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Werbegemeinschaft Wunstorf ruft um Hilfe

05.12.2023 • Redaktion • Aufrufe: 4502

Die Werbegemeinschaft Wunstorf will künftig eine Agentur die Events in der Fußgängerzone organisieren lassen – und vermisst dafür die finanzielle Unterstützung von der Stadt. Das könnte das Ende des Händlervereins bedeuten – und damit das Ende vieler Wunstorfer Veranstaltungen.

05.12.2023
Redaktion
Aufrufe: 4502
Es könnte düster werden in der Innenstadt – auch die Weihnachtsbeleuchtung gehört der Werbegemeinschaft | Foto: Daniel Schneider

Wunstorf (red). Es ist keine Taktik, was die Werbegemeinschaft mit ihren immer dringlicher werdenden Aufrufen bezweckt, man meint es ernst: Wenn sich keine Mitglieder finden, die Verantwortung im Vorstand übernehmen möchten, dann steht der Verein langfristig vor der Auflösung. Christoph Rüther, der aktuell Vorsitzende, will im nächsten Jahr angesichts der Arbeitsbelastung nicht erneut kandidieren, und ein Nachfolger ist trotz intensiver Suche bislang nicht in Sicht.

Die Suche nach einem Nachfolger fällt in eine Zeit, die sich als äußerst angespannt darstellt und die Suche deshalb sicherlich nicht einfacher macht: Es herrscht ein ungelöster Interessenkonflikt zwischen Teilen der Politik und der Stadtverwaltung auf der einen und der Werbegemeinschaft auf der anderen Seite, der sich vor allem immer wieder an der Innenstadt-Parkplatzfrage entzündet. Die Fronten scheinen verhärtet.

Als Folge existieren derzeit in Wunstorf deshalb faktisch zwei Citymanagements nebeneinander: Die Werbegemeinschaft mit ihren Veranstaltungen – und die städtische Wirtschaftsförderung mit ihren Aktionen. Die anfängliche Kooperation liegt auf Eis. Das offizielle Citymanagement bewirbt keine Veranstaltungen der Werbegemeinschaft mehr, und die Werbegemeinschaft lässt wiederum die Innenstadt-Aktionen der Stadtverwaltung links liegen.

Gegenseitige Abfuhren

Für die Stadtverwaltung und die politischen Vertreter der Stadt ergibt sich eine Abfuhr nach der nächsten: Keine Einladung zur Weihnachtsmarkteröffnung, überraschende Gegengutachten zur Parkplatzsituation oder die Aufkündigung der Zusammenarbeit mit dem städtischen Citymanagement. Und auch die Werbegemeinschaft erfährt aus ihrer Sicht eine Abfuhr nach der anderen: Kein Gehör bei der Parkplatzfrage, kein Entgegenkommen bei den eigenen Ideen – und keine finanzielle Unterstützung für die eigene Innenstadtarbeit. Adventsparken ist für dieses Jahr auch nicht angekündigt.

Keine Überschneidungen: Die Instagram-Accounts des Citymanagements (links) und der Werbegemeinschaft (rechts) zeigen nur die jeweils eigenen Aktionen | Screenshot: Auepost
Ein weiteres Beispiel: An den Innenstadt-Hüpfspielen waren ursprünglich die Logos von Stadt und Werbegemeinschaft zu sehen – inzwischen zeichnet die Stadt allein verantwortlich (Archiv)

Aber für die Innenstadtarbeit sucht die Werbegemeinschaft nun Mittel, um sie fortsetzen zu können und den Vorstand bei seiner ehrenamtlichen Arbeit zu entlasten – und wendet sich dafür an die Stadt. Die neueste Idee der Werbegemeinschaft: Eine Wunstorfer Agentur, von der die Werbegemeinschaft bereits eine Zusage habe, könne die Fußgängerzonen-Veranstaltungen künftig organisieren. Dazu wäre jedoch eine jährliche Summe nötig, aus Mitgliedsbeiträgen allein ließe sich dieser Vorschlag nicht finanzieren, so die Werbegemeinschaft.

