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Der XXL-Bollerwagen rettet das Himmelfahrts-Grillen im Hohen Holz – Bollerwagenparade fällt ins Wasser

19.05.2026 • Redaktion • 3 Min.Kommentare: 14

Erstmals zogen die Vatertags-Ausflügler in Wunstorf auf dem traditionellen Weg nach Steinhude an der neuen Fledermausbrücke vorbei. Es könnte das erste und letzte Mal gewesen sein.

19.05.2026
Redaktion
3 Min.
Auf dem Weg zum Hohen Holz | Fotos: Schneider

Für die traditionelle Bollerwagenparade der Auepost hätte es nicht gereicht in diesem Jahr – weder wettertechnisch noch teilnehmertechnisch. Als hätte es die Redaktion geahnt, war dieses Mal aber auch kein Fotoshooting an der Strecke geplant. Die „Bollerwagenparade“, die bekannte Fotodoku der Auepost, hatten wir 2023, 2024 und 2025 organisiert.

Zum Himmelfahrtstag 2026 hatten sich diesmal nur die Hartgesottensten auf den Weg durchs Hohe Holz nach Steinhude gemacht. Nasskaltes Wetter und ein Regenschauer nach dem nächsten ließ große Pfützen auf den Waldwegen entstehen und die jährliche Vatertagstour zu einer matschigen Angelegenheit werden.

Ortsbürgermeister Thomas Silbermann, der mit den Genossen von der SPD-Ortsabteilung Wunstorf wie immer auf halber Strecke am Wasserwerk auf die Ausflügler wartete und wo Würstchen gegrillt und Getränke angeboten wurden, hatte noch eine andere Theorie: Es sei ein Generationswechsel im Gange, meinte er im Gespräch mit der Auepost. Die jungen Leute würden weiterhin auf Tour gehen, aber das aufwändige Basteln am ausgefallensten Bollerwagen, das würde langsam verschwinden.

Wo bleiben die Leute?

Vielleicht hatten die Bollerwagenbauer aber auch einfach kein gesteigertes Interesse daran, mit den fahrbaren Theken und Diskos im Schlamm stecken zu bleiben und die oft leistungsstarke Beschallungstechnik unter Wasser zu setzen.

Kaum was los beim Himmelfahrtsgrillen der SPD – und auch der Grill steht schon fast in der Pfütze
Denn die Strecke sieht oft so aus
Dabei ist alles bereit
Die Polizei bewacht leere Waldwege
Aber manche sind doch unterwegs
… und schaffen es durch den Regen
Es gibt keine schlechte Laune, nur schlechtes Wetter
Kurze Sonnenpause für die ersten Eingetroffenen
Daniela Helbsing verwaltet das Glücksrad
… während weitere Ausflügler unterwegs sind

Bei der SPD im Wald ging jedenfalls schon die Angst um, dass am Ende gar niemand vorbeikommen würde am Wasserwerk-Grillpunkt. Bereits ab 10 Uhr hatte man sich dort postiert und die ersten Würstchen auf den Grill gelegt. Doch dann war warten angesagt. Auch zwei Stunden später, wenn normalerweise schon Hochbetrieb herrscht auf der Strecke, war noch immer kaum jemand erschienen von den üblichen Verdächtigen. Die Polizei, die wie üblich mit Mannschafts- und Streifenwagen die Himmelfahrtstour absicherte, behielt lange Zeit leere Waldwege wachsam im Auge.

XXL-Bollerwagen fährt vor

Doch kurz darauf kam die Sonne für einen Moment zum Vorschein, und passend dazu trafen auch vermehrt Ausflügler ein. Tatsächlich waren die großen Bollerwagen dabei Mangelware, aber das Areal rund ums Wasserwerk füllte sich trotzdem etwas. Dafür sorgte nicht zuletzt auch Besuch aus der Gegenrichtung: Ein Trecker mit Planwagenanhänger fuhr vor und lud weitere Besucher aus, so dass die Szenerie schlagartig bevölkert war: Die Sportschützengilde Großenheidorn schaute vorbei – darunter auch Großenheidorns Ortsbürgermeister Martin Ehlerding.

Das ist mal ein Bollerwagen …
Ehlerding (li.) und Silbermann
Pause im Wald

Nach Steinhude hatten es dann am Ende doch einige Bollerwagencrews geschafft – doch die Zahl der Feiernden blieb dabei deutlich unter den Größen der Vorjahre. Der übliche Massenmarsch durchs Hohe Holz hatte nicht stattgefunden.

Historischer Moment

Wer 2026 am Himmelfahrtstag durchs Hohe Holz nach Steinhude unterwegs war, kann sich nun aber zu denjenigen zählen, die dabei zum ersten Mal während der Vatertagstour an der neuen Fledermausbrücke vorbeigezogen sind. Auch das wird es in Zukunft wohl nicht mehr geben – der jetzt noch vorhandene Weg wird mit dem Bau der Bundesstraße an dieser Stelle bald verschwunden sein.

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Kommentare


  • Wunstorfer sagt:

    Der Artikel wirft eine praktische Frage auf, die bislang irgendwie untergeht.

