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Ein Baum verbindet die Stadt

06.11.2024 • Daniel Schneider • Aufrufe: 2520

Eine neu gepflanzte Eiche in der Stadtmitte symbolisiert das Zusammenwachsen der Wunstorfer Ortsteile – 50 Jahre nach Zusammenschluss zum heutigen Wunstorf: Zwischen Feuerwehr und Altem Markt steht seit Ende Oktober der „Gebietsreformbaum“.

06.11.2024
Daniel Schneider
Aufrufe: 2520
Einpflanzen der Gebietsreformeiche | Foto: Daniel Schneider

Wunstorf (ds). Das Jahr 2024 bedeutete für die Stadt Wunstorf ein besonderes rundes Jubiläum: 50 Jahre ist es her, seit die Auestadt in ihren heutigen Grenzen entstanden ist. 1974 waren im Zuge der niedersächsischen Verwaltungs- und Gebietsreform neun zuvor selbständige Orte in das bis dahin für sich allein stehende Wunstorf eingemeindet worden. Landkreisgrenzen wurden neu gezogen, politische Strukturen und größere Verwaltungen neu geschaffen.

Wunstorf wurde mit einem Mal von der Kleinstadt zur Mittelstadt. Es war die Geburtsstunde des heutigen neuen Wunstorfs, das plötzlich vom Mittellandkanal bis zum Steinhuder Meer reichte – auch das Steinhuder Meer selbst gehört seitdem zum Gebiet der Stadt Wunstorf.

Das Jubiläum wurde in den vergangenen Monaten an zahlreichen Terminen begangen: Beim Neubürgerfest, beim Ratsempfang oder mit der großen historischen Ausstellung zum modernen Stadtjubiläum. Nun kam Ende Oktober noch ein weiterer Termin hinzu: Am 25.10. wurde neben der Feuerwache Wunstorf ein neuer Baum gepflanzt.

Gesamtstädtisch bedeutende Bäume werden zwar auch jedes Jahr zum städtischen Schützenfest vom jeweiligen Kommandeur am Schützenplatz gestiftet, die „Kommandeursallee“ wächst kontinuierlich – doch die Natur persönlich hatte dafür gesorgt, dass im Jubiläumsjahr noch ein weiterer Baum an prominenter Stelle hinzukommen konnte:

Grünanlagenfachsimpeln | Foto: Daniel Schneider

Zu Jahresanfang hatte ein Sturm einen alten Baum neben der Wunstorfer Feuerwache entwurzelt, und diese nun in den zurückliegenden Monaten brache Fläche nahe des Alten Marktes und der Südaue bot sich geradezu an für den besonderen Anlass. Deshalb gibt es nun auch noch einen „Gebietsreformbaum“ in Wunstorf.

Ein Gebietsreformbaum

Es ist eine Säuleneiche, die jetzt neu gepflanzt und mit neuer Bedeutung aufgeladen wurde: Sie soll das Zusammenwachsen der Stadt, den Zusammenhalt aller Ortsteile symbolisieren.

Nicht alle der zehn Ortsbürgermeister griffen jedoch zum Spaten. Mit dabei waren Martin Ehlerding (Großenheidorn), Christiane Schweer (Steinhude), Thomas Silbermann (Kernstadt Wunstorf), Frank Zülich (Blumenau/Liethe) und Rolf Hoch (Luthe), die gemeinsam mit Bürgermeister Carsten Piellusch das Einpflanzen übernahmen.

Da muss noch Wasser hin …
Kommt. | Fotos: Daniel Schneider
Noch ist es ein Jungbaum – ausgewachsen kann die Eiche rund 20 Meter hoch werden | Foto: Daniel Schneider

Franz Kühnen, Baumexperte beim städtischen Baubetriebshof, versorgte die Versammelten mit Hintergrundinfos zur Pflanzung. Bis zu 20 Meter hoch könne der Baum werden, so seine Schätzung.

Politisch gesehen blieb man in gewohnten Bahnen: Schweer als einzig anwesende CDU-Vertreterin griff sich vom Bauhoffahrzeug zielsicher unter allen roten Spaten zunächst den zufällig auch vorhandenen schwarzen.

