Wunstorfer Auepost

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In der Debatte um die Fußgängerzonensanierung schlägt der Bürgermeister nun einen eigenen Bürgerentscheid vor: Die Wunstorfer sollen über die Feinplanung der Fußgängerzone abstimmen. Zudem soll für Händler und Gastronomen ein Hilfsfonds aufgelegt werden. Unzulässig ist für Piellusch dagegen der zweite Anlauf der „Freunde der Innenstadt“ für ein Bürgerbegehren.

Bei der Linken in Wunstorf hat man einen klaren Eindruck von der Innenstadt-Arbeitskreis-Auftaktveranstaltung: Verkaufsshow nennt Sprecher Volker Napp den Infoabend. Unmissverständlich wird sich an die Seite der Bürgerinitiative gestellt: Alle Wunstorfer sollten mitentscheiden dürfen über den Charme der künftigen Innenstadt.

Die CDU-Stadtratsfraktion spricht sich gegen einen übereilten Umbau der Wunstorfer Fußgängerzone aus. Die Verwaltungsspitze solle die Sorgen der Bürger ernst nehmen, statt Fakten zu schaffen.

Die SPD-Abteilung Wunstorf hat auf ihrer Mitgliederversammlung neue Führungspositionen bestimmt – und will Thomas Silbermann weiterhin als Wunstorfer Ortsbürgermeister sehen.

Jeder Anlieger der Fußgängerzone und jeder, der dort ein Geschäft führt oder Mieter ist kann an der künftigen Gestaltung der Innenstadt aktiv mitwirken. Das hat der städtische Projekt-Koordinator Alexander Stockum klargestellt: „Wir wollen niemanden ausschließen!“ Der Startschuss zum Verfahren fällt am morgigen Dienstag.

Bei der SPD kritisiert man die CDU wegen widersprüchlicher Signale zur Innenstadtsanierung. Bei der CDU widerspricht man: Man sei kein Lakai der Sozialdemokraten.

In der Vorabentscheidung senkt die Stadtverwaltung den Daumen zum Vorhaben der Bürgerinitiative „Freunde der Innenstadt“: Ein Bürgerbegehren in dieser Form sei nicht zulässig. Der Verwaltungsausschuss soll es ablehnen.

Der Großenheidorner Ortsrat hat sich für das Raumprogramm ausgesprochen, das den Weg frei macht für den Umbau der örtlichen Grundschule zur Ganztagsschule. FDP-Ortsrat Tosch kritisiert nun auch die Schulleitung.

Martin Pavel wird im Herbst als Bürgermeisterkandidat der CDU kandidieren. Auch für den Wunstorfer Ortsrat bewirbt sich ein neuer Ortsbürgermeister: Bernd Heidorn tritt an.

Angebliche atmosphärische Unstimmigkeiten und inhaltliche Differenzen seien kein Grund, eine Koalition einseitig zu beenden, heißt es von der SPD, die hinter dem Ende der Mehrheitsgruppe eine Wahlkampftaktik der CDU sieht. Der Schritt sei ein politischer Fehler gewesen.

Wegen unterschiedlicher Auffassungen darüber, wie die Bürger beim Thema Innenstadt eingebunden werden, habe die gemeinsame Basis gefehlt. Das sagt die CDU zum Koalitionsende in Wunstorf.

Die SPD-CDU-Koalition im Wunstorfer Stadtrat ist beendet. Die CDU hat die Zusammenarbeit am Montagabend aufgekündigt.

Drastische Worte finden Werbegemeinschaft Wunstorf, Bürgerinitiative „Freunde der Innenstadt“ und der Heimatverein Wunstorf in einer gemeinsamen Erklärung: Die geplante Zusammensetzung des Arbeitskreises Fußgängerzone sei manipulativ und nicht akzeptabel.

Es gab noch nie einen erfolgreichen Bürgerentscheid in Wunstorf – der Auftakt zum jetzigen Bürgerbegehren könnte dies ändern. Aber die Bürgerinitiative hat bereits einen Fehler gemacht. Trotzdem ist der Weg weiterhin noch frei für den Bürgerentscheid zur Fußgängerzone.

Nicht die nachhaltigste, sondern die wirtschaftlichste Variante brächte für Wunstorf die meisten Vorteile bei der Innenstadtsanierung – das hat die Verwaltung jetzt im Bauausschuss vorgerechnet.