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Machetenangriff: Spezialeinsatzkommando überwältigt Poggenhagener

09.11.2025 • Redaktion • 3 Min.Kommentare: 4

Ein 26-Jähriger hat in der Nacht in Poggenhagen erst einen Nachbarn und dann die eintreffende Polizei mit einer Machete angegriffen. Ein Polizist reagierte mit Schusswaffengebrauch. Das SEK konnte den Machetenangreifer schließlich mit einem Taser überwältigen.

09.11.2025
Redaktion
3 Min.
Polizeiabsperrung
Polizeiabsperrungsband (Symbolbild) | Foto: Schneider

Poggenhagen (red). In der vergangenen Nacht, von Samstag auf Sonntag, hat ein Spezialeinsatzkommando der Polizei einen mutmaßlichen Machetenangreifer aus Poggenhagen überwältigt und festgenommen. Zuvor war dieser mit der Waffe auf einen 62 Jahre alten Mann losgegangen und hatte ihn verletzt. Bei dem Festgenommenen handelt es sich um einen 26-Jährigen.

Nach bisherigen Erkenntnissen des Kriminaldauerdienstes Hannover randalierte der Tatverdächtige gegen 23 Uhr am gestrigen Samstag in einem Mehrparteienhaus in der Moordorfer Straße. Er demolierte seine Wohnungseinrichtung und beschädigte zudem in der Nähe des Hauses geparkte Fahrzeuge. Schließlich griff er einen seiner Nachbarn mit der Machete an – den 62-Jährigen. Der Nachbar wurde verletzt, konnte sich jedoch zurück in seine Wohnung retten und wählte von dort den Notruf. Auch der 26-Jährige zog sich wieder in seine Wohnung zurück, randalierte dort jedoch weiter.

Die ersten eintreffenden örtlichen Polizeikräfte postierten sich um die Wohnung. In diesem Moment trat der 26-Jährige wieder aus der Tür und griff nun die Polizisten mit der Machete an.

Polizist schießt auf Angreifer

Die Beamten reagierten mit mehrmaliger Ansprache und der Drohung, von der Schusswaffe Gebrauch zu machen. Das änderte jedoch nichts am Verhalten des 26-Jährigen, die Machete legte er nicht aus der Hand. Einer der Polizisten gab daraufhin einen Schuss aus seiner Dienstwaffe auf den Angreifer ab. Der Schuss verfehlte den 26-Jährigen jedoch. Die Reaktion des Polizisten sorgte nun aber dafür, dass der Machetenträger seinen Angriff abbrach und zurück in seine Wohnung flüchtete.

Einsatzkräfte des Spezialeinsatzkommandos sowie die Verhandlungsgruppe Hannover unterstützten die Beamten im weiteren Verlauf vor Ort und nahmen erneut Kontakt zu dem aggressiven Mann auf, der weiterhin die Machete bei sich hatte und damit für die Polizei als bewaffnet galt.

Tasereinsatz

Mit Worten drangen die Einsatzkräfte jedoch nicht zu dem Verdächtigen durch. Schließlich setzten die Spezialkräfte einen Taser ein, um den 26-Jährigen überwältigen und in Gewahrsam nehmen zu können.

Zur Verhinderung weiterer Straftaten wurde der 26-Jährige nach einer kurzen ersten medizinischen Kontrolle durch eine Notärztin und eine Rettungswagenbesatzung in den Polizeigewahrsam gebracht. Bei der Festnahme wurde der 26-Jährige leicht verletzt.

Die eingesetzten Beamten blieben unverletzt. Der 62-jährige Nachbar, der als Erstes mit der Machete angegriffen worden war, wurde ebenfalls medizinisch versorgt: Er wurde ins Krankenhaus gebracht, konnte dieses nach kurzer Zeit aber bereits wieder verlassen.

Ermittlungsverfahren gegen Polizist und Angreifer

Die Polizei Hannover hat gegen den Angreifer ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung eingeleitet. Die Ermittlungen zum Tathergang und zum Tatmotiv dauern an.

Auch gegen den Polizeibeamten, der die Schusswaffe einsetzte, läuft nun ein Ermittlungsverfahren. Dies geschieht automatisch und ist grundsätzlich der Fall, wenn Beamte in einem Einsatz von ihrer Dienstwaffe Gebrauch machen. Damit soll genau geklärt werden, unter welchen Umständen der Schuss abgegeben wurde und ob die Reaktion angemessen war. Dies dient dem Schutz der Rechte des Beschossenen und des schießenden Beamten gleichermaßen und geschieht nach derartigen Polizeieinsätzen sogar dann, wenn es sich um offensichtlich lebensbedrohliche Situationen für sich oder andere handelte – um diese Notsituationen rechtlich eindeutig festzustellen.

U-Haft angeordnet

Update, 13.11.: Wie die Polizeidirektion Hannover am Donnerstag, den 13. November, mitteilte, wurde inzwischen Haftbefehl gegen den 24-Jährigen erlassen. Die Staatsanwaltschaft in Hannover hatte Untersuchtungshaft wegen Flucht- und Wiederholungsgefahr beantragt. Dem folge das zuständige Amtsgericht Neustadt.

Das bedeutet, dass der 24-Jährige nun in eine Justizvollzugsanstalt gebracht wurde und zunächst nicht in seine Wohnung in dem Poggenhagener Mehrfamilienhaus zurückkehren wird. Bei diesem handelt es sich um eine städtische Notunterkunft für wohnungslose Menschen. Das Gebäude verfügt über entsprechende Gemeinschaftseinrichtungen, die Bewohner begegnen sich beispielswiese in gemeinsamen Küchen- oder Sanitärräumen.

Vor allem der angegriffene 62-Jährige, der weiterhin in der Unterkunft wohnt und bei dem Angriff mehrere teils große Hieb- und Schnittwunden davontrug, hatte befürchtet, dass der nun in Untersuchungshaft Sitzende alsbald zurückkehren könnte – und hofft auf eine eigene alternative Unterkunft, bevor ein solcher Fall eintritt.

Die Ermittlungen, die vom Polizeikommissariat Neustadt geführt werden, dauern an.

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Kommentare


  • SA sagt:

    Der arme Polizist, den sie jetzt vor Gericht zerren.

    • Volker sagt:

      Vor Gericht zerren?
      Steht da irgendwas davon, dass Anklage erhoben wurde?

      Zitat:
      Es läuft ein Ermittlungsverfahren. „Dies dient dem Schutz der Rechte des Beschossenen und des schießenden Beamten gleichermaßen (…)“

  • Berggeist sagt:

    die o.a. Namensnennung sollte verboten werden

  • B. sagt:

    „Vor allem der angegriffene 62-Jährige, der weiterhin in der Unterkunft wohnt und bei dem Angriff mehrere teils große Hieb- und Schnittwunden davontrug, hatte befürchtet, dass der nun in Untersuchungshaft Sitzende alsbald zurückkehren könnte (…)“.

    Alsbald zurückkehren könnte???

    Wo leben wir eigentlich?

  • Schreibe einen Kommentar

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