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Kohle für Kolenfeld!

21.07.2021 • Horst Koschinsky • Aufrufe: 1433

Klartext für Wunstorf: Die Stadtsparkasse soll sich auch mal um die kleinen Leute Ortschaften kümmern, findet Horst.

21.07.2021
Horst Koschinsky
Aufrufe: 1433
Horst grantelt

Da hat’s wohl ein bisschen gequietscht zwischen Stadtsparkasse und Lokalpolitik. Ist aber auch ein bisschen gemein von den Lokalbänkern, ausgerechnet in der schönsten Wahlkampfzeit die Info durchsickern zu lassen, dass man den letzten Geldautomaten in Kolenfeld, den leider zwei dunkle Gestalten für eine größere „Privatabhebung“ genutzt haben, gleich ganz streichen will.

Okay, nicht eure Schuld. Inzwischen fliegt ja täglich irgendwo ein Automat in die Luft. Bei rund 50.000 Geldautomaten in Deutschland – Pardon, bei heute noch rund 49.999 Geldautomaten in Deutschland – muss man trotzdem schon ziemlich Pech haben, dass es ausgerechnet die Wunstorfer Sparkasse trifft. Auch braucht während Corona ja nun wirklich niemand mehr Bargeld – außer zum Cappuccino-Bezahlen bei Martino, wenn mal gerade kein Lockdown ist. Oder sollte es am Ende gar nicht daran liegen, dass die Leute lieber mit Karte und Telefon zahlen, sondern Geldautomaten immer seltener werden? Ursache und Wirkung und so? Hat das mal jemand untersucht?

Im ersten Moment habe ich fast gedacht, das Absägen von Kolenfeld wäre die Retourkutsche dafür, dass die SPD noch ein Wahlkampfthema entdeckt, öffentlich nach Wiederaufbau gerufen und eine Prüfung erwartet hat. Erwartet! Eine Prüfung!! Das kann ja nur als dreiste Einmischung in den Geschäftsbetrieb verstanden werden. Als Sparkassenchef würde ich da knallhart den insgeheimen Mittelfinger zeigen. Wo kommen wir denn hin, wenn jeder Politiker im Wahlkampf einfach sagt, was er sich wünscht! Am Ende halten die Wähler das sogar noch für eine gute Idee! Ein Spitzenplatz in der Rangliste der ertragreichsten Sparkassen wird schließlich nicht erlangt, weil man an jeder dritten Straße, wohin sich mal versehentlich ein Steinhude-Tourist auf der Suche nach Kleingeld für den Fischbrötchenerwerb verlaufen könnte, einen Geldautomaten hinpflanzt.

Eine Sparkasse, die die Stadt im Namen trägt, sollte auch die ganze Stadt im Blick haben.

Auch Geldautomaten sollen Geld verdienen, deswegen kommen die Dinger heutzutage in Raumschiff-Optik mitten rein ins Getümmel. Da sind die Kolenfelder einfach selber schuld, wenn sie vor der Ex-Filiale keine Fischbuden aufstellen. Andererseits: Bei Jahresabschlüssen mit ’ner 7 an der Spitze der Millionensumme, da müsste doch echt noch ein kleiner Geldscheinspucker drin sein. Das kommt am Ende bestimmt günstiger als die ganze Werbung, die man braucht, um das Image in einer kompletten Ortschaft wiederherzustellen.

Eine Sparkasse, die die Stadt im Namen trägt, sollte auch die ganze Stadt im Blick haben. Kompromissvorschlag, falls die Portokasse für Neuanschaffungen dieses Jahr schon leer sein sollte: Baut doch den roten Klotz bei Burger King wieder ab und stellt ihn ein paar Meter weiter an der L 392 wieder auf – und alle sind glücklich: 1. Die Kolenfelder haben wieder einen Geldautomaten in Reichweite, 2. die Leute am bekannten Unfallschwerpunkt immer Bargeld für Taxi und Abschleppunternehmen zur Verfügung – und 3. die nächsten Geldautomatenknacker im Fluchtfahrzeug es noch näher zur Autobahnauffahrt. Win-win-win.

Mit finanzstarken Grüßen
Horst Koschinsky

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Kommentare


  • Heiko Menz / Frank Wiebking sagt:

    Lieber Horst Koschinsky,
    vielen Dank für Ihre pointierte Einwertung der Sachlage; bei der ein oder anderen Formulierung konnten wir uns ein Schmunzeln nicht verkneifen.
    Gerne weiter so; mit Ihrem Humor können wir eine Menge anfangen.
    Viele Grüße
    Heiko Menz / Frank Wiebking

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