
Wunstorf (ds). Das Gerücht verbreitete sich in den vergangenen Tagen wie ein Lauffeuer und ist nun Stadtgespräch: Ursache scheint der Beitrag in einer Wunstorfer Facebookgruppe gewesen zu sein: Dort war berichtet worden, dass Vorbereitungen dazu liefen, das leerstehende ehemalige Pflegeheim gegenüber des Barneplatzes in eine Flüchtlingsunterkunft umzuwandeln.
Denn es war beobachtet worden, wie neue Betten ins Gebäude gebracht worden waren. Der Beitrag war schnell wieder gelöscht worden, doch das Gerücht war in der Welt und verbreitete sich rasend. Inzwischen ist es auch auf der Straße zu hören. „Stimmt es, dass ins Haus Johannes Flüchtlinge einziehen?“, scheint das Tagesgespräch vor allem im Süden Wunstorfs zu sein.
Anwohner befürchten, im ohnehin dichtbesiedelten Quartier mit notorischen Verkehrsproblemen nun auch noch ein Flüchtlingsquartier vor die Nase gesetzt zu bekommen. Mancher sah sogar einen direkten Zusammenhang mit der Schließung des Altenheimes im August dieses Jahres – die Vermutung wurde geäußert, dass der Betreiber das Heim bewusst geschlossen und in die Insolvenz habe laufen lassen, nur um anschließend zur Flüchtlingsunterbringung an die Stadt zu vermieten.
Der Grund, weshalb das Gerücht so weit trägt, liegt offenbar auch daran, dass derlei Annahmen nicht völlig unplausibel sind: Dass Seniorenheime aufgegeben und anschließend Flüchtlinge im Gebäude untergebracht werden, ist in Deutschland bereits vorgekommen. Die heutigen Flüchtlingsheime in Wunstorf – in der Kernstadt und in Steinhude – wurden außerdem beide in zuvor leerstehenden Immobilien errichtet, in einem ehemaligen Firmenverwaltungsgebäude und einem ehemaligen Schulkomplex. Zudem war im Jahr 2016 bereits einmal konkret der Bau eines Flüchtlingsheimes im Barneviertel geplant, sogar die Anwohner waren schon beteiligt worden.
Der Bau wurde nur deswegen letztlich nicht realisiert, weil die zwischenzeitlich bereits geschaffenen Kapazitäten dann doch ausgereicht hatten. Die Flüchtlingsunterbringung war zu einem Großteil dezentral möglich gewesen.
Die Stadt Wunstorf dementiert auf Anfrage der Auepost allerdings klar: Wie zuletzt berichtet, sind die Kapazitäten zur Aufnahme von neu ankommenden bzw. zugewiesenen Flüchtlingen auch 2023 weiterhin ausreichend, so dass derzeit keine neuen Unterkünfte in Wunstorf benötigt werden. Es werden daher keine Notquartiere gesucht und auch keine neuen Unterbringungsstandorte geschaffen, bestätigt Stadtsprecher Alexander Stockum. Die Stadt habe nicht einmal Überlegungen unternommen, ob in dem Haus in Barneplatznähe Flüchtlinge untergebracht werden könnten. Das Gebäude sei der Stadt auch nicht angeboten worden.
Das Gerücht basiert letztlich auf einem Irrtum: Es waren tatsächlich Betten ins Gebäude geschoben worden – aber zur Zwischenlagerung, weil damit in einem anderen Heim freie Flächen geschaffen werden konnten. In Wirklichkeit ist beabsichtigt, das bisherige Altenheim abzureißen und durch ein neues Gebäude zu ersetzen, zum Beispiel durch eine modernere Pflegeeinrichtung.
Für den Fall, dass die Zuzugszahlen bei Asylbewerbern und Schutzsuchenden langfristig dennoch stärker steigen als prognostiziert, plant die Stadtverwaltung durchaus vor. Auch hierfür spielt die Neuerrichtung von Flüchtlingsheimen jedoch keine Rolle. Auch eine Wiedererrichtung von Containerunterkünften wie zuletzt in Großenheidorn ist deshalb nicht geplant.

Vielmehr würde dann wieder die Hotelunterbringung zur Option werden, sagt Stockum. In Bokeloh wurden damit etwa nach Ausbruch des Ukrainekrieges entsprechende Erfahrungen gemacht. Man sei in Wunstorf in der Position, dass es zahlreiche, verschiedene Möglichkeiten gebe, Flüchtlinge unterzubringen. Auch zu Notbelegungen, z. B. in Turnhallen, werde es deshalb in keinem Fall kommen, bekräftigt der Stadtsprecher den Stand der Dinge.
Außerdem ist geplant, die Flüchtlingsunterkunft am Luther Weg zu erweitern: Mit dem Auszug der Hölty-Gymnasium-Außenstelle werde dann der gesamte Bau für Flüchtlinge genutzt werden können, so der Stadtsprecher. Aktuell bestehen im Flüchtlingsheim weiterhin die ursprünglich eingerichteten 125 Plätze. Nach der Erweiterung wird Platz für 205 Geflüchtete sein. Die Aufstockung um 80 Plätze soll im Sommer 2024 beginnen.
Im Gegenzug soll das Flüchtlingsheim in Steinhude alsbald geschlossen werden, da es anders als das Heim im Luther Weg von Anfang an nur als Notlösung vorgesehen war. Die Unterkünfte in dem ehemaligen Schulgebäude waren im Zuge des ausgebrochenen Krieges in der Ukraine, als innerhalb kurzer Zeit viele Flüchtlinge von dort kamen, eingerichtet worden. Das Schulzentrum Steinhude war zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon zum Abriss vorgesehen gewesen, die ersten Arbeiten dazu hatten begonnen. Entstehen soll dort immer noch ein neues Sportzentrum. Die Entscheidung darüber, ob die Steinhuder Sammelunterkunft tatsächlich geschlossen werden kann, fällt im kommenden Frühjahr, wenn die neuen Zuweisungsquoten vorliegen und die weitere Entwicklung absehbar ist.
Guten Tag,
wann werden Papiercontainer erneuert,
sowie Glascontainer wieder freige-
geben.Seit Monaten ist es nicht mö-
glich, Papier und Glas ordentlich zu
entsorgen.
Mit freundlichen Grüßen,
eine Anwohnerin mit Familie
1. die Container sind doch gar keine Aufgabe der Stadt.
2. was haben Wertstoffcontainer mit Pflegeheimen und Unterbringung von Geflüchteten zu tun?
Die gesellschaftliche Debatte wird immer niveauloser.
Im Biotop um den Barneplatz blühen Gerüchte. Danke für das Schlaglicht auf die Fakten.
Das gilt lediglich solange, bis Wunstorf neue Kontingente zugewiesen bekommt.