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Wie Adis Bajric die Stars nach Wunstorf holt

21.06.2022 • Redaktion • Aufrufe: 2868

Culcha Candela, Nena und Helge Schneider in Wunstorf: Die Stadt wird in diesem Sommer zum Open-Air-Konzertfestival-Standort: Im Juli und August werden sich große Namen auf einer großen Bühne am Schützenplatz einfinden. Im Gespräch mit „Kultursommer“-Veranstalter Adis Bajric.

21.06.2022
Redaktion
Aufrufe: 2868
La-Sol-Chef, Küsters-Hof-Betreiber und Konzertveranstalter: Adis Bajric

Wunstorf (ds/ms). Die Veranstaltungen im Kulturzelt für sich genommen waren bereits außergewöhnlich: Von Power Metal über Irish Folk und Deutschpop reichte die Bandbreite und sicherte manches Erlebnis, das u. a. auch wegen des nun aufgrund Renovierung geschlossenen Stadttheaters sonst nicht hätte stattfinden können. Das Kulturzelt war eine Art Joint Venture, das mehrere Veranstalter gemeinsam nutzten, doch viel davon ging auf das Konto von einem Mann: Adis Bajric. Wir treffen den Wunstorfer Gastronomen und Veranstalter zum Gespräch im Rathausinnenhof, vor seiner Lounge. Obwohl die Termindichte drückt und der Tag bereits lang war, nimmt er sich die Zeit für ein Gespräch mit der Auepost. Gut gelaunt sitzt er in einem der Loungesessel, lächelt einnehmend-verschmitzt, wie stets zu einem kleinen Späßchen bereit.

Tausende auf dem Schützenplatz

Ein Späßchen wird es jedoch nicht, was Bajric mit Wunstorf vorhat, sondern zunächst noch eine ganze Menge Arbeit: Denn der Event-Unternehmer geht nun noch einen Schritt weiter – einen großen Schritt: Der Schützenplatz wird in den kommenden Wochen Standort einer nicht gerade klein dimensionierten Open-Air-Bühne werden. Auf der insgesamt fast 20 Meter breiten Plattform werden Bands und Musiker an acht verschiedenen Terminen beim Wunstorfer „Kultursommer Open Air“ auftreten. Die Bühne wird am südlichen Ende des Schützenplatzes stehen, für die anspruchsvollen Besucher ist ein VIP-Bereich vorgesehen. Zu den angekündigten Namen gehören unter anderem Nena, Helge Schneider, Culcha Candela, Suzi Quatro oder Patricia Kelly. Hinzu kommt noch an drei Tagen im August das Kinder- und Familienfestival „Hoppla“ – mit ebenfalls bekannten Akteuren wie Kinderlieder-Koryphäe Volker Rosin, den „Heavysaurus“ oder der Tabaluga-Show.

Fast mühelos scheint es Bajric zu gelingen, dabei die großen Namen zu verpflichten. Wie rechnet sich das, wie kann man nicht nur einen Act nach dem anderen nach Wunstorf holen, sondern auch noch auf einer Art Festival vereinen? Bajric räumt gleich mit einem Missverständnis auf: Wunstorf ist der Veranstaltungsort, doch die Konzertreihe zielt keinesfalls nur auf das örtliche Publikum: Geplant wird mit einem weiten Einzugsbereich – nicht nur aus Hannover und der Region, auch von Hessen bis Hamburg werden die Fans und Besucher erwartet.

Wie gelingt das alles?

Wie es funktioniere, am Ende die entsprechenden Künstler begrüßen zu können, das sei kein großes Geheimnis, sagt Bajric. Letztlich seien es schlicht die eigenen Kontakte in der Veranstalterszene, die vom Einen zum Anderen führen. Das unternehmerische Risiko trägt dabei Bajric: Genügend Besucher müssen kommen, damit sich das Ganze rechnet. Dafür investiert Bajric nicht nur in die Location und die Darbietenden, sondern auch ins Marketing: Werbespots laufen – auch überregional – auf zwei Radiosendern, und in den kommenden Tagen rollt ebenso die übrige PR-Maschinerie an.

Zur Person. Der gebürtige Hannoveraner wohnt und arbeitet in Wunstorf, betreibt in der Stadt zwei Lokale - das La Sol im Rathausinnenhof und Küsters Hof an der Hindenburgstraße - und organisiert als Geschäftsführer von La Sol Events regelmäßig auch überregional Veranstaltungen. Der gelernte Speditionskaufmann  begann seine Karriere in Hannover, entschied sich früh bewusst für die Gastronomie und fand hierüber auch seinen Weg zum Veranstaltungswesen. 2005 zog er um nach Wunstorf und schuf das La Sol.  

Aber auch die Zahl der auftretenden Musiker und Bands hat damit zu tun, erklärt der 43-Jährige. Zwar würden selbst einzelne der angekündigten Musiker für einen vollen Platz sorgen, doch man müsse den gesamten Rahmen berücksichtigen: Allein die Realisierung der Bühne geht in die Zigtausende, als Veranstaltungsreihe verteilen sich diese Kosten besser. Aus diesem Grund gibt es die Künstler sozusagen am Stück. Ganz nach dem Motto „Wenn, dann richtig“ wird der Schützenplatz also über einen Monat lang zum Open-Air-Gelände. „Innerhalb von 5 Wochen kommt alles“, bringt es Bajric treffend mit einem Lächeln auf den Punkt.