Eine Agentur soll übernehmen

Man habe gegenüber der Verwaltung bereits diesen Wunsch nach Unterstützung geäußert, aber offenbar sei die Stadt zu keiner Unterstützung bereit, teilt die Werbegemeinschaft mit. Eine offizielle Antwort gibt es bislang jedoch nicht. Man fühle sich „extrem enttäuscht“ und mit dem Engagement für die Innenstadt im Stich gelassen. Die organisatorischen Aufgaben stellten einen immensen zeitlichen Aufwand dar, der bisher rein ehrenamtlich erfolgt sei.

„Die Werbegemeinschaft ist extrem enttäuscht von der Stadt, da diese offenbar zu keiner Unterstützung bereit ist“

Statement der Werbegemeinschaft Wunstorf

Altstadtfest, Flohmärkte, Maibaumaufstellung, Maifest, Mobilitätsschau, Muttertagsaktionen, Sommerfest, Entenrennen, Frühjahrsmarkt, Herbstmarkt, Grillfest, Weihnachtsmarkt, Streetfoodevents, Rettertag, Night Light Shopping oder Black Week Shopping sind beispielsweise alles Veranstaltungen der Werbegemeinschaft. Auch die Tannenbaumdekoration der Fußgängerzone in der Weihnachtszeit und die Sternen-Adventsbeleuchtung an den Straßenlaternen der Innenstadt ist das Werk der Händlervereinigung.

Der Wunstorfer Weihnachtsmarkt – eine Veranstaltung der Werbegemeinschaft (Archiv)
Die Rahmenbedingungen stimmen nicht für die Werbegemeinschaft: Parkplatzsuchverkehr am heutigen Dienstagnachmittag am Alten Markt | Foto: Daniel Schneider

Die Mitglieder hofften auf einen Fortbestand der Werbegemeinschaft, weil sie sich „mit Herzblut und Freude für ihre Stadt und dessen Bürger einsetzen“, so formuliert es Rüther für den Vorstand. Unter den aktuellen Rahmenbedingungen sei dies jedoch für den Einzelnen nicht mehr zu leisten, insbesondere auch wegen der gegenwärtig ohnehin belastenden Herausforderungen des stationären Einzelhandels.

Werbegemeinschaft adé?

Wenn sich kein neuer Vorstand zusammenfindet, bleibt letztlich aber nur die Auflösung des Vereins – die traditionsreiche Händlervereinigung wäre damit in absehbarer Zeit Geschichte. Was vielen Wunstorfern dabei oft gar nicht bewusst ist: Mit einem Ende der Werbegemeinschaft gerieten automatisch auch die bekannten Veranstaltungen in der Innenstadt in Gefahr. Die Werbegemeinschaft wirft dies in die Waagschale und fragt direkt: „Muss in Zukunft auf diese Veranstaltungen verzichtet werden?“ Der Druck auf die Stadt steigt damit erneut: Es scheint ein letzter Versuch, auf öffentlichem Wege direkte Unterstützung einzufordern.

siehe auch: Stadt gibt Werbegemeinschaft deutlich Contra
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Kommentare


  • Basti g. sagt:

    Für alles ist Geld da nur nicht für innerdeutsche Veranstaltungen

    • Lydia Bertani sagt:

      Sagen wir es mal so: Alles ist inzwischen derart stark ideologiegetrieben wie Profit maximierend, der dann vorzugsweise zur Rettung der ganzen Welt eingesetzt wird, weil Deutschland ja ein so „verdammt reiches Land“ ist.
      Dem muss offensichtlich abgeholfen werden.

  • Sylvia sagt:

    Ich finde es sehr schade, dass es kein Miteinander, sondern immer öfter nur ein Gegeneinander gibt. Jeder geht einen Schritt zurück und dann aufeinander wieder zu. Das wäre die einfachste Lösung!
    Die, die auf ihren Bürokratischen Amtsgäulen reiten und die, die mit dem Fuß aufstampfen und und mit den Hörnern durch die Wand wollen, setzen sich zusammen in einen neutralen Stall.
    Ich glaub an euch! Ihr schafft das!
    Hey wir sind doch die schönste Innenstadt der Region! Wollen wir doch auch bleiben, oder!?

