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Rutsche eingestürzt? Rodelberg-Spielplatz wird zur Gefahr

20.05.2022 • Daniel Schneider • Aufrufe: 1322

In der vergangenen Woche soll ein Kind auf dem Abenteuerspielplatz Barnewäldchen zusammen mit der gesamten Rutsche zu Boden gestürzt sein. Die Stadt kann den angeblichen Vorfall nicht bestätigen.

20.05.2022
Daniel Schneider
Aufrufe: 1322
Die ehemalige Rutsche | Foto: Daniel Schneider

Wunstorf (ds). In der Auepost-Wertung kam er einst unter die 10 schönsten Wunstorfer Spielplätze – nun wurde er zum Sicherheitsrisiko: Ein Teil des Spielplatzes Spitzwegstraße, der sogenannte Abenteuerspielplatz, der sich etwas versteckt direkt neben der Rodelberg-Seilbahn am Rand des Barnewäldchens befindet, ist derzeit komplett abgeriegelt.

Anwohner berichteten, dass sich kürzlich die rund 4 Meter lange Metallrutsche aus einer morschen Holzwand gelöst habe und zu Boden gestürzt sei, als gerade ein Mädchen darauf gerutscht habe – es sei dem Kind jedoch nichts weiter passiert. Eine Bestätigung für den Vorfall war bislang jedoch nicht zu erhalten – bei der Stadtverwaltung ist dieser Ablauf nicht bekannt. Dort konnte man das Gerücht weder bestätigen noch es als mögliches Geschehen ausschließen. Tatsächlich ist die Rutsche allerdings nicht mehr verankert, sondern liegt nun auf dem Spielplatzboden, während andere Bauten noch stehen.

Abgeriegelt

Fest steht, dass der Spielplatz am 11. Mai aus Gründen der mangelnden Verkehrssicherheit geschlossen wurde – und es deutet alles darauf hin, dass man Gefährdungen sicher ausschließen will: Der Spielplatz wurde nicht einfach mit Flatterband gesperrt, sondern aufwändig sogar durch Unebenheiten hindurch komplett mit Bauzäunen umschlossen, so dass ein Zugang auch auf Umwegen nicht mehr möglich ist.

Direkt von der Wand zum Rodelberg konnte bisher gerutscht werden | Foto: Daniel Schneider
Der gesamte Spielplatz ist weiträumig bis in den Wald hinein abgesperrt | Foto: Daniel Schneider
Auch mit Stahlstiften werden die Bauzäune im Boden gehalten | Foto: Daniel Schneider

Die Stahlstifte, die die Betonständer der Bauzäune im Boden verankern, wirken allerdings ebenfalls wenig verkehrssicher.

Neubau schon länger geplant

Dass der Spielplatz baufällig ist, ist hingegen schon lange bekannt. In diesem Jahr sollte er ursprünglich sowieso abgerissen und komplett neu errichtet werden. Gesperrt war der Spielplatz bis zur vergangenen Woche aber nicht. Die Neubaupläne sind auch der Grund, weshalb der im Rahmen von Gehwegssanierungen angelegte Wirtschaftsweg für die Baustellenfahrzeuge mitten durchs Barnewäldchen hindurch bis jetzt noch nicht zurückgebaut und renaturiert wurde, obwohl die Arbeiten am Verbindungsweg bereits im vergangenen Jahr abgeschlossen wurden. Die Zufahrt wird noch für die derzeitigen und kommenden Bauarbeiten am Spielplatz benötigt.

Vor 5 Jahren: Spielplatz mit noch installierter Rutsche und Klettergerüsten (Archiv) | Foto: Daniel Schneider

Neuer Spielplatzbereich kommt an dieselbe Stelle

Ausgeschrieben oder beauftragt wurde ein neuer Spielplatz jedoch noch nicht – aktuell kümmert sich der Baubetriebshof zunächst um den Abriss des bisherigen Platzes. Einen neuen Spielplatz an derselben Stelle soll es jedoch auf jeden Fall wieder geben, sagte Alexander Stockum auf Nachfrage der Auepost. Ein mögliches Datum konnte der Stadtsprecher jedoch noch nicht näher eingrenzen – auch angesichts der Kostenexplosion im Baugewerbe ließe sich das derzeit nicht sicher prognostizieren. Bis dahin können die Kinder in der Umgebung weiterhin den Teilbereich des Spielplatzes auf der gegenüberliegenden Wegesseite und auch die Seilbahn nutzen, die erst vor zwei Jahren vollständig neu gebaut wurde – oder einen der anderen Wunstorfer Spielplätze ausprobieren.