„Innerhalb von 5 Wochen kommt alles“

Die Konkurrenz mit parallel stattfindenden Veranstaltungen etwa in Steinhude fürchtet Bajric nicht – das sei ohnehin nicht steuerbar, man könne sich untereinander nicht wirklich absprechen. Genau genommen macht sich Bajric sogar selbst Konkurrenz, wenn auf dem Schützenplatz jemand auf der Bühne steht, während parallel dazu ein anderer Künstler gerade in Küsters Hof auftritt. Man richtet sich letztlich nach den Terminkalendern der Künstler und Agenturen.

Prinzipientreue

Seit er im Jahr 2017 Küsters Hof übernommen hat, ist Bajric auch dort immer wieder mit der Verpflichtung bekannter Musiker aufgefallen, die auch für überregional anreisende Konzertbesucher sorgten. Seine Firma La Sol Events bringt regelmäßig Künstler nach Wunstorf, die man eher auf den Bühnen der größeren Städte vermutet hätte. Wie groß sein Beitrag zur Wunstorfer Kulturszene ist, wie sehr er die ganze Stadt damit weiterbringt, das scheint jedoch nicht immer gewürdigt zu werden. Mal schielen Konkurrenten argwöhnisch auf seine Aktivitäten, mal können Anwohner wenig mit Eventgastronomie in der Nachbarschaft anfangen, mal machen eng ausgelegte Vorschriften der Behörden das Leben schwer. Doch Bajric hält viel von Prinzipien – und die lassen ihn Kurs halten. In diesem Falle auch Kurs auf eine der größten Konzertveranstaltungen, die es in Wunstorf bislang gegeben hat.

Für Bajric ist das Open Air in dieser Form eine Premiere, auf dem Schützenplatz fand eine solche Reihe noch nicht statt. Warum gerade jetzt, wollen wir wissen. „Weil die Chance jetzt da war“, antwortet Bajric, meint damit aber nicht etwa das Ausgehungertsein der Leute auf Kultur nach Monaten und Jahren Corona-Stillstand. Es herrsche derzeit sogar eher eine Übersättigung, viele Menschen würden jetzt ihre in den Vorjahren gekauften und weiter gültigen Karten einlösen und Konzerte nachholen, die coronabedingt ausgefallen waren. Vielmehr war für ihn persönlich nun der richtige Zeitpunkt gekommen.

Damit schafft Bajric einen weiteren Beitrag zur Wunstorfer Kulturszene. Am 22. Juli beginnt das Open Air mit Culcha Candela, den Abschluss bildet Helge Schneider am 28. August.

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Kommentare


  • Lydia Bertani sagt:

    Die Auswahl der Künstler (Nena & Helge) finde ich sehr gut, denn sie beweist gehöriges Rückgrat!
    Daher ist davon auszugehen, dass es wohl keine sogenannten „Piekser-Partys“ werden, die man die letzten Jahre als zusätzliches Anreizsystem zur Verabreichung von „notzugelassenen“ Gen-Medikamenten durch entsprechende 2G-Zugangsbeschränkungen missbraucht hat.
    Der Begriff „Prinzipientreue“ bekommt so seine Gestalt, die er verdient hat!
    Man darf hoffen, dass man diese Künstler nicht bereits durch Bedrohung ihrer Existenz gebrochen hat und diese nun „auf Linie“ gepresst wurden.

    https://www.focus.de/kultur/musik/auf-ruegen-jeder-macht-was-er-will-wieder-corona-wirbel-auf-dem-nena-konzert_id_13570207.html

  • Jürgen Ulrich sagt:

    Der Einsatz von Adis ist Klasse.

  • Basti g. sagt:

    Das ist halt adis er bekommt das hin !!!

  • Lydia Bertani sagt:

    Lasst uns gemeinsam raten: Das wird selbstverständlich auch wegen „Inzidenzen“ abgesagt…

  • Dieter Bückmann sagt:

    Ach Gott herrje, immer diese Ingredienzen.
    Hat überhaupt noch jemand wenigstens eine ganz kleine Ahnung davon, wie er veräppelt wird?

    NENA forever all the others never

    Auf Deutsch – egal, versteht sowieso kaum noch jemand.

    • Lydia Bertani sagt:

      Meine Top-Favoriten sind die, die ohne vorhandene Verordnung mit eindeutig wirkungslos, aber freiwillig aufgesetzter Maske, sprich Nase des Komforts halber frei, in Geschäften anzutreffen sind. Einkaufswagen-Desinfizierer kommen an zweiter Stelle.
      Solche Leute, so vermute ich, können „veräppeln“ nicht mal buchstabieren.
      Ich weiss bei denen immer noch nicht, ob ich sie bedauern oder ignorieren soll. Mich lockt es dann immer spontan, „Affenpocken-Alarm!“ zu rufen….

  • Jürgen Bohlke sagt:

    Schade, schade, aber bei den Preisen! Wo soll das den noch hinführen? Hätte sicherlich gerne mehrere Konzerte besucht, aber wenn ich mir ausrechne, Tickets mal zwei plus Verköstigung…….bin ich ja mal locker 150 € los. Ne, da vergeht mir echt der Spaß!!!
    Aber trotzdem Hut ab für den Veranstalter.

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