    • Manuela Drews sagt:

      Piep, piep, piep, wir ham uns alle lieb!
      Es sollte erkannt werden, dass sich hier Gruppen verschiedener Parteien gegenüberstehen.
      Da zählen ganz andere Aspekte.

  • G. Taro sagt:

    Der Vorstand der Werbegemeinschaft zieht alle Register. Nichts ist Herrn Rüther nebst Konsorten zu peinlich, um das anvisierte Ziel, ein Parkdeck am Nordwall, zu erreichen. Man hat sich festgebissen.

    Politik und Verwaltung werden als parteipolitisch und ideologisch taktierend diffamiert, das Thema sei von der Ratsmehrheit „tabuisiert“. Man vermutet gar einen Komplott gegen die Interessen der Wunstorfer Bürger: Nach dem Eindruck der WGW steht die Spitze der Stadtverwaltung massiv unter politischem Druck (s. AUEPOST v. 02.09.23; Werbegemeinschaft: Parkdeck würde Stadt und Klima nützen).

    Den Nachweis, dass mögliche Umsatzeinbußen bzw. mangelnde Attraktivität der „Schönsten Innenstadt der Region“ auf mangelnde Parkfläche zurückzuführen sei, bleibt die Händlerschaft schuldig. Und ein Parkplatzmangel deckt sich nicht mit meiner Erfahrung!

    Auch wenn man angenommene Projektionen oft genug wiederholt, werden sie trotzdem nicht wahr. Geradezu bemüht wirkt da das von der WGW in Auftrag gegebene „Gutachten“, das, wen wundert’s, das liefert, was als Ergebnis bestellt wurde.

    Und dass das Parkdeck die CO-2 Emission vermindert, wurde auch noch en passant in die Argumentationskette mit eingestreut (zum schmunzeln, aber trotzdem erbärmlich).

    Externe Berater werden als Lobbyisten eingekauft (mangels eigener Expertise), um öffentlichkeitswirksam Stimmung für das Parkdeck zu machen. Die politischen Gruppen werden in Einzelgesprächen bearbeitet, für die Wunstorfer Bevölkerung soll es ein „Townhall Meeting“ geben.

    Und als weitere Argumentationshilfe (Drohung?) wird darüber nachgedacht, man könne sich ja ganz von jeglichen Veranstaltungen in der Innenstadt zurückziehen. Nur zu, verkriechen sie sich in die Schmollecke, schaden sie sich selbst. Die Veranstaltungen werden aus rein wirtschaftlichen Kalkül initiiert: Der Schaffung verkaufsoffener Sonntage. Attraktive Veranstaltungen, mit mehr Diversität bei den Händlern und Schaustellern, könnten z.B. auch durch das City-Management der Stadt organisiert werden (was derzeit von Teilen der WGW boykottiert wird).

    Mein Fazit: In Wunstorf stehen hinreichen Parkflächen zur Verfügung, möglichst ergänzt um ein intelligentes Parkleitsystem.

    Und wer von Norden kommend die Auebrücke passiert, hat einen unverstellten freien Blick auf das Gebäudeensemble der Wasserzucht bis hin zum Bürgerpark. Dieser Blick auf die „Schönste Innenstadt der Region“ sollte erhalten bleiben!

    • Geradeaus-Denker sagt:

