Verkehrssicherheitsbericht 2018

Fahrerfluchten und Rotlichtverstöße weiterhin Thema in Wunstorf

Am Dienstag wurde im Wunstorfer Kommissariat die Statistik zu Verkehrsunfällen und Verkehrsstraftaten vorgestellt. Vor allem Fahrerflucht bleibt in Wunstorf ein großes Problem – nicht nur in der Langen Straße.

Rüdiger Wloka
Rüdi­ger Wlo­ka, Lei­ter des Ein­satz- und Strei­fen­diens­tes, bei der Vor­stel­lung der Ver­kehrs­un­fall­sta­tis­tik | Foto: Dani­el Schnei­der

Wunstorf (ds). Der Ver­kehrs­si­cher­heits­be­richt fällt die­ses Jahr ins­ge­samt rela­tiv unspek­ta­ku­lär aus – die Geis­ter­fahrt auf der Hoch­stra­ße blieb ein Ein­zel­fall. Als bedenk­lich stuft die Wunstor­fer Poli­zei jedoch wei­ter­hin die Fah­rer­fluch­ten und Rot­licht­ver­stö­ße ein.

Die Zahl der Unfäl­le nahm ab, um 6,1 %. 797 Unfäl­le ereig­ne­ten sich 2018 im Wunstor­fer Stra­ßen­ver­kehr. Zwei Ver­kehrs­to­te waren zu bekla­gen: ein Fahr­rad­fah­rer in Lie­the und ein Motor­rad­fah­rer in der Kern­stadt über­leb­ten Unfäl­le nicht. Haupt­ur­sa­che für Unfäl­le waren wie üblich zu hohe Geschwin­dig­keit außer­orts und fal­sche Anwen­dung der Vor­fahrts­re­geln, z. B. beim Abbie­gen, in der Stadt.

Smartphonenutzung beim Autofahren nimmt zu

Die Fäl­le von Alko­hol am Steu­er sind prak­tisch gleich geblie­ben. Bei den älte­ren Ver­kehrs­teil­neh­men über 65 Jah­re stieg die Zahl der Leicht- und Schwer­ver­letz­ten deut­lich. Der Wunsch nach indi­vi­du­el­ler Mobi­li­tät bei im Alter abneh­men­der Reak­ti­ons­fä­hig­keit kol­li­diert hier mit­ein­an­der: frei­wil­lig abge­ben will sei­nen Füh­rer­schein nie­mand, daher rich­tet die Poli­zei in einer ste­tig älter wer­den­den Gesell­schaft den Blick zuneh­mend auf die­se Risi­ko­grup­pe.

Die Beob­ach­tung, dass Han­dy­nut­zung am Steu­er in Wunstorf oft vor­kommt, kann die Poli­zei bestä­ti­gen. 153-mal erwisch­ten Beam­te Auto­fah­rer mit Smart­pho­ne in der Hand beim Fah­ren – und die Fäl­le nah­men sogar zu: über 40-mal mehr als im Jahr zuvor wur­de der Ver­kehrs­ver­stoß geahn­det. 2017 waren es noch 110 Fäl­le gewe­sen.

Die „Haster Kurve“ bleibt gefährlich

Ein Unfall in der Has­ter Kur­ve | Foto: Feu­er­wehr Wunstorf

Bei den Unfall­schwer­punk­ten in Wunstorf hat sich nichts geän­dert. Die Ein­mün­dung an der Adolf-Oes­ter­held-Stra­ße und die soge­nann­te „Has­ter Kur­ve“ auf der B 442 sind die Stel­len, an denen es am häu­figs­ten krach­te im ver­gan­ge­nen Jahr. Kurz vorm Has­ter Wald gerie­ten 2018 4 Fahr­zeu­ge von der Stra­ße ab – immer in Rich­tung Wunstorf fah­rend, und immer bei nas­ser Wit­te­rung. Seit dem Herbst gilt dort nun in bei­den Rich­tun­gen Tem­po 50 bei Näs­se (statt zuvor gene­rell Tem­po 70). Ob das wet­ter­ab­hän­gi­ge Tem­po­li­mit hilft, wird sich im kom­men­den Jahr zei­gen, wenn die Zah­len der nächs­ten Unfall­sta­tis­tik vor­lie­gen.

Noch schnell bei Rot drüber …“

Einmündung Kolenfelder Straße Alte Bahnhofsstraße
Iro­ni­scher­wei­se im Ange­sicht der Fahr­schu­le (im gel­ben Gebäu­de) bege­hen Links­ab­bie­ger am Ende der Kolen­fel­der Stra­ße oft Rot­licht­ver­stö­ße (Sym­bol­bild) | Foto: Dani­el Schnei­der

Gro­ßes Unfall­po­ten­ti­al bedeu­ten auch Rot­licht­ver­stö­ße, wes­we­gen sie im Ver­hält­nis zu ande­ren Ver­kehrs­de­lik­ten rela­tiv hart geahn­det wer­den. Punk­te in Flens­burg und Füh­rer­schein­ent­zug sind die Fol­ge. Rot­licht­ver­stö­ße in Wunstorf häu­fen sich dabei z. B. am Ende der Kolen­fel­der Stra­ße beim Rechts­ab­bie­gen auf die B 441: Hier neh­men es vie­le Auto­fah­rer mit den Far­ben nicht so genau und fah­ren noch bei Rot schnell wei­ter – was dop­pelt gefähr­lich ist, da die Ampel­um­schalt­pha­sen hier extrem kurz sind: nur Sekun­den nach dem Rot­licht bekommt der kreu­zen­de Ver­kehr bereits Grün. Ent­spre­chend oft kon­trol­liert die Poli­zei an die­ser Stel­le, zuletzt in der ver­gan­ge­nen Woche, als Rot­licht­sün­der dann an der Fahr­schu­le her­aus­ge­wun­ken wur­den.

Es geht in den ers­ten 3 Mona­ten schon wie­der zur Sache …“Rüdi­ger Wlo­ka, Lei­ter des Ein­satz- und Strei­fen­diens­tes, zur Situa­ti­on mit Fah­rer­flüch­ti­gen in Wunstorf 2019

Fahrerflucht

Parkplatz im Blick
Den Super­markt­park­platz im Blick (Sym­bol­bild)

In den Jah­ren 2012 und 2016 konn­te man fast die Hälf­te der Fah­rer­fluch­ten auf­klä­ren, sonst liegt der Wert um die 40 Pro­zent, so auch letz­tes Jahr mit 38,57 Pro­zent erfolg­rei­cher Täter­er­mitt­lung. Auf gut Deutsch gesagt: Das „Risi­ko“, nach einer Unfall­flucht doch noch von der Poli­zei geschnappt zu wer­den, lag bei weni­ger als fif­ty-fif­ty. Hier wür­de nur hel­fen, wenn das Ent­de­ckungs­ri­si­ko für den Täter höher aus­fällt. Dem­entspre­chend wünscht sich die Poli­zei, dass mehr Bür­ger Acht geben, was auf Park­plät­zen etc. pas­siert – und sich als Zeu­ge zur Ver­fü­gung stel­len. Der­je­ni­ge, der mit dem Gedan­ken spielt, nach einem Parkremp­ler ein­fach weg­zu­fah­ren, soll­te das Gefühl haben, dass er von jedem ande­ren dabei beob­ach­tet wer­den könn­te.

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