
Hannover (red). Auch in Wunstorf sind die Täter mit ihrer Masche immer wieder erfolgreich. Nicht selten verlieren die Betrogenen dabei zigtausende Euro: Über das Telefon nehmen Betrüger Kontakt zu Senioren auf und gaukeln ihnen z. B. die Notsituation eines Verwandten vor, die nur durch die Übergabe einer hohen Geldsumme gelöst werden kann. Die derart Geschockten machen sich dann bisweilen auch direkt auf den Weg zur Bank, um das geforderte Geld abzuheben – weil es schnell gehen soll, zum Beispiel mit einem Taxi.
Das macht sich jetzt die Polizei Hannover zunutze, indem sie beginnt, Taxiunternehmen mit Warnaufklebern auszustatten. 2.000 Aufkleber mit einem deutlichen Hinweis auf die Betrugsmasche wurden nun an einen ersten Taxibetrieb übergeben. Dabei handelt es sich um Aufkleber im Format A6, die auf der Rückseite der vorderen Kopfstützen oder auf dem Armaturenbrett der Taxis in der Region Hannover angebracht werden sollen. Die Taxifahrer selbst bekommen dazu ein Begleitschreiben, das über die Betrugsmaschen Enkeltrick, falsche Polizeibeamte und Schockanruf aufklärt.
Denn wenn der Betrug rechtzeitig erkannt wird, bleibt es nur bei der Aufregung, ohne dass die Betrüger an Geld, Gold oder Wertgegenstände kommen. In der Vergangenheit gelang das bereits durch Zufall: Im September griff ein Taxifahrer in Hannover beherzt ein, als sich eine Seniorin zu ihrer Bank fahren lassen wollte, um ihre gesamten Ersparnisse abzuheben und an die Trickbetrüger zu übergeben. In Barsinghausen waren es im Februar Polizeibeamte, die die Situation während einer Verkehrskontrolle erkannten.
Ich fasse zusammen:
Die älteren Herrschaften, die Taxigefahrenwerdenden, sollen sie sich an den Taxifahrenden wenden, obwohl sie auch das selbst sind. Kommen die da nicht durcheinander?
Welche Rolle spielt dann der Taxifahrer? Nur noch die des Aufkleber*innen-Aufklebenden?
Sehr lange habe ich mich mit der Frage beschäftigt, ob sich durch diese Aktion Menschen- insbesondere die ‚älteren Semester‘ daran hindern lassen, ihren sich in Nöten befindenen „Angehörigen“ aus deren „Notsituation“ zu helfen.
Zumindest dürften die nochmal eindringlich gewarnt sein, leichtfertig ihr- oftmals sauer gespartes- Geld in den Schornstein zu rauchen.
Ob diese Menschen letzlich daran gehindert werden können, den üblen Betrügern auf dem Leim zu gehen, kann ich natürlich nicht beurteilen, doch darauf hoffen.
Ich bin mir sicher, dass diese sehr raffiniert durchdachte Maßnahme genauso durchschlagende Wirkung haben wird, wie die abschreckenden Waffenverbotsschilder z.B. an Bahnhöfen.