Infotafel führt in die Stadtgeschichte

Auch eine weitere städtische Infotafel war zuvor bereits in die Erde gepflanzt und kurz vor dem Baumangießen feierlich enthüllt worden. Das Hinweisschild vermerkt den Anlass der Baumpflanzung und zeigt dazu die Wappen der Stadt und der Ortsteile.

Smartphones raus …
… und die QR-Codes gescannt.
Funktioniert. | Fotos: Daniel Schneider

Außerdem sind zwei QR-Codes enthalten: Der erste führt beim Scannen zur Infoseite über die Wappen und ihre Bedeutungen, der zweite verlinkt direkt zur Onlineversion der vom Stadtarchiv erstellten Dokumentation zum Thema Gebietsreform und Stadtneugründung.

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Kommentare


  • Basti g. sagt:

    Läufen unter der eiche nicht die Rohre von der Aue? Wäre natürlich schlau beim tiefwurzler

  • Begerow, Joachim sagt:

    Die Ortsbürgermeisterin von Klein Heidorn und ihre vier männlichen Amtskollegen aus Kolenfeld und den drei Ortschaften des „Butteramtes“ hatten offenbar wichtigere Termine…. und hielten es nicht einmal für angebracht, ihre Vertreter*innen zu entsenden – so viel zum 50-jährigen „Zusammenwachsjubiläum“ der „neuen“ Stadt Wunstorf! Die Umschreibung „Nicht alle der zehn Ortsbürgermeister“ ist bei einer Präsenz von gerade mal der Hälfte von ihnen eine sehr diplomatische Umschreibung.

  • Oliver sagt:

    Gute Frage. Von welcher Art mag wohl der große Vorgängerbaum gewesen sein, der an gleicher Stelle stand?
    (Zum Beispiel bei Google Streetview ist er ja noch zu sehen.)

  • Birgit N. sagt:

    Ist der Komplex vorher gerodet worden, um dieser „Aktion“ zu dienen?
    Das wäre traurig.

    Einen Baum zu pflanzen, ist sicherlich eine gute Sache.

    Aber auf gerodetem Gebiet wegen dieser Art „Aktion“?

    Es fällt auf, dass es immer dieselben Personen sind, die auf solchen Bildern erscheinen.

    • Ralph sagt:

      Warum öfters die gleichen Personen auf den Bildern sind?
      Weil das gewählte Mandatsträgerinnen und Mandatsträger sind.
      Alle 5 Jahre gibt es in Niedersachsen Kommunalwahlen, bei deinen diverse Funktionen zu besetzen sind. Per Gesetz haben viele diese Funktion einen repräsentativen Charakter.
      Sofern Sie in Wunstorf leben, verfügen auch Sie über dieses Wahlrecht.

      Im Übrigen: Rats- Fachausschuss- und Ortsratssitzungen sind öffentlich.
      Einfach teilnehmen, dann muss man nicht orakeln.

  • Birgit N. sagt:

    Warum ist der große Vorgängerbaum und sein grünes Umfeld eigentlich nicht stehen geblieben? Musste einmal mehr etwas weichen, damit eine „große Sache“ durchgezogen werden sollte?

    Die Frage nach Sinnhaftlichkeit zu stellen, ist sicherlich nicht fehl am Platze. Mittlerweile ist diese Frage aber weit gefächert, denn es tauchen mehr und mehr Aktionen auf, die zu denken geben.

    Werden dadurch die wirklichen Probleme unter den Tisch gekehrt? Probleme, die auch da sind und die viele Menschen betreffen?

    Wunstorf und seine Randgemeinden besteht nicht nur aus Bürgern, die Logos, Verkehrswendeprojekte und Fahrradtürme als ihre Problemlösung sehen. Die andere haben, deren Beachtung keinerlei Würde erhält.

    • Oliver sagt:

      Warum er nicht einfach stehen geblieben ist? Alte Bäume fallen nun mal manchmal um. Dieser fiel durch den Sturm quer über den Zaun auf den Hof vor der Freiwilligen Feuerwehr. Hätte er dort liegenbleiben sollen?

  • Max sagt:

    „Gebietsreformbaum“ klingt ja schon sehr nach DDR-Terminologie irgendwie ;)

  • Claudia sagt:

    Wann kommen eigentlich die Ersatzbäume für die vielen gefällten Linden am Blumenauer Kirchweg? Und in der Frankestraße sollten doch auch wieder Ersatzbäume gepflanzt werden?

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