle passieren. Ich kenne in Wunstorf und Umgebung kaum eine Kreuzung die Übersichtlicher und eindeutiger ausgeschildert ist als diese. Wer hier einen Unfall verursacht, den sollte man sofort zur MPU schicken, oder zumindest den Lappen für längere Zeit wegnehmen. Wegen dieser Leute müssen nun durch eine weitere Geschwindigkeitsreduzierung nun tausende andere Autofahrer leiden, indem ihnen durch längere Fahrzeit auf der Stecke wertvolle Lebenszeit vergeudet wird.
Das wird das Problem sein. Gut einsehbar, dann kann man auch das Stoppschild überfahren. Und dann passt es von 100 mal einmal nicht. Oder, was ich beobachte: Die Autofahrer werden immer dreister/blöder! Kann mich nicht entscheiden. Aber es wird grundsätzlich nicht mehr geblinkt, Geschwingigkeitsbegrenzungen ignoriert und man fährt so drauf los, dass, wenn die anderen Verkehrsteilnehmer hellwach sind, einen Unfall oder brenzlige Situationen noch vermeiden können. Also so ein Ego-Ding. „Ich überfahre das Stoppschild weil ich cool oder doof bin, Du kannst ja bremsen wenn es DIr dann mit mir zu knapp wird“!
Und das nimmt zu. Leider.
Hier fehlt eindeutig die „Like“-Funktion. Der Beitrag von Deus hätte ein Like verdient.
Jetzt nen Kreisverkehr. Das wäre toll…