    Wenn der traditionelle Weg nach Steinhude, am Hohen Holz vorbei, mit dem Bau der Bundesstraße an dieser Stelle verschwinden soll, wie wird diese Verbindung künftig ersetzt?

    Es geht ja nicht nur um Vatertags-Bollerwagen. Diese Strecke ist auch eine wichtige Verbindung Richtung Steinhude, zum Hohen Holz, zum Tennisclub und zur Waldgaststätte Altenruh.

    Für die Fledermäuse wird die alte Achse offenbar mit großem Aufwand als Leitstruktur erhalten. Für Menschen scheint dieselbe Achse dagegen zu verschwinden.

    Kommt dort noch eine zweite Querung? Gibt es eine neue Wegeführung? Oder wird die direkte Verbindung künftig tatsächlich aufgegeben?

    Gerade wenn der Tennisclub selbst die Fledermausbrücke inzwischen eher entspannt sieht, wäre interessant zu wissen, wie seine Besucher später eigentlich dorthin kommen sollen.

    • Der Meisterbürger sagt:

      Man fragt sich, warum eine 2 Millionen Euro teure Brücke nicht gleich so geplant und gebaut wird, dass sie auch den Menschen dient. Radfahrer oder Fussgänger scheinen kein Problem für die Fledermäuse zu sein. Ob die Fledermäuse nach den unvermeidlichen Irritationen durch den Bau der Umgehungsstrasse ihre alte Route beibehalten werden, muss sich noch beweisen. Wenn sie es nicht tun, wäre die Fledermausbrücke nutzlos und eine gigantische Verschwendung. Eigenartig menschenfeindlich diese Art von Naturschutz. Welches Welt- und Gesellschaftsbild steht hinter solchen Entscheidungen?

    • Anonym sagt:

      Lieber Wunstorfer,

      vielen Dank für Ihre interessanten Fragen:

      „Kommt dort noch eine zweite Querung?
      Gibt es eine neue Wegeführung?
      Oder wird die direkte Verbindung künftig tatsächlich aufgegeben?“

      Tatsächlich war eine neue Wegeführung zum Tennisclub und der Gaststätte für Menschen geplant. Diese musste nunmehr leider aufgegeben werden, da sich das Projekt Fledermausbrücke plötzlich und unverhofft um mehrere Millionen Euro verteuerte, so dass der Stadt Wunstorf leider keine Mittel mehr bleiben, um auch für Menschen eine sinnvolle Querung zu ermöglichen. Es sei denn, sie verzichten auf das 6. und 7.Becken des Elements im Jahre 2050.

      Aber vielleicht ist es Ihnen ja möglich, sich mit ein paar Fledermäusen im Revier anzufreunden, welche sie fliegend dahin mitnehmen könnten.
      Das wäre doch eine win-win-Situation, meinen Sie nicht?

      • Nils sagt:

        Die Stadt betreut weder die Baustelle, noch wird die städtische Stadtkasse belastet. Die Fledermausbrücke und die Umgehungsstraße werden vom Bund finanziert, da es sich künftig um eine Bundesstraße handeln wird. Die Darstellung von „Anonym“ entspricht daher nicht den Tatsachen. Wie immer!

        • Anonym sagt:

          Der Nils ist wieder alleine zuhaus und hat wie immer nichts begriffen.
          In einem anderen Artikel über dieses Monster-„Bauwerk“ postete ich bereits, dass die Kostenfrage Wunstorf gar nicht betrifft.
          Und da der Nils offensichtlich nicht in der Lage ist, Satire zu erkennen – wie immer – so ist das sein Problem, nicht meines.

    • Wunstorfer Auepost sagt:

      Nach den bisherigen Planungen entsteht ein neuer Übergang weiter östlich: In Verlängerung der „Obi-Kreuzung“ entsteht ein neuer Kreisverkehr. Von dort führt in Zukunft dann der Weg entlang der Bundesstraße Richtung Alten’s Ruh und zum Tennisclub. Auch der Weg durchs hohe Holz wird natürlich bleiben, man fährt dann nur nicht mehr an der jetzigen Fledermausbrücke vorbei, sondern biegt schon früher ab. Hier hatten wir darüber berichtet: https://www.auepost.de/stadtgespraech/eine-neue-bundesstrasse-fuer-wunstorf-viele-frage-und-ausrufezeichen-beim-infomarkt-zur-nordumgehung-62214/

      • Wunstorfer Auepost sagt:

        Auf diesem Plan (PDF) kann man gut erkennen, wie die Wege in Zukunft gedacht sind: Übersichtslageplan

        • Der Meisterbürger sagt:

          Danke an die Redaktion für den aufmerksamen und freundlichen Service! Das ist sehr hilfreich um die Situation besser beurteilen zu können.

      • Wunstorfer sagt:

        Vielen Dank für den Hinweis auf den Plan. Der macht die künftige Wegeführung etwas verständlicher, wirft aber auch neue Fragen auf.

