Wunstorfer Auepost
[Anzeige]

Wunstorfer Kuhbrunnen abgebaut – neuer Standort auf dem Barneplatz

01.04.2024 • Redaktion • Aufrufe: 8780

Ein neuer Standort für den Wunstorfer Kuhbrunnen ist gefunden: Nach rund 40 Jahren in der Fußgängerzone wird die Skulptur nun dauerhaft an den Barneplatz versetzt. Hintergrund ist das neue touristische Leuchtturmkonzept in der Südstadt.

01.04.2024
Redaktion
Aufrufe: 8780
Neuer Standort für den Kuhbrunnen | Visualisierung: Auepost

Wunstorf (red). Wer in den kommenden Tagen durch die Wunstorfer Fußgängerzone läuft, wird sich womöglich verwundert die Augen reiben – weil der Kuhbrunnen verschwunden ist. Die Stadtverwaltung hat das Osterwochenende genutzt, um nach den Ziegenbronzestatuen auch den Brunnen abzubauen. Das berühmte Wunstorfer Wahrzeichen zieht derzeit um an seinen neuen Standort in der Südstadt.

Anders als bei den Wunstorfer Ziegenskulpturen, die vor kurzem nur einige Meter versetzt wurden, aber in der Fußgängerzone blieben, ist der Abschied für den Kuhbrunnen aus der Langen Straße endgültig. Die Skulptur steht künftig an der Barnestraße, um den dort geplanten neuen touristischen Schwerpunkt zu komplettieren.

Endlich die Vorderansicht zeigen

„Die Lange Straße war noch nie der optimale Standort für den Kuhbrunnen“, erklärt Stadtsprecher Alexander Astmann im Gespräch mit der Auepost die Gründe für den Umzug der Bronzefiguren an den Kernstadtrand. Der Großteil der Innenstadtbesucher sei bisher an der Rückseite des Kuhbrunnens vorbeigelaufen, der Hirte war von der Straßenmitte abgewandt. Künftig wird man Kuh und Hirten öfter von vorn betrachten können. In der Fußgängerzone entsteht mit der Entfernung des Brunnens mehr Freiraum für Aktionen und Veranstaltungen. Auch die Einrichtung einer zentralen Haltestelle für das Sprinti-Rufbusangebot wird diskutiert.

Der alte Standort in der Fußgängerzone: Passanten gingen oft achtlos am Kuhbrunnen vorbei, weil ihnen der Hirte den Rücken zuwandte | Foto: Daniel Schneider
Der Kuhbrunnen, der offiziell eigentlich Hirtenbrunnen heißt, wurde vom Osnabrücker Bildhauer Hans Gerd Ruwe geschaffen, erinnert an die Wurzeln Wunstorfs als Ackerbürgerstadt und wurde 1981 in der neu errichteten Wunstorfer Fußgängerzone aufgestellt. Gemeinsam mit dem Säulenbrunnen und dem Schnitterinbrunnen zählte er bisher zu den drei Brunnenanlagen in der Fußgängerzone.

Der neue Standort Barneplatz ist jedoch nicht zufällig gewählt. Die Barne bot sich an, weil an dieser Stelle das Platzkonzept noch einmal neu gedacht wird. Nach anhaltenden Anwohnerprotesten wegen ungünstig angeordneter Spielbereiche, Stolperfallen und entfernten Parkplätzen entlang der Fahrbahn wird der Platz erneut völlig verändert. Dazu beigetragen hatte zuletzt auch die Posse um die De-facto-Parkbucht auf einem Gehweg: Ein Fußweg war dort versehentlich wie eine Parkbucht gestaltet worden.

„Die Fußgängerinnen und Fußgänger nehmen den Platz nicht an, deshalb versuchen wir nochmal was ganz Neues“

Nun hat sich herausgestellt, dass die unbeabsichtigten Parkplätze tatsächlich bleiben werden – ein Fußweg kann daraus nicht mehr gemacht werden. „Wir haben versucht, eine rechtssichere Lösung zu finden, leider ohne Ergebnis“, schildert Astmann die Problematik. „Die Fußgängerinnen und Fußgänger nehmen den Platz nicht an und parken dort lieber weiter ihre Autos, deshalb greifen wir jetzt einfach diese Idee auf und versuchen nochmal was ganz Neues“, heißt es aus dem Rathaus. Die Millionen-Investition in die neue Platzfläche soll nicht vergeblich gewesen sein.