      Liebe(r) G. Taro
      in einem Gebet heißt es: „…Lass uns Neid und Haß vergessen…“.
      Ihre Wut (?) auf die Händlerschaft und, in einem anderen Kommentar von Ihnen, auf die Hausbesitzer in der Innenstadt, beeinflusst Sie scheinbar sehr. Ich hoffe, dass Sie mit Ruhe darauf reagieren können, wenn ich Ihnen schreibe, dass einige Ihrer Aussagen nicht stimmen.
      Es ist nur sehr wenig wirtschaftlicher Sachverstand nötig, um zu erkennen, dass eine, durch eine mangelhafte Parkplatzsituation begünstigte, niedrigere Kundenfrequenz weniger Umsatz bedeutet.
      Die von der WGW in Auftrag gegebene Kundenbefragung wurde von demselben Unternehmen durchgeführt, wie das Einzelhandelsgutachten der Stadt Wunstorf. Dieser Gutachter ist mit Sicherheit neutral. Es handelt sich dabei nämlich um Profis und mitnichten um eine selbst durchgeführte und selbst ausgewertete Befragung, wie sie zum Thema Parken auch existiert. Außerdem geht es bei der Befragung nicht vordergründig um das Thema Parken, sondern um die Wünsche der Bürger. Lesen Sie es ruhig einmal.
      Ein verminderter Parksuchverkehr würde selbstverständlich auch die CO2-Emissionen verringern. Aber erklären Sie mir ruhig das Gegenteil. Zum Thema Intelligenz: das von Ihnen vorgeschlagene „intelligente Parkleitsystem“ wurde in einem von der Stadt in Auftrag gegebenen Gutachten behandelt. Ein Argument, warum es nicht eingeführt wird, ist, dass es zu viele kleine, verstreute Parkflächen gibt. Ein Parkleitsystem benötigt wenige, große Parkplätze. (Sonst erhöht sich nämlich womöglich der Parksuchverkehr)
      Die WGW möchte nicht, dass es keine Veranstaltungen mehr in der Innenstadt gibt. Im Gegenteil hätte sie sicher nichts gegen mehr Veranstaltungen. Sie kann es zeitlich einfach nur nicht mehr leisten. Das ist keine Drohung. Das ist eine Tatsache. Sehr schön wäre es, wenn die Wirtschaftsförderung nun die Wirtschaft fördern würde und sich um viele erfolgreiche Veranstaltungen kümmern würde.
      Mein Fazit: Sie brauchen sich nicht aufzuregen. Ihr einziges „Argument“ bzw. ihre Sorge ist der „freie Blick auf das Gebäudeensemble der Wasserzucht“. Wie an vielen Stellen erörtert wurde, würde es nur eine geringe bis gar keine Beeinträchtigung des Blickes auf viele Bäume und Hecken geben.

  • Dominik sagt:

    Immer nachtreten und dann öffentlich um Hilfe rufen. Da etabliert die Stadt eine Citymanagerin und die Werbegemeinschaft bremst sie aus. Warum denn noch eine Agentur beauftragen? Kann nicht das Citymanagement die Veranstaltungen organisieren – und dabei vielleicht etwas frischen Wind einbringen?
    Rück rückwärtsgewandt diese ewige Forderung nach zusätzlichen Parkplätzen eigentlich? Warum nicht nachhaltige Mobility-Konzepte entwickeln?
    Hatte die Weihnachtsbeleuchtung nicht anteilig auch die Stadt bezahlt? Ich glaub, das war eine der letzten gemeinsamen Aktionen der Kaufleute und der Stadt.

  • Elke sagt:

    Letztens mittags in der Wunstorfer Fußgängerzone:
    1.Geschäft: eine Stunde Mittagspause
    1.Geschäft: keine Kartenzahlung bei einem Einkauf im Wert von 12,90 € möglich, da unter 15 €.
    Aber um Hilfe trommeln…

  • Hendrik sagt:

    Sehr traurig.. Ich bin bisher immer gerne nach Wunstorf gekommen. Aber leider nimmt die Attraktivität der Innenstadt immer weiter ab. Der Leerstand der Geschäfte frisst sich schleichend immer mehr in die Kernstraße. Gerne würde ich mal wissen, was aus Gery Weber wird.Die Veranstaltungen sind dort immer eine tolle Sache gewesen, schade, wenn es damit zu Ende gehen würde. Ich finde, dass WU extrem viel Potenzial hat und mir würden gleich einige Dinge einfallen, die man ändern könnte. Schade, dass ich nicht in WU wohne, ich würde mich gerne mal in die Stadtentwicklung und Leben einbringen.

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