        Wenn ich den Plan richtig lese, soll die bisherige direkte Verbindung an der heutigen Fledermausbrücke künftig entfallen. Stattdessen soll man weiter östlich über den neuen Kreisverkehr in Verlängerung der Obi-/Baumarkt-Kreuzung auf einen Weg entlang der Bundesstraße gelangen und von dort Richtung Alten’s Ruh bzw. Tennisclub weiterkommen.

        Unklar bleibt mir dabei: Ist diese künftige Verbindung nur als Fuß-/Radweg bzw. Wirtschaftsweg gedacht – oder auch als reguläre Zufahrt für Pkw zu Alten’s Ruh und zum Tennisclub? Denn beide Ziele werden derzeit ja auch mit dem Auto angefahren.

        Außerdem fällt im Plan auf, dass offenbar nicht nur an der bekannten Stelle im Norden eine „Fledermausquerung“ eingetragen ist, sondern weiter südlich im Bereich der heutigen Wegeführung ebenfalls eine weitere „Fledermausquerung“. Bedeutet das, dass hier zwei getrennte Fledermausquerungen vorgesehen sind? Der Plan sagt dies aus.

        Gerade diese südliche Stelle wirft für mich noch eine weitere Frage auf: Wenn die Fledermäuse bisher aus Richtung Stadt/Baumarkt kommend der alten Wege- bzw. Baumachse gefolgt sind und dort Richtung Alten’s Ruh / Hohes Holz abgebogen sind, warum sollten sie künftig weiterhin genau dort links abbiegen, wenn die neue Wegeführung offenbar eher geradeaus Richtung Kreisverkehr weiterläuft?

        Mit anderen Worten: Welche Struktur soll für die Fledermäuse künftig maßgeblich sein – die alte, künftig unterbrochene Achse oder die neue Trasse zum Kreisverkehr? Wurde das Flugverhalten dort konkret untersucht, oder wird nur angenommen, dass die Tiere auch künftig exakt der alten Linie folgen?

        Kurz gesagt: Der Plan beantwortet die Frage nach der künftigen Wegeführung teilweise, macht aber die praktische Erreichbarkeit von Alten’s Ruh und Tennisclub mit Pkw sowie die Bedeutung der zweiten eingezeichneten Fledermausquerung noch erklärungsbedürftiger.

        • Andreas sagt:

          Ja, aber das ist doch seit 2009 bekannt.

          Sie können doch nicht nach 17 Jahren merken „Alarm! Das wirft Fragen auf!“

          Es ist öffentlich rauf und runter diskutiert worden; die ganze Wegeführung ist öffentlich einsehbar; wurde auf dem WuWiWo vorgestellt usw. usf….

        • Wunstorfer sagt:

          @Andreas:

          @Andreas

          Wenn die Antworten auf diese Fragen seit 2009 bekannt und öffentlich einsehbar sind, wäre es doch hilfreich, sie hier kurz zu benennen.

          Meine Fragen waren ja sehr konkret:

          Ist die künftige Verbindung Richtung Alten’s Ruh und Tennisclub auch eine reguläre Pkw-Zufahrt oder nur Fuß-/Radweg bzw. Wirtschaftsweg?

          Was genau bedeutet die zweite im Plan eingezeichnete „Fledermausquerung“?

          Und worauf stützt sich die Annahme, dass die Fledermäuse weiterhin der alten, künftig unterbrochenen Achse folgen und dort links abbiegen, statt sich an der neuen Trasse Richtung Kreisverkehr zu orientieren?

          Der Hinweis, das sei alles lange bekannt, beantwortet diese Punkte leider nicht. Wenn die Informationen öffentlich vorliegen, wäre ein konkreter Verweis oder eine kurze Erläuterung hilfreicher als der bloße Hinweis, man hätte das schon vor Jahren wissen können.

          Gerade weil der Plan neue Fragen aufwirft, wäre eine sachliche Erklärung interessant.

        • Elke B. sagt:

          @Andreas

          Wenn das alles angeblich seit 2009 bekannt ist, wäre es hilfreich, die konkreten Antworten einfach zu nennen: Pkw-Zufahrt zu Alten’s Ruh/Tennisclub ja oder nein, was bedeutet die zweite „Fledermausquerung“, und warum sollen die Fledermäuse künftig weiter der alten Achse folgen?
          Der von der Auepost verlinkte Plan scheint zudem aus 2016 zu stammen, sodass der pauschale Hinweis auf 2009 die konkreten Fragen nicht beantwortet.
          Wenn Sie angeblich wissen, wie die Fragen zu beantworten sind, schreiben Sie es doch bitte einfach hin.

  • Jerry M. sagt:

    Angesichts der Reglementierung zu Himmelfahrt in Steinhude wundert es mich nicht, dass bei dem miesen Wetter kaum jemand durch den Wald gestapft ist. Die Bratwurst der SPD ist nicht unbedingt das lohnenste Ziel…

    • Ansgar L. sagt:

      Ist übrigens die selbe wie die letzten Jahre auch, wo auch Hunderte Menschen da waren. Netter Versuch, aber leider nur peinliche Hetze.

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