Update, 30.5.: Wie die Stadt inzwischen mitteilte, handelte es sich bei dem ursprünglich mitgeteilten Grund für die Sperrung um eine Fehlinformation. Der Spielplatz wurde demnach nicht im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht aufgrund z. B. drohender Verletzungsgefahr gesperrt, sondern die Absperrungsmaßnahmen gehen direkt gehen auf die geplanten Abriss- und Neubaumaßnahmen zurück. Die Verkehrssicherheit der Spielgeräte hätte somit bis zuletzt bestanden. Die Gerüchte um die eingestürzte Rutsche haben sich als Gerüchte bewahrheitet: „Den beschriebenen Unfall mit der Rutsche gab es nachweislich nicht“, so Stadtsprecher Alexander Stockum zur Auepost.

„Den beschriebenen Unfall mit der Rutsche gab es nachweislich nicht.“

Die Rutsche wurde laut Angaben der Stadt von den Mitarbeitern der Wunstorfer Firma Piegsa, die den Spielplatz auch absperrte, demontiert und zum Abtransport bereitgelegt. Inzwischen wurden alle Geräte zum städtischen Baubetriebshof gebracht. Dass der Spielplatz so weiträumig eingezäunt wurde, hat wiederum mit Haftungsgründen zu tun und liegt auch an der besonderen Bauart des alten Spielplatzes: Baustellen müssen umfasssend abgesperrt werden, wenn die Möglichkeit eines Absturzes besteht, erklärt die Stadt.

von Daniel Schneider
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Kommentare


  • Silvio sagt:

    Denke das der Spielplatz umgehend wieder aufgebaut bzw. neu gebaut werden sollte! Dafür muss Geld da sein!
    Man sollte das Budget nicht für schwachsinnige Neuanschaffungen wie die Bänke in der Fußgängerzone oder sprechende Laternen ausgeben!
    Und dann dieses betteln für Bobbycar Spende in Steinhude!
    Da erweckt sich der Eindruck,das Wunstorf pleite ist!
    Denkt bitte an unsere Kinder!!!
    Sprechende Laternen sind nicht die Zukunft!!!

  • Basti g. sagt:

    Der ganze Platz sieht aus wie 40 Jahre alt ! Sehr ungepflegt ,alt und mit grafitti verschmiert

  • Dieter sagt:

    Wie ich erfahren musste, haben Kommunen kein „Sondervermögen“ und deshalb wird – wenn die Steuerkohle alle ist – das erst mit den Steuereinnahmen des nächsten Jahres repariert.

    Kann doch keiner Ahnen das da was kaputt geht.

    Für Erneuerungen solcher Art ist kein Geld da. Das muss erst geplant und diskutiert werden, am Ende wird es dann ein Kompromiss. Na dann ………

    Doch halt! Jetzt kommt doch richtig Kohle rein, aus den Parkautomaten. Und so 2-3 Politess*in*nen ( hab ich das jetzt richtig gegendert? ) kann man auch einstellen.

    Zitat H. Danisch:
    „Wie lautet eigentlich die korrekt gegenderte Version von „Herr, schmeiß’ Hirn vom Himmel!“ ?“

    • Basti g. sagt:

      Kein sondervermögen das ist gut ! Die Kinder sind unsere Zukunft! Geld wird denen geschenkt die auch vom Staat die Wohnung bezahlt bekommen und den ganzen Tag nur rumlungern könnten diese Menschen nicht zumindest sowas wie den Spielplatz wieder auf vordermann bringen ? Nein es sind nichtskönner,denen fehlt jeglicher antrieb

  • Gundula sagt:

    Ich hab gehört, dass das Mädchen mit dem Hubschrauber in die MHH geflogen worden sein soll. Hoffentlich geht es ihr bald wieder besser.

  • Dr. Anton Seifenfuß sagt:

    Die Eltern sollen sich bei mir melden, wir verklagen die Stadt!

  • Dieter D. sagt:

    Seitdem der Bauzaun dort steht, können meine Wellensittiche aufgrund des elektromagnetischen Feldes nachts nicht mehr schlafen. Sowas sollte verboten werden! Ich kann von dem Gepiepe gar nicht mehr schlafen.

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