Barneplatz wird Campingplatz

Der Barneplatz wird deshalb nun ins städtische Tourismuskonzept integriert. Ähnliche Pläne gibt es bereits für den Schützenplatz, wo einzelne Wohnmobilstellplätze entstehen. In der Barne geht man jedoch einen Schritt weiter: Der Barneplatz soll künftig als vollwertiger Campingplatz dienen und damit auch die angespannte Situation in Steinhude entlasten. Dort war wegen der hohen Nachfrage gerade erst die Fläche des dortigen Campingplatzes erweitert worden. Der künftige „Barnecampingplatz“ wird sich ebenso einfügen in das bevorstehende Leuchtturmprojekt zur Verkehrswende: Wenn auf der Barnestraße weitere PKW-Parkplätze entfallen, könnte zumindest in der Nebensaison von Anwohnerfahrzeugen auch direkt auf dem Barneplatz geparkt werden.

Das Wohnmobilparken am Barneplatz soll legalisiert werden (Archiv)

Vorgesehen sind auf dem Barneplatz 32 neue Wohnmobilstellplätze. Auch zelten wird man dort bald können. Die gepflanzten Bäume werden dafür jedoch wieder entfernt und der Kinder-Spielbereich womöglich noch etwas näher an die Fahrbahn verschoben werden müssen.

Als Ausgleichsmaßnahme sind weitere Bäume für den Strandterrassenvorplatz in Steinhude vorgesehen. Ausschlaggebend für die Campingplatz-Pläne war neben dem prognostizierten weiteren Anstieg der Touristenzahlen, dass bereits zahlreiche gastronomische Angebote am Barneplatz vertreten sind. Deren Betreiber sind begeistert, es entstehen völlig neue Möglichkeiten für die Außengastronomie: „Wir machen dann Drive-in-Bedienung“, so ein Gastronom zur Auepost. „Pizza, Sushi und Cocktails direkt an die Wohnmobiltür, wo gibt es das schon?“

Kuhbrunnen mit Trinkwasser?

Der Kuhbrunnen auf dem Areal soll dabei einen zusätzlichen Anreiz für die Touristen bieten, statt nach Steinhude in die Kernstadt Wunstorf zu fahren. „Die Leute müssen dann auch keine Parkplätze mehr im Zentrum suchen, sondern bekommen das bekannte Innenstadtflair direkt am Campingplatz Barne“, heißt es weiter. Ein praktischer Nebeneffekt könnte sich zudem für das öffentliche Trinkwasserangebot ergeben. Es wird überlegt, den versetzten Kuhbrunnen ans Frischwassernetz anzuschließen. Sollte der bereits vorhandene Trinkwasserspender defekt oder zu stark frequentiert sein, könnte alternativ dann auch direkt am Hintern der Kuh getrunken werden.

Noch stehen die Poller: Erste Test-Markierungsarbeiten für Wohnmobilstellflächen auf dem Barneplatz | Visualisierung: Auepost

Die mit EU-Fördermitteln bereits gebaute Fahrradabstellanlage im hinteren Platzbereich muss allerdings ebenfalls wieder abgerissen werden, an ihrer Stelle entsteht ein neuer Sanitärpavillon mit Duschen und Toilettenanlagen. Übergangsweise werden für die kommenden 12 Monate zwei Dutzend Dixi-Toiletten entlang der Barnestraße aufgestellt. Schon in Kürze könnten die ersten Wohnmobile begrüßt werden. Endgültig fertiggestellt sein sollen alle Neu- und Umbauten aber erst am 1. April 2025.

Datum beachten: Dieser Artikel ist der jährliche traditionelle Auepost-Aprilscherz und erschien zum 1. April 2024. Es handelt sich um eine bewusste Falschmeldung; nach heutigem Stand ist die Neuausrichtung des Kuhbrunnens oder die wohnmobilfreundliche Transformation des Barneplatzes  nicht geplant.
[Anzeigen]
Auepost wird unterstützt von:

Kommentare


  • Silke.frischmuth@t-online.de sagt:

    Ein Glück, dass heute der 1. April ist ;-)

  • Isolde Andre sagt:

    APRIL, APRIL.

  • Anonymous sagt:

    Zu Versetzung des Kuhbrunnens ,ist doch sicher ein Aprilscherz

  • Detlev Ulrich Aders sagt:

    ;-) Das Thema wird in der Sitzung des Ortsrats der Ortschaft Wunstorf am Mittwoch, 03. April, noch einmal besprochen werden. Das könnte die die Stadt die Fördergelder für das ISEK kosten.

  • Klaus sagt:

    Netter Aprilscherz

  • Kuntze sagt:

    April, April. Besser geht es nicht!!!

