
Wunstorf (ds). „Das wird sehr gefährlich“, lautet eine Meinung aus den Reihen der Innenstadthändler zum bevorstehenden Wunstorfer Fußgängerzonenumbau. Während die öffentlichen Beteiligungsformate inzwischen abgeschlossen sind, wuchs die Skepsis gegenüber dem, was in den nächsten Jahren in der Wunstorfer Süd-, Nord- und Langen Straße passieren wird, in den vergangenen Wochen weiter.
Der Innenstadtrundgang mit Diskussion in der Abtei im Mai trug dabei weniger zur Beruhigung bei und hinterließ eher noch mehr offene Fragen bei den Unternehmern. Dass für den planerischen Prozess im Bereich der Altstadt insgesamt von 10 bis 15 Jahren gesprochen wird, hilft dabei auch nicht.
Denn auch wenn es zu keinem so weitreichenden Umbau der Innenstadt mehr kommen wird, wie es bei der Einrichtung der Fußgängerzone vor 45 Jahren gewesen war, so sind die Auswirkungen doch unklar. Selbst wenn abschnittsweise in vielen Schritten saniert wird, ist nicht vorherzusagen, wie sich die Bautätigkeiten auf die Innenstadtstruktur auswirken und wie vor allem die bestehenden Geschäfte danach aufgestellt sein werden.
Die moderierenden Stadtplaner hatten während der Beteiligungsveranstaltung deshalb auch keinen leichten Stand. Viele Fragen der örtlichen Gewerbetreibenden und Immobilienbesitzer prasselten auf sie ein, wobei auch das Vorhaben grundsätzlich in Frage gestellt wurde.
Der Status quo sei nicht so schlecht und die Wunstorfer Innenstadt bekanntermaßen schließlich bereits die schönste Innenstadt der Region, das war der Tenor. Größere Umbauten und Umgestaltung werden überwiegend äußert kritisch gesehen. Viele Fragen stellte beispielsweise Christoph Rüther, der ehemalige Vorsitzende der Werbegemeinschaft Wunstorf – und bestätigte gegenüber der Auepost, dass konkretere Zeitpläne noch völlig im Unklaren seien. Niemand habe verstanden, wie lange ein Fußgängerzonenumbau wirklich dauern könnte.
Bislang ist nur bekannt, wann es losgehen soll – die Dauer ist nicht prognostiziert. Unter den Händlern geht deshalb die Befürchtung um, dass ein langwieriger und komplizierter Fußgängerzonenumbau die Kundschaft fernhalten und die Umsätze einbrechen lassen wird. Die Gefahr wird gesehen, dass die Umgestaltung nicht als die Verbesserung und Stärkung der Wunstorfer Innenstadt wirken können, als die sie gedacht ist, sondern das Gegenteil eintreten könnte: Eine vorübergehende Schwächung des Innenstadthandels, von der sich dieser nicht mehr erholt.
Einkaufswillige vor allem von außerhalb könnten während der Umbauphase fortbleiben und sich andere Einkaufsmöglichkeiten suchen – und später nicht zurückkehren. Dass der Handel der Wunstorfer Innenstadt ohne auswärtige Kundschaft in der heutigen Form nicht überlebensfähig ist, hatten mehrere Gutachten bereits nahegelegt.
Konkrete Pläne zeichnen sich hingegen bereits bei manchem Gewerbetreibenden ab: „Wenn vor meinem Laden gebaut wird, schließe ich“, äußerte ein Händler seine Absichten am Rande der Bürgerbeteiligung im vergangenen Mai gegenüber der Auepost. Man rechne damit, einen Umsatzrückgang infolge längerer schlechterer Erreichbarkeit nicht kompensieren zu können. Die Aufrechterhaltung des Ladenbetriebs in der Wunstorfer Fußgängerzone ergebe dann keinen Sinn.
Immer dann, wenn sich die Politik wie im Sozialismus in wirtschaftliche Belange einmischt, geht es in aller Regel schief.
„Die Wunstorfer sind Stolz auf ihre Innenstadt, das erwarten sie auch von der Wunstorfer Werbegemeinschaft.“
Mein lieber Berndt Günther – die WWG sind die Jungs und Mädels, die den Laden hier am Laufen halten, entgegen aller Widrigkeiten. Wenn es die WWG nicht gäbe, wäre in der „schönsten Innenstadt aller Zeiten“ komplett tote Hose, so wie wir es bereits sukzessive, aber permanent voranschreitend ab dem Wunstorfer Bürgerbüro bis hin zur Hochstraße beobachten dürfen.
Wer einer Werbegemeinschaft Mäkelei vorwirft, weil diese monatelange Umsatzverluste befürchtet, sollte diesen Kelch einmal selber zu spüren bekommen und selber ein halbes Jahr lang kein Einkommen mehr erzielen. Ich wünsche ganz viel Spaß damit.
Wer der WWG Mäkelei vorwirft, sollte sich vielleicht bei der Wunstorfer Politik darum kümmern, die Umsatzausfälle damit zu kompensieren, dass die Wunstorfer Politiker sich für eine Kompensation der Ladenmieten stark machen. Denn wenn ich als Einzelhändler nichts mehr verkaufe, aber dennoch meine Ladenmiete, Strom- und Heizkosten und Personalkosten abdrücken muss, dann bin ich ganz schnell pleite und MUSS meinen Laden schließen, denn ansonsten mache ich mich der Insolvenzverschleppung strafbar.