  • Sennholz sagt:

    April, April! Trotzdem gut geschrieben!

  • Anonymous sagt:

    Bei den Wunstorfer Stadtplanern ist das Berichtete ohne weiteres denkbar. Wer eine Umgehungsstraße 70 Jahre lang ohne Umsetzung plant, eine grüne Welle zur Rush-Hour durch die einzige Hauptstraße der Stadt nicht hinbekommt, einen vermeintlichen Fußweg wie vorgesehene Parkplätze aussehen läßt und die hässlichsten Fahrrad-Silos seit Duisburg-Marxloh als Eintrittskarte in die Stadt installiert, dem ist alles zuzutrauen.

    • Elke sagt:

      Die Umgehungsstraße ist doch eine Bundesstraße, also obliegt die Planung der Landesbehörde. Dort hat die Zuständigkeit vom Geschäftsbereich Hannover nach Nienburg gewechselt. Hätte die Stadt nach der Wende nicht in Absprache mit Heiner Aller auf eigene Kosten die Vorplanung übernommen (weil alles sich auf die neuen Bundesländer konzentrierte), wäre man heute längst nicht so weit (was ein noch größeres Trauerspiel wäre).

      Die Ampelsteuerung auf dem Bundesstraßenzug obliegt nun wieder dem Geschäftsbereich Hannover der Landesbehörde.

      Auch wenn Anonymus es behauptet: Bei beidem kann die Stadt nun wirklich nicht viel bewegen.

      Ich bin mit Sicherheit mit vielem nicht einverstanden, was unsere Stadtverwaltung alles so macht. Aber Kritik in ihre Richtung gehört nur, wenn sie wirklich dafür verantwortlich ist.

      • Anonymous sagt:

        Okay – fassen wir zusammen:

        Umgehungsstraße
        „Die Umgehungsstraße ist doch eine Bundesstraße, also obliegt die Planung der Landesbehörde.
        Dort hat die Zuständigkeit vom Geschäftsbereich Hannover nach Nienburg gewechselt.“

        –> Nicht unsere Zuständigkeit. Es betrifft uns als Wunstorfer zwar eklatant und es könnte sein,
        dass eine Umgehungsstraße immense Verbesserungen in der gesamten Region bringen könnte,
        aber wir sind leider nicht zuständig. Und alles was nicht in unserer Zuständigkeit liegt,
        das werden wir auch nicht eskalieren, sondern einfach aushalten und die Diskussion beenden.
        Und außerdem sind ja die neuen Bundesländer dran schuld.
        Schlag nach bei „Heinrich Mann – Der Untertan“.
        –> Diese Denkweise ist geradezu demokratiefeindlich, denn sie erstickt jegliche Diskussion über
        Sinn oder Unsinn übergeordneter Maßnahmen im Keim, WEIL sie von oben kommen.

        Ampelsteuerung
        Die einzige große Hauptstraße in unserer Stadt obliegt (allein das Wort „obliegt“ ist schon
        wieder Heinrich Mann pur) „dem Geschäftsbereich Hannover der Landesbehörde“.
        Mal angenommen, dass dies so wäre:

        –> Wenn also irgendeine Bundesstraße, welche durch meine Stadt hindurchführt und ich jeden
        verdammten Feierabend zur Rush-Hour feststellen muss, dass die von der Landesbehörde Hannover
        unnsinnig getimte Ampelschaltung den gesamten Feierabend-Verkehr aufhält, dann habe ich als
        Bürgermeister die verdammte Pflicht, der Landesbehörde so lange auf die Nerven zu gehen, bis
        dieses Ärgernis aus der Welt ist.

        Die Denke von Elke ist: es „OBLIEGT“ einer anderen Behörde, welcher ich als deutsche Kartoffel
        unterliege. Und getreu meines Dienstweges darf ich die Anordnungen der übergeordneten Behörde
        nicht anzweifeln. Wie sagte es diese Woche Habeck: „Der Staat hat immer Recht!“
        Oder die SED vor ein paar Jahren: „Die Partei, die Partei, die hat immer Recht!“
        Heinrich Mann kannte die Deutschen… und offensichtlich Elke…

  • Wiebke Ammann sagt:

    Ich möchte gern Wasser aus dem Popo des Kuhbrunnen trinken,freu mich schon drauf.

  • Gustel sagt:

    Wir würden gleich 10 Stellplätze für unserer Mitarbeiter zu Erholung mieten

  • Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

    Kontakt zur Redaktion

    Tel. +49 (0)5031 9779946
    info@auepost.de

    [Anzeigen]

    Artikelarchiv

    Auepost auf …