Aber es ist ja so einfach die WWG anzugreifen und des Mäkelns zu bezichtigen…
Einen Berndt Günther möchte ich mal als Einzelhändler in Wunstorf sehen, wenn er mit der Online-/Amazon-Konkurrenz zu kämpfen hat, welche logistisch vollkommen ungehindert aus Garbsen heraus agieren kann, währenddessen vor seinem Laden umgebaut wird und die komplette Kundschaft ausbleibt.
Berndt Günther – setzen 6!
Genau meiner Meinung. In Wunstorf dürfen nicht noch mehr Läden zumachen.
Der Umsatz wird aber stark beeinflusst
von Umbaumassnahmen. Zumal der Umbau
sicherlich 3 Jahre dauern wird. Das
schreckt die Kundschaft ab. Auch der
Wochenmarkt am Freitag wäre davon
auch betroffen.
Man kann auch nicht immer mehr Miete
verlangen Die Gewerbesteuer richtet sich auch nach den Umsätzen Amazon
verdient am Tag 25 Millionen
Lieber Anonym,
sie scheinen mit Ihrem Gewerbe wohl in der Innenstadt beheimatet zu sein.
Warum schreiben Sie unter Anonym und unter ihrem Realnamen oder unter ihrem Firmennamen?
Sie scheinen für Ihr Gewerbe keine Zukunft zu sehen – weder in der Innenstadt noch in Konkurrenz zu den Online-Händlern. Warum geben Sie einem Umbau nicht eine Chance? Die Händler damals bei der Einrichtung der Fußgängerzone haben bestimmt vor den gleichen Ängsten gestanden – und trotzdem gab es auch mit Fußgängerzone noch Handel in Wunstorf.
Für meine junge Generation ist eine attraktive und zukunftsorientierte Innenstadt, die uns für die kommenden 50 Jahre gute Dienste leistet ebenso wichtig, wie eine derzeit funktionierende Innenstadt.
Ich würde gerne die Ergebnisse des Wettbewerbs präsentiert bekommen – warum sollte man sich die auch nicht ansehen und vorher gleich verteufeln?
Vielen Dank lieber Anonym, mit Ihrer negativen, Hysterie schürenden Einstellung wollen Sie nur Panik erzeugen. Seit den 60iger Jahren hat sich die Innenstadt kontinuierlich verändert, stetig weiterentwickelt und wirtschaftlichen Widrigkeiten erfolgreich getrotzt! Ohne diesen positiven Prozess der Veränderung wäre Wunstorf eine verschlafene und idyllische Kleinst-Stadt. Sie wollen doch kein „Update“ der Fußgängerzone, es soll so bleiben! Ihre Intention, von bloß keiner Änderung, der Schuldzuweisung des verändertem Kaufverhalten an die Kunden, die Fehler der Vergangenheit schön unter den Teppich kehrend, keine positive Veränderungen sowie allen die diese jetzige „heile Welt“ ändern wollen bzw. dieses befürworten, Anonym ohne Expertise Unfähigkeit und Böswilligkeit zu unterstellen, ist lediglich destruktiv ausgerichtet und nicht positiv sachorientiert.
Anonym ist zuzustimmen. Seitenarme einer Fußgängerzone sind allerdings in der Tiefe schwieriger mit Publikum zu füllen. Kommt auf die Geschäftsvielfalt und markante Anlaufpunkte an. Auch mit Witz anlocken ist gefragt. Wobei ich zugegebenermaßen in dieser Hinsicht kreatives nicht vorzuschlagen vermag. Wichtig ist, daß die
Geschäfte auch onlinepräsenz zeigen und im Geschäft bestimmte nicht vorhandene Waren für den Kunden ordern. Auch kann zu Steigerung der Innenstadtattraktivität die Parkfläche Nordwall ohne zusätzlichen Flächenverbrauch erweitert werden ( Ausbau mit einem Tiefgeschoss, ebenerdiges Geschoss, eine Hochebene. Die umgebene vorhandene Bebauung wird damit nicht beeinträchtigt.) Man muss nur wollen.
Ich bin behindert und kann ganz schlecht im Rollstuhl durch die Fußgängerzone geschoben werden.Überall sind Absätze so dass ich immer das Gefühl habe aus dem Rollstuhl zu fallen .besonders schlimm ist es an den Markttagen , da stehen die Händler auf den glatten Flächen und wir Behinderten können sehen wo wir dann bleiben .
Die Wunstorfer Innenstadt ist für Menschen mit Behinderung absolut nicht geeignet. Diese historischen Pflastersteine sind eine Zumutung.
Man kann sicherlich einige Verbesserungen herbeiführen…aber alles andere ist Geldverschwendung…und wen der Umbau im Verhältniss genauso lange dauert wie unser berühmte Kreisel…den keiner so gebraucht hätte…sehe ich schwarz
Die Wunstorfer Fußgängerzone ist zweifellos in Punkto Seniorenfreundlichkeit, Barrierefreiheit,passiver Sicherheit für die Besucher der Fußgängerzone und zukunftsorientierte Support-Standards für Märkte sowie Veranstaltungen in die Jahre gekommen. Soll das Update der Fußgängerzone gelingen, dann müssen alle Beteiligten gemeinsam positiv an einem Strang ziehen. Sicherlich erwarten viele Wunstorfer einen Optimismus, aus dem ein positives Ergebnis entsteht! Das ständige mäkeln, schlechtreden und kleinliches kritisieren bewirkt erfahrungsgemäß das Gegenteil! Die Wunstorfer sind Stolz auf ihre Innenstadt, das erwarten sie auch von der Wunstorfer Werbegemeinschaft. Die WWG hat in der Vergangenheit viele Herausforderungen erfolgreich gemeistert, warum nicht eine einladende Verbesserung ihres Umfeldes vor ihren Eingängen.